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Öffne die Tür nicht
Öffne die Tür nicht
Autor: Zara Everly

Kapitel 1

Autor: Zara Everly
last update Data de publicação: 2026-11-04 23:04:18

„Mama! Ethan hat meinen letzten Pfannkuchen gegessen!“

Maya Bennett schloss die Augen.

Es war kaum sieben Uhr morgens.

„Kath, ich habe sechs Pfannkuchen gemacht. Es liegen noch zwei auf dem Teller.“

„Das sind nicht meine!“

Aus der Küche drang das unverkennbare Geräusch von Ethans Lachen.

„Wem gehören sie dann?“

„Dir!“

„Genau. Und ich habe meine gegessen.“

„Du lügst!“

Maya seufzte, stieß die Schlafzimmertür auf und trat in den Flur.

„Könnt ihr beiden einen Morgen überstehen, ohne euch zu streiten?“

„Nein“, antwortete Ethan aus der Küche.

Im selben Moment tauchte Kath auf, die kleinen Arme vor der Brust verschränkt. Ihre Haare waren zu zwei ungleichmäßigen Pferdeschwänzen zusammengebunden; einer hatte sich bereits gelockert.

„Er hat meinen genommen.“

„Ich wusste gar nicht, dass Pfannkuchen Namen haben“, entgegnete Ethan.

„Haben sie aber, wenn sie auf meinem Teller liegen!“

Maya musste lächeln.

„Ihr beiden, jetzt reicht’s. Kath, komm und iss den Rest. Ethan, hör auf, deine Nichte zu provozieren.“

„Sie ist deine Tochter, nicht meine Nichte.“

„Dann hör auf, dich wie ihr Bruder zu benehmen.“

Ethan lachte erneut.

Mit neunzehn war er bereits größer als Maya – eine Tatsache, die er bei jeder Gelegenheit erwähnte. Er war ihr jüngerer Bruder, doch aufgrund des Größenunterschieds hielten Fremde sie oft für gleichaltrig.

Maya trug schon seit Jahren die Verantwortung für ihn. Nach dem Tod ihrer Eltern hatten die beiden gelernt, sich aufeinander zu verlassen. Dann kam Kath dazu, und Mayas Verantwortung verdoppelte sich.

Sie hätte keinen von beiden gegen irgendetwas auf der Welt eingetauscht.

„Bringst du mich heute zur Schule?“, fragte Kath und kletterte auf einen Stuhl.

„Natürlich.“

„Und was ist mit Ethan?“

„Er hat seine eigenen Pläne.“

Ethan blickte von seinem Handy auf. „Ich habe auch ein Leben, weißt du.“

„Wunderbar. Versuch doch mal, es dafür zu nutzen, den Abwasch zu erledigen.“

Er warf ihr einen gekränkten Blick zu. Maya stellte ein Glas Milch vor Kath ab und sah auf die Uhr. Ihr Morgen hinkte bereits dem Zeitplan hinterher.

Draußen erwachte Greyford wie gewohnt. Autos füllten die Straßen, Ladenbesitzer zogen ihre Rollläden hoch, und Fußgänger eilten zur Arbeit. Vom Balkon aus wirkte die Stadt ganz gewöhnlich.

Genau das gefiel Maya daran.

Gewöhnlich bedeutete vorhersehbar.

Sie hatte kein Interesse an Aufregung. Sie wollte Kath zur Schule bringen, nach Hause zurückkehren, ihre Arbeit erledigen und vielleicht den Abend damit verbringen, gemeinsam mit ihrer Familie einen Film anzusehen.

Einfache Dinge.

Ihr Handy vibrierte.

Eine Benachrichtigung einer Nachrichten-App erschien.

NEUE STUDIE: BELIEBTES MITTEL ZUR STEIGERUNG DER KOGNITIVEN LEISTUNGSFÄHIGKEIT RÜCKT IN DEN FOKUS JUNGER BERUFSTÄTIGER.

Maya warf einen kurzen Blick auf die Schlagzeile, bevor sie die Meldung wegklickte.

In letzter Zeit war sie überall auf Werbeanzeigen für das Produkt gestoßen. Es hieß Nexora – ein Nahrungsergänzungsmittel, das damit beworben wurde, die Konzentration zu steigern und dabei zu helfen, über längere Zeit produktiv zu bleiben.

Ethan hatte es einmal erwähnt.

Ihm zufolge nutzten es manche Studierende, um während der Prüfungsvorbereitung wach zu bleiben.

Maya hatte ihn sofort davor gewarnt, es anzurühren; sie hielt nichts von Mitteln, die Abkürzungen zu besserer Leistung versprachen.

„Liest du gerade Nachrichten?“, fragte Ethan.

„Nur eine Werbeanzeige.“

Er beugte sich vor, um einen Blick darauf zu werfen.

„Nexora. Davon habe ich schon gehört.“

„Natürlich hast du das.“

„Man sagt, es funktioniert.“

„Man sagt so einiges. Iss erst mal dein Frühstück auf.“

Er verdrehte die Augen.

Maya räumte die leeren Teller ab und trug sie zum Spülbecken.

Ein paar Minuten später waren sie abfahrbereit.

Kath hielt Mayas Hand, als sie nach draußen traten. Ethan folgte ihnen, den Rucksack über einer Schulter.

„Vergiss meine Zeichnung nicht!“, erinnerte Kath ihn.

