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Kapitel 87 : Der gestohlene Kuss

Auteur: Déesse
last update Date de publication: 2026-09-17 08:29:44

Aelys

Die Feier ist noch in vollem Gange, als ich mich in die inneren Gärten schleiche. Die Geräusche der Musik werden von den dicken Mauern gedämpft, und die Stille, die mich empfängt, fühlt sich wie eine Erlösung an. Die Luft ist frisch, beinahe kalt, und ich fröstle in meinem Seidenkleid. Der Mond steht voll und rund am Himmel wie ein Auge, das alles beobachtet, während die schwarzen Rosen des Gartens sich mir entgegenzustrecken scheinen wie flehende Hände. Der Duft der
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  • ATTRACTION   Kapitel 19 – Die Zeremonie der Übergabe 2

    Ich richte mich auf, beuge die Beine und sinke auf den Teppich. Mein Gesicht befindet sich auf Höhe ihrer Gürtel. Zuerst blicke ich zu Armand auf, der mich aus seiner ganzen Größe überragt, dann zu Lucian, der sich neben dem Kamin noch immer nicht bewegt hat.— Küsse Lucians Hand, sagt Armand. Als Zeichen deiner Unterwerfung.Lucian macht eine kleine Bewegung, als wolle er ablehnen, überlegt es sich dann jedoch anders. Er streckt seine rechte Hand aus, die Handfläche nach unten gerichtet. Ich nehme sie zwischen meine Hände. Seine Haut ist warm, die Knöchel rau. An seinen Händen entdecke ich Schwielen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Es sind die Hände eines Mannes, der gearbeitet und etwas aufgebaut hat, nicht nur eines Erben.Ich beuge mich vor und lege meine Lippen auf seine Finger.Der Kontakt dauert eine Sekunde, zwei Sekunden, drei. Meine Lippen verweilen länger als nötig. Ich schmecke das Salz seiner Haut, spüre die Wärme seine

  • ATTRACTION   Kapitel 18– Die Zeremonie der Übergabe

    ElaraDie Tür des Rauchsalons fällt hinter uns mit einem dumpfen Geräusch ins Schloss, wie das Geräusch eines Grabes, das versiegelt wird. Die Luft hier ist schwerer, erfüllt vom Geruch nach Leder, Zigarrenrauch und einem süßlichen Moschusduft, der seit Jahrzehnten in den Wänden zu hängen scheint. Das Feuer im Kamin ist die einzige Lichtquelle. Sein flackernder Schein wirft bewegliche Schatten auf Lucian Cross’ Gesicht, die ihn härter, massiger und gefährlicher erscheinen lassen.Armand hält mich am Ellbogen fest. Seine Hand ist ein Schraubstock, umhüllt von Samt. Ich kenne diesen Druck. Es ist keine Angst, die ihn antreibt, sondern Erregung. Er kostet diesen Augenblick aus wie ein Sammler, der seinem Rivalen sein seltenstes Stück präsentiert, obwohl dieser es niemals besitzen können wird.Lucian steht neben dem Kamin und hält ein Glas Whisky in der Hand. Noch sieht er uns nicht an. Sein Blick ist auf die Flammen gerichtet. Sein Rücken ist gerade

  • ATTRACTION   Kapitel 17 – Der Eintritt in den Kreis 2

    Der Kuss war sanft, beinahe schüchtern, ein erstaunlicher Gegensatz zu der erotischen Spannung, die den gesamten Abend durchzogen hatte. Er dauerte nur wenige Sekunden, doch als sie sich zurückzog, sah ich etwas in ihren Augen, das zuvor nicht dort gewesen war.Vertrauen.— Dann erzähl mir alles, sagte sie. Wir haben die ganze Nacht Zeit.Sie setzte sich auf die Bettkante und zog ihren BH mit einer natürlichen Bewegung aus, als wäre meine Anwesenheit keine Bedrohung, sondern ein Zufluchtsort.— Erzähl mir vom Richter, sagte sie, während sie sich auf die Seidenlaken legte. Erzähl mir von meiner Mutter. Und danach ...Sie spreizte langsam die Schenkel, in einer Geste, die zugleich ein Angebot und eine Einladung war.— Danach werden wir über uns sprechen.Ich öffnete meinen Gürtel, zog meine Hose und mein Hemd aus. Meine Kleidung glitt mit leisem Rascheln zu Boden, und ich legte mich neben sie, nackt, bewegt und z

