Evelyns Freiheit roch nach Blut.Das war das Erste, was sie bemerkte, als sie endlich allein sein konnte.Es war kein fairer Gedanke.Vielleicht nicht einmal ein wahrer.Das Blut, das sie noch immer zu riechen glaubte, war mehr Erinnerung als Wirklichkeit. Joon-ho, Evelina, Daniele, die mit befleckter Klinge zurückgekehrt war, das Haus der Wölfe, das Schuld in den Ecken atmete. In dieser Woche hatte alles so sehr geblutet, dass die ganze Welt wie aus offenen Wunden gemacht wirkte.Und trotzdem war es dieser Geruch, den Evelyn fand, als sie die Tür des geliehenen Zimmers schloss und vor dem alten Spiegel an der Wand stehen blieb.Blut.Und Raum.Schrecklicher Raum.Der Fluch, der sie geteilt hatte, war verschwunden.Jahrelang hatte Evelyn etwas in sich gefangen gespürt. Ein Gewicht unter der Haut, ein seltsames Echo, eine zweite Anwesenheit, die nicht ganz Stimme war, nicht ganz Schatten, aber immer da, als Erinnerung daran, dass mit ihrer Seele etwas nicht stimmte. Eine Naht. Ein Riss
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