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Blair Schrie

Author: Irewrites
last update publish date: 2026-06-17 02:10:16

BLAIR SCHRIE

Blair schrie, und mein Herz blieb beinahe stehen.

„Mommy!“

„Ich bin hier“, sagte ich sofort und zog sie fester in meine Arme, während Panik in meiner Brust explodierte.

Der Flur draußen brach im selben Moment in Lärm aus — schwere Schritte. Stimmen, die durcheinander schrien. Unten krachte etwas so heftig, dass das Gebäude leicht bebte.

Für einen schrecklichen Moment bewegte sich niemand in der Wohnung.

Dann fluchte Beck scharf unter seinem Atem.

„Wir müssen gehen. Jetzt.“

Irgendwo neben mir klickte eine Taschenlampe an und beleuchtete für einen kurzen Moment Coles Gesicht.

Sein Ausdruck wirkte kälter, als ich ihn jemals gesehen hatte.

„Hinterausgang?“ fragte er Beck.

„Es gibt einen über die Servicetreppe.“

Bella packte sofort meinen Arm.

„Layla, beweg dich.“

Mein Gehirn hatte Mühe, zu begreifen, was gerade passierte.

Das konnte nicht real sein.

Das war meine Wohnung.

Mein Zuhause.

Und plötzlich stürmten Leute das Gebäude, als wären wir Flüchtige.

Ein weiterer lauter Knall hallte von unten herauf.

Diesmal näher.

Blair vergrub ihr Gesicht weinend an meinem Hals, während ich mich zwang, meine Beine zu bewegen.

Beck führte den Weg durch die dunkle Wohnung, während Cole direkt neben mir blieb, als hätte er Angst, dass uns jemand auseinanderreißen könnte, wenn er nur einen Moment wegsah.

Diese Nähe erschütterte mich mehr, als sie sollte.

Denn trotz allem erinnerte sich ein Teil von mir immer noch daran, wie Sicherheit sich neben ihm angefühlt hatte.

Ich hasste diesen Teil von mir.

Die Notlichter flackerten schwach rot, als Beck die hintere Servicetür aufstieß, die zu einem schmalen Treppenhaus führte.

Die Luft roch feucht und metallisch.

„Beeilung“, zischte er leise.

Bella ging zuerst.

Ich folgte sofort mit Blair in meinen Armen, während Cole hinter uns blieb.

Das Treppenhaus war dunkel, nur alle paar Stockwerke leuchteten schwache Notlichter.

Meine Absätze rutschten leicht auf den Betonstufen, während wir hastig nach unten liefen.

Über uns wurde plötzlich laut eine weitere Tür aufgestoßen.

Mein Puls schoss sofort hoch.

„Sie sind oben!“ rief jemand schwach.

Angst kroch heftig durch meinen Magen.

Wer waren diese Leute?

Reporter?

Oder etwas Schlimmeres?

Der anonyme Anruf spielte sich wieder in meinem Kopf ab.

Du hättest dieses Kind niemals bekommen dürfen.

Ich verfehlte fast eine Stufe.

Coles Hand fing sofort meinen Ellbogen und hielt mich fest.

„Vorsicht.“

Die Wärme seiner Berührung schoss durch mich, bevor ich es stoppen konnte.

Ich zog mich sofort zurück.

„Mir geht’s gut.“

Sein Kiefer spannte sich leicht an, aber er ließ los.

Momente später erreichten wir das Erdgeschoss.

Beck öffnete vorsichtig die Servicetür einen Spalt und prüfte draußen.

„Alles frei.“

Der Regen traf meine Haut in dem Moment, als wir in die Gasse hinter dem Gebäude traten.

Der Sturm hatte wieder eingesetzt, heftiger diesmal, und tränkte die Stadt in silbernen Schleiern.

Ein schwarzer SUV wartete am Bordstein, der Motor lief bereits.

Ryan stand daneben.

Erleichterung huschte über sein Gesicht, als er uns sah.

Dann fiel sein Blick auf Blair.

Etwas wurde kurz weich in seinem Ausdruck, bevor es wieder verschwand.

„Steigt ein“, sagte er dringend.

Niemand widersprach.

Bella kletterte zuerst nach hinten, während ich mich neben sie setzte und Blair eng an meine Brust drückte.

Cole stieg nach mir ein, während Beck auf dem Beifahrersitz neben Ryan Platz nahm.

Die Türen knallten zu.

Und Sekunden später raste der SUV durch die regennassen Straßen von Lagos.

Schwere Stille füllte das Auto, nur Blairs leises Weinen war zu hören.

Ich strich sanft durch ihre Locken.

„Es ist okay, Baby.“

Aber ehrlich gesagt fühlte sich nichts mehr okay an.

Ryan fuhr aggressiv durch den Verkehr und kontrollierte ständig die Spiegel.

„Wurdet ihr verfolgt?“ fragte Beck.

„Ich habe einen an der Brooklyn Bridge verloren.“

Mein Magen zog sich zusammen.

Das waren keine Reporter.

Reporter jagten keine Menschen mitten in der Nacht durch New York.

Ich sah Cole scharf an.

„Was passiert hier?“

Sein Gesicht verdunkelte sich.