  • ATTRACTION   Kapitel 16 – Der Eintritt in den Kreis

    Céleste.Ich hatte sie nicht berühren können. Zumindest nicht auf die Weise, die mein Vater von mir erwartet hatte. Ich hatte sie angesehen, ihr zugehört und mich innerhalb einer einzigen Nacht in sie verliebt. Es war die Liebe eines Jugendlichen gewesen, rein und leidenschaftlich, eine Liebe, die nichts zurückverlangte. Sie hatte mir von ihrem Leben erzählt, von ihren Ängsten und von dem Kind, das sie unter ihrem Herzen trug. Sie hatte mir vom Richter erzählt, von diesem widerwärtigen alten Mann, der sie in Angst und Schrecken versetzte und sich ihr Baby aneignen wollte.Und dann war sie gestorben. Drei Tage später hatte sich in der Normandie ein Autounfall ereignet. Die Bremsleitungen seien durchtrennt worden, hatte der Polizeibericht festgestellt. Es sei ein Unfall gewesen, hatte der Kreis erklärt.Ich hatte niemals an einen Unfall geglaubt. Ich wusste immer, dass der Richter sie hatte ermorden lassen. Doch ich hatte es nie beweisen können, un

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    Lucian öffnet ihren BH. Seine Bewegungen sind langsam und beinahe feierlich. Die Träger gleiten über ihre Schultern, die Körbchen lösen sich, und Elaras Brüste kommen im Licht der Kerzen zum Vorschein, rund und fest, ihre Brustwarzen bereits vor Erregung aufgerichtet. Lucian betrachtet sie einen Augenblick, bevor er sich vorbeugt und seine Lippen auf eine ihrer Brustwarzen legt.Elara wirft den Kopf zurück. Ihr Mund öffnet sich zu einem stummen Stöhnen, das ich mehr erahne als höre. Lucians Hände gleiten an ihren Flanken hinab, finden den Spitzenstring und ziehen ihn langsam über ihre Beine. Nun ist sie vollständig nackt und liegt auf dem Himmelbett, während Lucian vor ihr niederkniet, ihre Schenkel auseinanderführt und seinen Mund auf ihre intimste Stelle legt.Ich schließe die Augen. Es ist zu viel. Elaras Körper einem anderen Mann ausgeliefert zu sehen, mitanzusehen, wie mein Rivale die Frau liebkost, die ich als meinen kostbarsten Besitz betrachte, is

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    ArmandDie Tür schließt sich hinter Elara und Lucian, und ich bleibe allein im Rauchsalon zurück, den Blick auf die große Einwegscheibe gerichtet.Ich habe sechzig Jahre Erfahrung mit dieser Welt, fünfundvierzig Jahre Leben und dreißig Jahre Macht hinter mir, und doch bin ich in diesem Augenblick nichts weiter als ein Mann, der in einem Sessel sitzt, eine erloschene Zigarre zwischen den Fingern hält und dabei zusieht, wie die Frau, die er liebt, das Schlafzimmer eines anderen Mannes betritt.Die Frau, die er liebt.Da ist es. Ich habe es ausgesprochen, wenn auch nur im Verborgenen meines eigenen Schädels, und allein dieses Eingeständnis erfüllt mich gleichermaßen mit Erleichterung und Schrecken. Ich liebe Elara. Ich liebe sie, wie ich noch nie jemanden geliebt habe, nicht einmal Céleste. Céleste hatte ich mit der Liebe eines Jugendlichen geliebt, romantisch und rein, mit der Hingabe eines edlen Ritters, der die Prinzessin vor dem Drachen

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