Evelina ging ohne groß nachzudenken zu Aislinns Gemach. Vielleicht war das das Problem. Seit sie im Schloss angekommen war, schien immer irgendetwas los zu sein. Angriffe, Zaubertränke, verletzte Wachen, Fossegrim im Garten, Enthüllungen über Namen, Reiche und Tode, die keineswegs tot blieben. Mit jeder neuen Information hatte Evelina das Gefühl, dass der Boden unter ihren Füßen ins Schwanken geriet, doch ehe sie sich an das neue Gleichgewicht gewöhnen konnte, tauchte eine andere Wahrheit auf, um sie erneut umzuwerfen. Trotzdem gab es eine Sache, die sie wollte. Aislinn sehen. Sie wusste nicht, ob um Erklärungen zu verlangen, um sich zu beschweren, um Trost zu finden oder einfach nur um sich zu vergewissern, dass sie da war – unversehrt, lebendig, real. Die Tür zum Gemach der Königin stand einen Spalt breit offen. Evelina klopfte leise, wartete aber keine Antwort ab. Sie drückte die Tür auf und trat ein. „Aislinn?“ Die Frau vor dem Spiegel wandte das Gesicht um. Ev
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