Die Welt war erschreckend leise geworden.Es war keine Stille, die Frieden brachte. Es war die hohle, bedrückende Taubheit eines Raumes, aus dem man schlagartig die gesamte Luft gesaugt hatte.Ryu saß auf einer moosbewachsenen Basaltklippe, dreihundert Schritt oberhalb des Ausweichlagers. Der eisige Nordwind riss an dem dunklen Wollmantel, den Kael ihm um die schmalen Schultern gelegt hatte, doch Ryu spürte die Kälte kaum. Seine Haut war zwar nicht mehr taub vom Schatten-Phreem, aber sie fühlte sich fremd an – dünn, verletzlich und der Witterung schutzlos ausgeliefert.Neben ihm im feuchten Schotter lag das obsidianene Kurzschwert.Die Klinge war stumm. Jene unheilvolle, rotierende Schicht aus schwarzem Phreem, die einst wie ein lebendiger Parasit über den Stahl gekrochen war, existierte nicht mehr. Es war nur noch ein gewöhnliches Stück dunkles Metall, stumpf geworden vom Ascheregen, ohne Glanz und ohne Stimme.Ryu beugte sich langsam nach vorn. Seine Finger, die noch immer leicht zi
Last Updated : 2026-09-20 Read more