Die Straße zum Nördlichen Tempel zog sich lang und grau unter einem Himmel, der sich weigerte, aufzuklaren. Isolde ritt mit gesenktem Kopf, die Zügel schlaff in ihren Händen. Hinter ihren Augen spielte die Szene aus dem Fischerdorf ohne Gnade ab: Tomas’ Brust, die sich unter der dunklen Klinge öffnete, Maras Laterne, die zerbrach, als sie fiel, das nasse Geräusch von Stahl durch Fleisch. Ihre Mutter hatte sie gestoßen. Nicht aus Versehen. Nicht in Panik. Mit klarer Absicht.Helena ritt voraus, Haltung aufrecht, den Umhang eng gezogen. Sie schaute kein einziges Mal zurück auf die Tränen ihrer Tochter. Die Leibwächter hielten Formation. Roderick blieb dicht an Isoldes Seite, schweigend, die Wunde an seinem Arm noch vom Kampf verbunden. Er hatte einmal versucht zu sprechen.„Isolde“, hatte er leise gesagt. „Du musst das nicht allein tragen.“Sie hatte den Kopf geschüttelt. „Es gibt keine Worte, die groß genug sind.“Am späten Nachmittag erschien das belebte Dorf, seine Straßen dicht mit
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