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4: Der Geschmack des Lebens

Author: Blessed
last update publish date: 2026-05-28 18:12:18

Bianca Morelli 

Ich lief in unserem riesigen Schlafzimmer auf und ab, meine nackten Füße versanken im dicken Teppich. Mein Blut kochte. Seit dem Abendessen hatte ich mir zwei Stunden lang auf die Zunge gebissen, aber ich konnte es nicht mehr aushalten. Alles, was innerhalb von 24 Stunden passiert war, ließ mir keine Ruhe.

Die Schlafzimmertür klickte auf, und Matteo kam herein. Er lockerte seine Krawatte und wirkte völlig unbeeindruckt, als hätte er nicht gerade erst vor vierundzwanzig Stunden unsere gesamte Ehe zunichte gemacht.

„Was guckst du so?“, seufzte er und warf seine Krawatte auf einen Stuhl. „Geh schlafen, Bianca. Ich habe morgen ein frühes Meeting.“

„Nein“, sagte ich. Meine Stimme klang überraschend ruhig. „Wir werden nicht schlafen gehen. Wir werden über letzte Nacht reden.“

Matteo blieb stehen und verdrehte die Augen. Er verdrehte tatsächlich die Augen bei mir. „Müssen wir das jetzt wirklich tun? Ich habe dir doch gesagt, ich hatte zu tun.“

„Zu tun?“ Ich machte einen Schritt auf ihn zu, meine Hände ballten sich zu Fäusten. „Soll das jetzt unsere Ehe sein, Matteo? Einfach nur unverhohlenes Fremdgehen? Ich dachte, wir hätten eine Vereinbarung. Ich dachte, wir respektieren uns gegenseitig!“

„Ich respektiere dich“, gab er zurück, „du hast meinen Namen, mein Geld und dieses Haus. Du hast alles, was du dir jemals wünschen könntest. Was ich in meiner Freizeit mache, um Stress abzubauen, hat absolut nichts mit dir zu tun.“

„Ich bin deine Frau!“, schrie ich, als die Wut endlich überkochte. „Wir hatten Grenzen! Dinge, die wir uns versprochen hatten, niemals zu tun. Du hast eine Frau in unser Bett gebracht!“

Matteos Gesicht verhärtete sich, er hasste es, herausgefordert zu werden. Er ging langsam auf mich zu und blickte mit purer Abscheu auf mich herab. „Spiel nicht die Opferrolle, Bianca“, spottete er, „wenn du deinen Job als Ehefrau tatsächlich machen würdest, müsste ich mich vielleicht nicht woanders umsehen. Aber du bist prüde, du liegst im Bett wie ein steifes Brett. Du bist total langweilig und kannst mich nicht so befriedigen, wie es eine echte Frau tut. Du solltest mir dankbar sein, dass ich dich nicht zu Dingen zwinge, die du offensichtlich hasst.“

Vor Schreck öffnete ich den Mund, ein stechender Schmerz durchzog meine Brust. Er gab mir die Schuld für seinen Seitensprung. „Du bist ein Monster“, flüsterte ich und schüttelte den Kopf. „Du bist kalt und egoistisch, und ich werde nicht zulassen, dass du mich weiterhin wie einen Fußabtreter behandelst.“

Ich versuchte, an ihm vorbei zu gehen, um den Raum zu verlassen, doch in einem Anfall frustrierter Wut stieß er mich. Ich stolperte rückwärts, meine nackten Füße rutschten ab. Ich konnte das Gleichgewicht nicht halten. Ich fiel hart, mein Körper verdrehte sich, und mein Oberarm prallte direkt gegen die scharfe Kante des Nachttischs.

Ein lauter Schrei entrang sich meiner Kehle, als ein blendender Schmerzschub meinen Arm hinunterfuhr. Ich schlug auf dem Boden auf, umklammerte meine Schulter, und Tränen des puren Schocks traten mir in die Augen.

Ich sagte kein Wort. Ich rappelte mich auf, hielt meinen pochenden Arm fest an meine Brust gedrückt und rannte aus dem Schlafzimmer.