„Welche Zeichnung?“

„Die, die ich dir gestern gegeben habe.“

„Ach so. Die.“

„Du sollst sie in dein Zimmer hängen.“

„Ich habe noch keinen Rahmen dafür gefunden.“

Kath dachte kurz darüber nach und nickte dann. „Na gut. Aber verlier sie nicht.“

„Werde ich nicht.“

Maya beobachtete den Austausch mit stiller Belustigung.

Am Eingang ihres Wohnhauses kämpfte Mrs. Carter, eine ihrer Nachbarinnen, mit zwei Einkaufstüten.

„Guten Morgen, Maya.“

„Guten Morgen. Lassen Sie mich Ihnen helfen.“

„Oh, danke, meine Liebe.“

Maya nahm eine der Tüten und half ihr, sie hineinzutragen.

„Hast du schon gehört, was in der Innenstadt los ist?“, fragte Mrs. Carter.

Maya sah sie an. „Was ist passiert?“

„Irgendetwas am zentralen Busbahnhof. Meine Tochter sagte, es habe eine Schlägerei gegeben. Mehrere Leute wurden verletzt.“

Ethan zeigte sofort Interesse.

„Was für eine Schlägerei?“

„Ich weiß es nicht, mein Lieber. Sie sagte, die Leute hätten einander angegriffen.“ „Wahrscheinlich wieder eine Schlägerei auf der Straße“, sagte er.

Mrs. Carter schüttelte den Kopf. „Das dachte ich auch, aber anscheinend musste die Polizei Gewalt anwenden, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.“

Maya rückte die Einkaufstasche in ihrer Hand zurecht.

„Na ja, ich hoffe, niemand wurde ernsthaft verletzt.“

„Ich auch.“

Sie verabschiedeten sich voneinander.

Maya ging weiter in Richtung Auto, ohne zu ahnen, dass dieses kurze Gespräch ihr bald nicht mehr aus dem Kopf gehen würde.

Sie setzte Kath an der Schule ab und fuhr mit Ethan nach Hause, der beschlossen hatte, den Vormittag dort zu verbringen.

Gegen Vormittag wurde es in der Stadt immer lauter.

Sirenen ertönten auf der Hauptstraße.

Dann noch eine.

Und noch eine.

Maya blickte zum Fenster.

Sie hatte sich gerade gefragt, warum so viele Einsatzfahrzeuge unterwegs waren, als ihr Fernseher das laufende Programm unterbrach.

Ein Nachrichtensprecher erschien auf dem Bildschirm.

„Die Behörden untersuchen eine Reihe gewalttätiger Vorfälle, die sich heute Morgen in ganz Greyford ereignet haben. Die Anwohner werden gebeten, die betroffenen Gebiete zu meiden, während die Einsatzkräfte vor Ort sind.“

Neben dem Sprecher erschien ein Foto.

Es zeigte einen Mann, der von drei Polizisten festgehalten wurde.

Sein Hemd war blutverschmiert.

Sein Mund stand offen, und sein Gesicht war zu einem Ausdruck verzerrt, der eher nach Wut als nach Schmerz aussah.

Maya senkte langsam die Fernbedienung.

„Was um alles in der Welt ist mit ihm passiert?“

Der Sprecher fuhr fort.

„Mehrere Zeugen berichten, dass der Verdächtige mehrere Personen ohne erkennbaren Grund angegriffen hat. Die Behörden konnten die Ursache für dieses Verhalten noch nicht bestätigen.“

Maya griff nach ihrem Handy.

Bevor sie die Nachrichten-App öffnen konnte, erschien eine weitere Benachrichtigung.

Sie stammte von Kaths Schule.

Eltern und Erziehungsberechtigte werden gebeten, für weitere Informationen erreichbar zu bleiben.

Maya runzelte die Stirn.

Warum sollte die Schule so etwas verschicken?

Sie tippte auf die Benachrichtigung.

Doch noch bevor die Nachricht geladen werden konnte, sagte der Nachrichtensprecher etwas, das sie innehalten ließ.

„Inzwischen wurden mindestens vier weitere, ähnliche Vorfälle aus verschiedenen Teilen der Stadt gemeldet.“

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Último capítulo

  • Öffne die Tür nicht    Kapitel 7

    Mehrere Minuten lang hielt Maya alle vom Eingang fern. Die Stimme draußen war verstummt, doch die Ungewissheit, die sie umgab, beunruhigte Maya noch mehr als das Klopfen selbst.Ethan lief unruhig zwischen Wohnzimmer und Küche hin und her und schaute alle paar Sekunden auf sein Handy.„Immer noch kein Netz“, murmelte er.„Versuch es noch einmal beim Sicherheitsdienst der Wohnanlage.“„Habe ich schon. Niemand geht ran.“„Versuch es bei der Notrufnummer.“Er warf ihr einen frustrierten Blick zu. „Maya, das habe ich auch schon versucht.“Sie verstand seinen Frust, doch die Geduld zu verlieren, würde niemandem helfen. Sie ging in die Küche, füllte drei Gläser mit Wasser, stellte eines vor Kath ab und setzte sich dann neben sie.„Trink ein wenig, mein Schatz.“Kath nahm das Glas, rührte es aber kaum an.„Kommt die böse Frau wieder?“Maya sah ihre Tochter mitleidsvoll an.„Ich weiß es nicht, Liebling, aber unsere Tür ist abgeschlossen. Hier drinnen bist du sicher.“„Können wir Oma anrufen?“

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