Mag-log inCELINE (Wolf: Casey) Wir waren im Handumdrehen zu Hause. Ich war aus dem Auto, bevor es überhaupt richtig stand, und stürzte direkt durch die Haustür. Tante Ruby kam gerade aus der Küche, eine dampfende Tasse vorsichtig in beiden Händen. In dem Moment, in dem sie mich sah, strahlte ihr ganzer, ausdrucksvoller Blick auf. „Gott sei Dank bist du zurück“, sagte sie und kam bereits auf mich zu. „Hier. Trink das, bevor es kalt wird.“ Ich musterte die Tasse, als hätte sie mir persönlich etwas angetan. „Was ist das?“ „Kräuter.“ Sie sagte es so, als würde das alles erklären. „Kräuter wofür?“ „Für das Zeug, das immer noch in deinem System sitzt.“ Sie hielt inne und musterte mein Gesicht mit einer ruhigen Ernsthaftigkeit, die so gar nicht zu ihrer sonstigen Herzlichkeit passte. „Und für deinen vergifteten Wolf.“ Ich blinzelte sie an. Einmal. Zweimal. Mein Gehirn brauchte volle drei Sekunden, um zu begreifen, was sie da gerade gesagt hatte. „Wie bitte – vergiftet?“ „Mm-hm.“ Sie nickte.
CELINE (Wolf: Casey) Ich starrte eine volle Minute lang auf mein Telefon und versuchte mit aller Kraft, die Textnachricht allein dadurch verschwinden zu lassen, dass ich mich weigerte, wegzusehen. Der Name, der dort stand, war der letzte, den ich erwartet hatte. Wie zum Teufel ist sie an meine Nummer gekommen? Meine Gedanken wanderten sofort zu Rythan. Er musste sein Telefon so unvorsichtig herumliegen gelassen haben, dass sie meine Kontaktdaten daraus bekommen konnte. Das passte ins Bild. Bei dieser Familie schien einfach alles auf Schlamperei zu beruhen. „Und etwas Wichtiges – was sollte das denn heißen?“ Ich wandte mich nach innen. „Hey, Casey. Hast du eine Ahnung, was sie will?“ Stille. Nichts als das Summen meiner eigenen Gedanken, die zu mir zurückhallten. Eine weitere Nachricht vibrierte herein. RUF MICH AN. Ich schnaubte laut auf. „Meint die das eigentlich ernst?“ „Casey, glaubst du nicht, wenn es wirklich so ernst wäre, hätte sie es einfach in die Nachricht geschrie
CELINERolan hatte den ganzen Nachmittag absolut nichts getan — er hat einfach nur darauf gewartet, dass ich nach unten komme.Chloe trat neben mir die Treppe herunter.Wir hatten den besseren Teil des Tages in meinem Zimmer verbracht; wir beide hatten es uns wie alte Freunde gemütlich gemacht, so als ob das alles überhaupt nicht seltsam wäre.Chloe hatte sich geweigert zu gehen, und darauf bestanden, dass sie bleiben wollte, um mich emotional durch alles hindurch zu unterstützen.Luna Ruby hatte zugestimmt, Platz für sie zu machen — das Haus war gewiss groß genug, um eine Person mehr aufzunehmen, ohne dass es jemandem auffiel.Komisch, dachte ich, während ich beobachtete, wie sie über etwas lachte, das Rolan gesagt hatte, noch bevor wir die unterste Stufe erreicht hatten.Wie leicht sich „Unterstützung“ in eine Ausrede verwandelt, nah genug dran zu bleiben, um alles zu beobachten, was ich tue.In den letzten Tagen war sie vorsichtig mit mir gewesen — viel zu vorsichtig. Jedes Wort, d
RYTHAN BLACKTHORNE (Wolf: Razhan)Die Tür sprang auf.Ich drehte mich gerade um, als Kythan und Zithan eintraten. Zithans Gesicht war voller Verwirrung, während sein Blick von meinem Kopf bis zu meinen Zehen glitt.„Ich dachte, du wolltest noch im Büro vorbeischauen. Warum bist du stattdessen nach Hause gekommen? Ich habe auf dich gewartet“, sagte er.Ich schüttelte den Kopf und stieß einen schweren Seufzer aus. „Es ist etwas passiert. Ich musste zurückfahren.“Es gab keine Möglichkeit, dass ich mit diesem brennenden Gefühl im Körper ins Büro hätte gehen können.Kythans Nase zuckte. Er schnüffelte immer wieder an der Luft, seine Augen musterten den Raum, als würde er nach der Quelle eines fremden Geruchs suchen.Zithan bemerkte es. „Heh“, rief er, um ihn abzulenken. „Was machst du da?“Kythan ignorierte ihn. Er stand von meinem Bett auf, auf dem er gesessen hatte, und ging direkt auf die Kleidung zu, die ich bei Deilala getragen hatte. Er hob sie auf, hielt sie an seine Nase und atmet
RYTHAN BLACKTHORNE (Wolf: Razhan) Ich schluckte. „Du hast uns also all die Jahre lang aufgenommen?“ Meine Stimme sank zu einem leisen, gefährlichen Flüstern herab. Sie stieß ein lautloses, schamloses Lachen aus. „Wer würde das nicht?“ Sie breitete die Arme aus und kam dann auf mich zu, mit schwingenden Hüften, bis sie beide Handflächen auf meine Brust legte. „Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht, Rythan … sieh dich doch nur um.“ Ihre Stimme wurde weich und verlockend, als ihr Blick zu der Wand huschte, auf der der Projektor noch immer lief. Vor allem diese eine Szene – wie ich sie während eines unserer Urlaube hart am Strand nahm, ihre Beine um meine Taille geschlungen, während sie meinen Namen schrie, während hinter uns die Wellen brachen. Das war eine unserer wildesten Nächte gewesen. Zum ersten Mal verzog sich mein Gesicht vor purer Ekel über all das, was ich getan hatte. „Wirst du das alles wirklich vergessen?“ Ihre Stimme bebte, aber die Drohung dahinter war unübe
RYTHAN BLACKTHORNE (Wolf: Razhan)Ihr Gesicht flackerte – verletzt, schnell und echt für eine halbe Sekunde –, bevor sie es wieder glättete. Ich fühlte fast so etwas wie Mitleid dabei.Fast. Dann erinnerte ich mich daran, dass hier eine verheiratete Frau in einem Hotelzimmer stand und Kerzen für einen Mann anzündete, der nicht ihr Ehemann war.Jedes Mitgefühl, das ich gerade empfinden wollte, gerann zu etwas, das eher an Ekel grenzte.„Warum gehst du mir aus dem Weg, Rythan?“, fragte sie und verschränkte die Arme vor der Brust, als bräuchte sie etwas zum Festhalten.„Ich habe ein Leben, Dilala. Ich bin beschäftigt. Du hast einen Ehemann und deine eigene Familie, auf die du dich konzentrieren solltest. Tu das, statt hinter mir herzuseufzen.“Ihr Kiefer spannte sich an. „Dich will ich. Ich werde dich nicht in Ruhe lassen. Niemals.“„Du bist krank.“ Ich stand auf, fertig mit der Unterhaltung, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte.Sie bewegte sich schnell, stellte sich mir in den We