Ich hörte nicht auf zu rennen, bis ich das Erdgeschoss erreichte, wo alle anderen schliefen. Ich ging in die Bibliothek. Das einzige Licht kam vom silbernen Mondlicht, das durch die hohen Glasfenster hereinströmte. Ich ging direkt zum Spirituosenwagen in der Ecke. Meine Hände zitterten so stark, dass die Karaffe gegen das Glas klapperte, als ich eine große Menge dunklen Whiskys einschenkte.

Ich hob das Glas an meine Lippen, bereit, den Alkohol meine Kehle verbrennen zu lassen.

„Schenk mir auch einen ein, Bella.“

Ich zuckte zusammen, ließ das Glas fallen und verschüttete Flüssigkeit überall. Ich wirbelte herum, mein Herz schlug mir bis zum Hals.

In der dunkelsten Ecke der Bibliothek, tief in einem Ledersessel versunken, saß Enzo.

Sein schwarzes Hemd war komplett aufgeknöpft und gab den Blick auf die dicken, tätowierten Muskeln seiner Brust frei. Er beobachtete mich, die Beine weit gespreizt, und wirkte in den Schatten völlig entspannt.

„Was machst du hier drin?“, hauchte ich mit zitternder Stimme.

Enzo antwortete nicht sofort, sondern stand langsam auf. Er war so groß, dass er den ganzen Raum zu füllen schien. Er kam auf mich zu, und je näher er kam, desto stärker spürte ich die rohe, magnetische Hitze, die von seinem Körper ausging.

Er blieb direkt vor mir stehen. Er blickte auf mein Gesicht herab, seine dunklen Augen musterten meine Züge. „Du zitterst“, stellte er fest, „hat dich mein perfekter Bruder zum Weinen gebracht?“

„Nein“, fuhr ich ihn wütend an und wischte mir eine Träne von der Wange. „Lass mich in Ruhe, Enzo.“

„Du bist viel zu temperamentvoll, um dich von so einem kalten Mistkerl wie ihm wie einen Fußabtreter behandeln zu lassen“, sagte Enzo und trat noch einen Schritt näher. „Du hättest sehen sollen, wie du beim Abendessen geschaut hast. Du wolltest ihn umbringen, das hat mir gefallen.“

Er streckte die Hand aus, um mich näher zu sich zu ziehen. Seine große Hand schloss sich fest um meinen Oberarm. Genau über der Stelle, die Matteo mir in das Holz gerammt hatte.

Ich stieß ein scharfes, schmerzverzerrtes Zischen aus, zuckte heftig zusammen und zog meinen Körper von ihm weg. Enzo erstarrte. Der kokette, selbstgefällige Ausdruck verschwand vollständig aus seinem Gesicht. 

In einem Bruchteil einer Sekunde veränderte sich seine gesamte Haltung, er trat in meinen persönlichen Raum, packte mein Handgelenk und zog mich sanft nach vorne, bis das Mondlicht auf meinen Arm fiel. 

Der Ärmel meines Seidenmantels war heruntergerutscht. Dort, direkt auf meiner blassen Haut, bildete sich ein riesiger, dunkelvioletter Bluterguss.

Enzo starrte ihn an. Sein Kiefer war so fest zusammengebissen, dass ich dachte, seine Zähne würden zerbrechen. Seine Augen wurden pechschwarz. „Tut es weh?“, fragte er. Seine Stimme klang jetzt ganz anders. Es war ein leises Grollen.

Ich blickte zu seinem Gesicht auf und versuchte, meine Schutzmauer aufrechtzuerhalten. „Nein.“

Enzo wusste, dass ich log, und streckte seine andere Hand aus. Seine Finger fuhren sanft über die unverletzte Haut direkt um den dunklen Bluterguss herum. Seine Berührung war so sanft, so unglaublich vorsichtig. Es war ein Moment purer, aufrichtiger Fürsorge, den ich seit zwei ganzen Jahren nicht mehr gespürt hatte. 

„Er ist ein toter Mann“, flüsterte Enzo vor sich hin, während sein Daumen sanft über meine Haut strich.

Bevor ich überhaupt begreifen konnte, was er gesagt hatte, war der sanfte Moment vorbei; Enzo trat plötzlich vor, sein massiger Körper drängte sich an mich. Er drängte mich mit entschlossenen Schritten zurück, bis mein Rücken gegen das Bücherregal stieß. Er drückte mich dort fest, presste seine Brust gegen meine.

