Ich wusste nicht, wie lange ich schon rannte.Meine Lungen brannten, als hätte man Säure in meine Kehle gegossen. Meine Beine schrien bei jedem Schritt, meine Oberschenkel brannten vom ständigen Reiben. Das Kleid, das ich selbst genäht hatte, hing in Fetzen, verfangen in Ästen und Dornen. Blut tropfte aus den Schnitten an meinen Armen und im Gesicht.Aber ich konnte nicht anhalten. Ich würde nicht anhalten.Hinter mir hörte ich sie: die Renegaten. Sie verfolgten meine Fährte seit einer Stunde, vielleicht weniger. Die Zeit hatte jede Bedeutung verloren. Es gab nur noch Schmerz, Terror und den verzweifelten Drang, weiterzulaufen.„Ich rieche sie!“, rief eine männliche Stimme, rau und gierig. „Sie ist nah!“Meine Wölfin war noch zu verletzt, um sich zu regen. Die Zurückweisung hatte sie gelähmt und sie tief in mir zu einem Knäuel zusammengerollt, wo ich sie nicht erreichen konnte. Ich rannte auf menschlichen Beinen, mit menschlicher Geschwindigkeit, und ich wusste, dass es nicht reichen
Last Updated : 2026-06-03 Read more