Er löst sich leicht, gerade genug, dass ich sein Gesicht sehe. Der Zorn ist noch da, doch er hat sich mit etwas anderem vermischt. Etwas Roherem, Verzweifelterem. Er sieht mich an, wie man eine Tür ansieht, die man öffnen und gleichzeitig schließen möchte. — Weil du die Einzige bist, sagt er. Und er küsst mich. Es ist kein zarter Kuss. Es ist kein Liebeskuss. Es ist ein brutaler, verzweifelter Kuss, der Kuss eines Mannes, der längst vergessen hat, was Zärtlichkeit bedeutet. Seine Lippen zerdrücken die meinen mit einer Gewalt, die mir den Atem nimmt, seine Hand gräbt sich in meine Haare und zieht meinen Kopf zurück, sein Mund sucht den meinen, wie man einen Rettungsring im Sturm sucht. Es ist ein Kuss, der nach Salz schmeckt — nach Tränen, seinen oder meinen, ich weiß es nicht. Es ist ein Kuss, der bittet, der fleht, der alles zugleich fordert. Und ich stoße ihn weg. Meine Hände stemmen sich gegen seine Brust, meine Arme spannen sich an, ich befreie mich mit einer Kraft, die ich
Last Updated : 2026-09-12 Read more