Élise Der Tag ist angebrochen, ohne dass ich es bemerkt habe. Die Nacht war endlos. Wie alle, die vorausgegangen sind und folgen werden. Ich habe kein Auge zugetan. Ich habe Julien atmen hören, jeden Atemzug abgewogen, und ich wusste, dass er auch nicht schlief. Woran denkt er in diesen toten Stunden? An sie? An uns? Oder denkt er an gar nichts mehr, betäubt von der Schuld, die ihn zermalmt? Der Kaffee ist fertig, die Tasse vor mir leer. Er ist da, mir gegenüber. Der Blick verloren in einer Ecke des Zimmers, als suchte er einen Ort, um sich zu verstecken, eine Zuflucht vor mir, vor dem, was ich in seinen Augen geworden bin. Und dann, ohne Vorwarnung, grollt seine Stimme, tief, gebrochen: Julien — »Wie lange, glaubst du, werden wir das noch durchhalten?« Ich hebe den Kopf, überrascht. Seine Augen sind von Ringen umgeben, gerötet, hager. Élise — »Ich weiß es nicht…« Es ist die Wahrheit. Ich habe keine Ahnung. Wir leben wie zwei Fremde, zwei Überlebende einer Katastrophe, von de
Última actualización : 2026-05-18 Leer más