Die Jahre fielen wie Blätter vom Schattenbaum, langsam zuerst, dann in einem sanften, unaufhaltsamen Strom. Der Baum wuchs nicht mehr so wild wie in den ersten Sommern nach der Nacht der Wahl. Seine Äste streckten sich jetzt bedächtiger, die silbernen Adern in den Blättern wurden feiner, fast durchsichtig, als würde das Licht hindurchscheinen und nicht reflektiert werden. Die Früchte kamen seltener, aber wenn sie fielen, schmeckten sie intensiver: nach einem bestimmten Lachen, nach einem bestimmten Regen, nach einem bestimmten Blick, den jemand vor langer Zeit geworfen hatte. Niemand aß sie mehr sofort. Man hob sie auf, legte sie in kleine Schalen aus gebranntem Ton, ließ sie trocknen, bis sie hart wurden wie Perlen. Dann trug man sie bei sich, in Taschen, an Schnüren um den Hals, als stille Begleiter.Eira war jetzt zwölf. Ihre Haare reichten bis zur Hüfte, dunkel mit silbernen Strähnen, die im Sonnenlicht glänzten wie die Adern des Baums. Sie ging barfuß über den Hof, auch im Winter
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