Die Bäume hatten aufgehört zu zählen. Niemand wusste mehr, wie viele es waren. Manche standen allein auf kahlen Hügeln, wo der Wind sie bog, ohne sie je zu brechen. Andere wuchsen in Gruppen, Kronen ineinander verschränkt wie Hände, die sich nie loslassen wollten. Wieder andere hatten sich in die Ränder von Städten geschlichen, zwischen Stein und Beton Wurzeln geschlagen, leise, geduldig, als hätten sie immer schon dort gewartet. Ihre Früchte fielen nun nicht mehr nur im Herbst. Sie fielen, wann immer jemand stehen blieb und wirklich zuhörte. Manchmal fiel eine Frucht in die Hand eines Kindes, das noch nicht sprechen konnte. Manchmal in die eines Alten, der längst vergessen hatte, wie man weint. Immer fiel sie genau dann, wenn sie gebraucht wurde.Ein Mädchen namens Sira war zwölf. Sie hatte keine silbernen Strähnen im Haar. Ihr Haar war schwarz wie die Nacht nach einem Brand, kurz geschnitten, weil sie es hasste, wenn es ihr ins Gesicht fiel. Ihre Augen waren braun, fast schwarz, doc
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