Die Kälte in seinen Knochen war kein Schutz mehr. Sie war ein käfigartiges Gefängnis geworden, das von innen heraus zersprang.Ryu lag im flachen, fast kochenden Schlamm am östlichen Rand des zerstörten Beckens. Der Basalt unter seinen zitternden Fingern war von feinen, haarscharfen Rissen durchzogen, aus denen pausenlos gurgelndes, pechschwarzes Wasser sickerte. Die schwere, mattschwarze Rüstung der Inquisitoren, die man ihm aufgezwungen hatte, war an der linken Schulter von Nogusas verzweifeltem Schlag zersplittert. Das Eisen hatte sich tief in seine Haut gegraben, doch die Wunde blutete kaum. Die dicke, verdorbene Tinte in seinen Adern gerann, bevor sie die Oberfläche erreichen konnte, und hinterließ nur eine eitrige, violette Verätzung.Über ihm heulte die Architektur des Tempels ihr eigenes Requiem.Große Blöcke aus weißem Marmor, die jahrhundertelang die herrschaftliche Symmetrie des Klerus repräsentiert hatten, lösten sich aus der hohen Gewölbedecke und krachten mit dumpfem, ohr
Last Updated : 2026-09-15 Read more