Ich schnappte nach Luft, mein Kopf fiel gegen die Bücher zurück, während sich seine Hüften perfekt an meine schmiegten. „Du bist gerade so wütend, dass du zitterst“, murmelte Enzo, sein Mund schwebte direkt über meinen Lippen. „Ich kann es spüren, Bella. Du willst die ganze Welt auseinanderreißen.“

„Enzo …“, hauchte ich, meine Hände legten sich auf seine nackte Brust. Ich wollte ihn wegstoßen, doch stattdessen krallten sich meine Finger in seinen warmen Muskel.

Seine große Hand glitt meinen Bauch hinunter und schob sich direkt unter den Saum meines Seidenmantels. Seine Handfläche fühlte sich glühend heiß an meinem nackten Oberschenkel an, ich keuchte laut, als seine Finger höher wanderten und die empfindliche Haut zwischen meinen Beinen fanden.

Ich trug keine Unterwäsche, ich hatte mir nach dem Duschen nicht die Mühe gemacht, welche anzuziehen.

Enzo lachte leise und verschmitzt an meinem Mund. „Du fühlst dich an wie ein Feuer, das darauf wartet, zu lodern.“

Seine langen Finger fanden meine Mitte, ich war bereits feucht. 

Mein Körper hatte mich von dem Moment an verraten, als er im Dunkeln zu mir sprach. Er drückte seinen Daumen direkt gegen meine empfindlichste Stelle und rieb, wobei er genau den richtigen Druck ausübte.

Ein lautes, unkontrolliertes Stöhnen entrang sich meiner Kehle. Ich bog meinen Rücken durch und presste mich verzweifelt gegen seine Hand.

„Genau so“, ermutigte Enzo mich, seine Stimme rau vor eigener Lust. Er beugte sich vor, seine Lippen hinterließen heiße Küsse auf meinem Hals, er biss sanft an meiner Halsschlagader. „Spür, wie feucht du für mich bist. Du tropfst, Bella.“

Er schob zwei Finger in mich hinein. Ich schrie auf, meine Fingernägel gruben sich tief in seine Schultern. Er war so geschickt, hatte alles vollkommen unter Kontrolle. Er begann, seine Finger in einem langsamen, tiefen Rhythmus zu bewegen, der meine Zehen krümmen ließ. Sein Daumen übte eine unerbittliche Reibung aus, die meine Sicht verschwimmen ließ.

Sein heißer Atem strich über mein Ohr. Er bewegte seine Hüften, presste seine dicke, harte Erektion durch seine Jeans gegen meinen Bauch und ließ mich genau spüren, was er mit mir machen wollte. „Du bist ein versautes, leidenschaftliches Mädchen, das seit Jahren hungert. Du willst benutzt werden, du willst angebetet werden.“

„Ja“, schluchzte ich und verlor völlig den Verstand. Die Lust sammelte sich schwer in meinem Bauch, ich war so nah dran. Die Erlösung war zum Greifen nah, schwebte doch gerade noch außer Reichweite. „Bitte, Enzo. Bitte.“

Gerade als ich über den Rand kippen wollte, gerade als sich meine Muskeln zusammenzogen, um diese explosive Erlösung zu finden …

hörte Enzo auf.

Er zog seine Hand ganz zurück, trat einen Schritt zurück und nahm seine ganze köstliche Hitze mit sich.

Ein erbärmliches Wimmern entfuhr meinen Lippen, und meine Knie gaben tatsächlich nach. Ich klammerte mich an das Bücherregal, um nicht zu fallen, meine Brust hob und senkte sich heftig, während ich ihn mit wilden, verwirrten Augen anstarrte. „Warum?“, wimmerte ich.

Er trat einen Schritt zurück. „Wenn du dich wirklich lebendig fühlen willst, Bella …“, sagte er leise, während seine Augen sich in meine brannten. „Du weißt, was zu tun ist, geh und denk darüber nach.“

Er drehte sich um und ging aus der Bibliothek hinaus; in dem Moment, als er verschwunden war, versagten meine Beine völlig. Ich rutschte das Bücherregal hinunter, bis ich auf dem Boden landete.

Ich starrte in den leeren, dunklen Raum, während sich meine Gedanken wild drehten.

Wie zum Teufel bin ich in dieses Chaos geraten?

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