Die Stille meines Büros war etwas Greifbares. Dunkles, geöltes Holz, der Geruch von altem Leder und die vertraulichsten Geschäftsbücher des Delyon-Imperiums. Es war das Zentrum meiner Welt, ein Heiligtum, in dem jede Variable kontrolliert wurde.Oder so war es, bis das private Telefon klingelte. Das Display zeigte Lenas Namen. Ein Mundwinkel hob sich leicht. Die Verzweiflung, wenn sie kommt, ist so vorhersehbar.Ich nahm ab.— Cassius.— Cassius, wir müssen reden. Jetzt. Es geht um Tristan. — Ihre Stimme war ein Stahlfaden, doch ich hörte es. Das winzige, fast unmerkliche Zittern am Ende der Worte. Das Geräusch der Angst, die versuchte, sich als Dringlichkeit zu tarnen.Conrad hatte zuvor schon angerufen, beinahe unverständlich, sein Bericht ein hysterisches Durcheinander aus abgetrennten Fingern und per Kurier zugestellten Schachteln. Pathetisch, aber informativ.— Mein Büro. In dreißig Minuten. — sagte ich und legte auf, ohne eine Antwort abzuwarten.Genau achtundzwanzig Minuten spä
Read more