Lena hatte ohnehin nicht damit gerechnet, dass dieses Treffen harmonisch enden würde. Also ließ sie alle Vorsicht fahren und sprach geradeheraus: „Ist es etwa nicht so? Zur Welt bringen und sich dann nicht kümmern. Wenn es eine Tochter ist, umso besser – man gibt ihr zu essen, gibt ihr zu tragen, und das war’s. Wenn sie in der Schule nicht spurt, kriegt sie eine Ohrfeige, und man sagt ihr, sie soll keinen Ärger machen. Danach ist sie brav, und selbst wenn ihr Unrecht getan wird, sagt sie nichts mehr.“Heike verstand sehr wohl, dass jedes einzelne Wort auf sie gemünzt war. Vor Wut kochend griff sie nach dem Besen, der neben ihr lehnte, und holte damit aus: „Dir ist wohl gar nichts mehr heilig!“Tobias stellte sich schützend vor Lena.Doch Lena war alles egal. Sie trat an ihm vorbei und ging dem Besen direkt entgegen: „Dann schlag doch zu! Ich hab euch sowieso längst satt. Wenn ich euch gebraucht habe, habt ihr euch nie um mich gekümmert, und jetzt tut ihr so, als würdet ihr euch um m
Read more