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Kapitel 3

Blazing Flames
Imelda gab mir ihre Bankkarte und gewährte mir einen freien Tag. Gildo fuhr mich ins Stadtzentrum.

Kaum war ich ausgestiegen, entdeckte ich ein vertrautes Gesicht – Regina.

Regina trug ein rot-weißes Maskottchenkostüm. In einer Hand hielt sie den übergroßen Kopf der Figur, mit der anderen wischte sie sich mithilfe eines Flyers den Schweiß von der Stirn. Ihr sonst blasses Gesicht war vor Hitze hochrot.

Gerade wollte ich mich umdrehen und gehen, als ein junger Mann auf sie zulief. Es war Dario.

Auch Dario trug einen dicken Stapel Flyer. Eilig stellte er sich vor Regina und fächerte ihr damit Luft zu.

„Regina, geht es dir gut? Hältst du noch etwas durch? Wenn du zu müde bist, können wir nach Hause gehen.“

Regina hörte die Sorge in seiner Stimme und lächelte matt.

„Mir geht es gut, Dario. Ich kann weitermachen. Beginnt deine Nachhilfestunde nicht gleich? Geh ruhig zum Unterricht. Ich komme allein zurecht.“

In meinem früheren Leben hatte ich genau dasselbe getan und jeden Tag mehrere Nebenjobs erledigt. Morgens blieb keine Zeit für ein Frühstück, und nach der Schule eilte ich sofort zur nächsten Aushilfsarbeit. An den Wochenenden verteilte ich in der belebtesten Einkaufsstraße der Stadt Flyer, bei Hitze wie bei Kälte.

Nur wenn ich all das tat, erlaubten mir meine Adoptiveltern, weiter zur Schule zu gehen.

Um später meine Studiengebühren zu bezahlen, arbeitete ich nach dem Schulabschluss sogar als Kellnerin in einer Bar. Ich musste sämtliche Belästigungen über mich ergehen lassen, nur um ein wenig mehr zu verdienen.

Ich wollte gerade auf das Gebäude zugehen, als Regina mir noch immer im Maskottchenkostüm den Weg versperrte.

„Livia?“

Als Regina die Hermès-Tasche in meiner Hand bemerkte, blitzte Eifersucht in ihren Augen auf.

„Dir scheint es ja prächtig zu gehen. Vergiss aber nicht: Die Mafia frisst Menschen bei lebendigem Leib. Eines Tages liegst du vielleicht tot auf der Straße.“

Ich sah sie schweigend an.

Schließlich konnte Regina sich nicht länger zurückhalten und begann, mit ihren Adoptiveltern zu prahlen.

„Meine Eltern behandeln mich so gut. Dario erst recht. Er gibt mir nach der Schule Nachhilfe und bringt mir ständig Leckereien mit.“

„Aha“, erwiderte ich kühl und gleichgültig.

Meine Reaktion brachte Regina offenbar endgültig auf die Palme. Ihr Gesicht lief rot an, und sie wollte gerade etwas sagen, als Dario rechtzeitig hinzukam.

„Was hast du meiner Schwester angetan?“, fragte Dario scharf und stellte sich schützend vor Regina.

Ich ignorierte ihn, ging an beiden vorbei und betrat das Einkaufszentrum.

Hinter mir hörte ich Reginas schadenfrohe Stimme.

„Dario, warum warst du so streng zu ihr? Sie ist doch meine Schwester ...“

Mit Imeldas Bankkarte kaufte ich zahlreiche Luxusartikel – so viele, dass ich sie unmöglich allein tragen konnte. Deshalb rief ich Gildo an und bat ihn, mich abzuholen.

Gerade wollte ich in den Wagen steigen, als Reginas spöttische Stimme an mein Ohr drang.

„Pah! Was bringen dir all diese Sachen? Du wirst ohnehin sterben.“

Ich hob eine Augenbraue und lächelte.

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