Maëva Das Handtuch reibt meine Haut mit einer Brutalität, die an Selbstverstümmelung grenzt. Ich reibe, ich reibe noch mehr, als könnte ich die Erinnerung an seine Hände, an seinen Mund, an seinen Körper auf dem meinen tilgen. Aber das Wasser ist getrocknet und hat eine schuldbewusste Feuchtigkeit zurückgelassen, eine dumpfe Hitze, die zwischen meinen Schenkeln, auf meiner Brust, überall dort, wo er verweilt hat, fortbesteht. Das Handtuch riecht nach Sauberkeit, nach Lavendel, aber unter diesem häuslichen Duft glaube ich noch immer, den Geruch von ihm, von uns wahrzunehmen, eine moschusartige und salzige Mischung, die an meinen Nasenflügeln haftet. Das Weinen von Raphaël durchdringt erneut den Nebel meiner Sinne, schriller, beladen mit einer echten Not, die mir das Herz durchbohrt. Mein Baby. Mein Sohn. Seine kleine Stimme zerreißt die Schicht aus Scham, die mich erstickt. Ich muss gehen. Ich muss eine Mutter sein. Die Brust, die ihn nährt, die Arme, die ihn wiegen, die Stimme,
Last Updated : 2026-05-10 Read more