Der Himmel über der Stadt hatte seine Farbe verändert. Nicht abrupt. Nicht mit einem Schlag. Sondern so, als hätte jemand langsam, Schicht für Schicht, Grau in Silber getaucht, bis nichts mehr zwischen den beiden lag. Die Wolken waren dünn geworden. Fast durchsichtig. Sie hingen nicht schwer. Sie schwebten. Und wo sie das Licht der Sonne filterten, entstanden keine Schatten mehr. Nur ein sanftes Leuchten, das überall war. In den Straßen. Auf den Dächern. In den Augen der Menschen.Lira stand auf dem höchsten Punkt der alten Mauer, die den inneren Hof umgab. Ihre Füße berührten den Stein nicht mehr ganz. Sie schwebten leicht darüber. Nicht weil sie flog. Sondern weil der Stein selbst sie trug. Als hätte er gelernt, zu halten, ohne zu drücken. Ihre Haare fielen lang. Schwarz und Silber hatten sich zu einem einzigen Ton vermischt. Ein Grau, das im Licht glänzte und im Schatten verschwand. Sie trug immer noch das alte Leinen. Doch es war nun fast durchsichtig. Nicht abgenutzt. Durchlässig
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