„Wir versuchen, das herauszufinden.“

„Das ist keine Antwort.“

„Es ist die einzige, die ich im Moment habe.“

Frustration brannte sofort in mir auf.

„Das hat angefangen, nachdem deine Familie wieder in mein Leben aufgetaucht ist.“

Ryan warf mir kurz einen Blick durch den Spiegel zu.

„Layla—“

„Nein. Auf keinen Fall.“

Meine Stimme zitterte jetzt stärker.

„Jemand ist in meine Wohnung eingebrochen. Jemand hat mich angerufen und über meine Tochter gesprochen, als wäre sie irgendein Fehler. Und jetzt werden wir mitten in der Stadt verfolgt.“

Blair regte sich wieder bei der Spannung in meiner Stimme.

Ich wurde sofort sanfter.

„Tut mir leid, Baby.“

Neben mir wurde Cole ganz still.

„Was genau hat der Anrufer gesagt?“

Ich zögerte.

Irgendetwas daran, die Worte laut zu wiederholen, ließ sie noch gefährlicher wirken.

„Er hat gefragt, ob du mir erzählt hast, was mein Vater wirklich getan hat.“

Verwirrung blitzte sofort in Ryans Gesicht auf.

Aber Cole sah wütend aus.

Eis glitt langsam meine Wirbelsäule hinunter.

„Du weißt etwas.“

Er sah weg zum regennassen Fenster.

„Cole.“

Immer noch nichts.

Meine Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

„Sag mir die Wahrheit.“

Das Schweigen zog sich zu lange hin.

Schließlich sprach Ryan stattdessen.

„Vor Jahren hat dein Vater mit der West Group an einem privaten Erweiterungsprojekt gearbeitet.“

Ich runzelte die Stirn.

„Mein Vater war Architekt.“

„Er war mehr als das.“

Etwas in mir verdrehte sich unruhig.

„Was soll das heißen?“

Ryans Griff um das Lenkrad wurde fester.

„Er entdeckte finanzielle Unregelmäßigkeiten, die mit mehreren mächtigen Investoren verbunden waren, die mit dem Unternehmen zu tun hatten.“

Mein Puls verlangsamte sich seltsam.

Kalte Erkenntnis schlich sich Stück für Stück ein.

„Was für Unregelmäßigkeiten?“

Ryan zögerte.

Cole antwortete leise.

„Geldwäsche.“

Das Wort traf mich wie Eiswasser.

Ich starrte ihn ungläubig an.

„Nein.“

„Es wurde nie öffentlich bewiesen“, sagte Cole schnell.

„Dein Vater drohte, die Beteiligten zu entlarven, bevor er starb.“

Mein Atem wurde sofort unregelmäßig.

Mein Vater starb bei einem Autounfall.

Das war es, was man mir mein ganzes Leben lang erzählt hatte.

Das war es, was mir jeder nach der Beerdigung gesagt hatte.

„Was willst du damit sagen?“ flüsterte ich.

Niemand antwortete sofort.

Und dieses Schweigen machte mir mehr Angst als jede Erklärung.

Der Regen hämmerte stärker gegen die Fenster des SUVs, während wir tiefer in die Stadt fuhren.

Schließlich sprach Bella leise neben mir.

„Layla…“

Aber ich konnte sie nicht ansehen.

Ich sah Cole an.

Den Mann, dem ich einmal jedes zerbrechliche Stück meines Herzens anvertraut hatte.

„Ist mein Vater wegen deiner Familie gestorben?“

Schmerz huschte sofort über sein Gesicht.

„Es ist nicht so einfach.“

„Das ist kein Nein.“

„Nein“, gab er leise zu.

Meine Brust brach in sich zusammen.

Für einen Moment vergaß ich wirklich, wie man atmet.

Alles fühlte sich plötzlich unwirklich an—

der Sturm,

die Verfolgung,

die Angst,

und jetzt mein Vater.

Blair bewegte sich wieder schläfrig an mir und holte mich zurück, bevor die Panik mich vollständig verschlingen konnte.

Ich hielt sie automatisch fester.

Und plötzlich traf mich ein weiterer schrecklicher Gedanke.

Wenn mein Vater wirklich deswegen gestorben war—

worin genau hatte ich meine Tochter hineingezogen?

Ein schrilles Klingeln zerschnitt plötzlich die Stille.

Becks Handy.

Er nahm sofort ab.

„Sprich.“

Was auch immer die Person sagte, ließ ihn völlig erstarren.

„Ryan“, sagte er leise, „nimm die nächste rechts.“

Ryan runzelte die Stirn.

„Warum?“

„Weil wir ein Problem haben.“

Etwas Kaltes legte sich in meinen Magen.

„Was für ein Problem?“ fragte Bella.

Beck drehte sich langsam auf seinem Sitz zu uns um.

Sein Gesicht war düster.

„Wir werden eingekesselt.“

In dem Moment, als er es sagte, erschienen Scheinwerfer hinter uns.

Dann zog ein weiteres Fahrzeug neben den SUV.

Schwarz.

Getönte Scheiben.

Noah fluchte scharf.

Das Auto hinter uns beschleunigte plötzlich.

Und krachte direkt in das Heck des SUVs.

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