NoraDie Kälte des Glases an meiner Stirn ist ein eisiger Brand. Ein reales, scharfes Gefühl, das diesen Moment in einer Wirklichkeit verankert, die ich leugnen möchte. Meine Tränen ziehen salzige Bahnen auf meiner Haut, aber ich wische sie nicht weg. Ich lasse sie fließen, stumme Zeugen meines eigenen Schiffbruchs. Er hat gewonnen. Dieser Gedanke dreht sich endlos in meinem Schädel, wie ein stumpfes Messer, das am Knochen schabt. Er hat gewonnen, und dennoch, als ich das verzerrte Spiegelbild dieser Frau in der Scheibe betrachte, sehe ich keine Besiegte. Ich sehe eine Leere. Eine weiße, befleckte Seite, bereit, beschrieben zu werden.Ich drehe mich um, dem nun leeren Schreibtisch zugewandt, auf dem mein Körper zum Opfer dargebracht wurde. Die Luft riecht noch nach seinem Parfum, der kalten Seife und dieser animalischen Note, die an meiner Haut klebt. Ich atme tief durch. Es ist nicht der Geruch meiner Niederlage. Es ist der Geruch meiner Initiation. Er glaubte, mich zu zerbrechen, mi
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