ADRIANS SICHT Der antiseptische Gestank des Krankenzimmers hängt Adrian im Hals, ein stechender, chemischer Geschmack, der sich nicht mit dem metallischen Blutgeruch in der Luft vermischen will. Er steht neben dem Bett, die Hände tief in den Taschen, um das Zittern zu unterdrücken. Seine Mutter wirkt kleiner, als er sie in Erinnerung hat, fast verschwunden zwischen den gestärkten weißen Laken und dem Summen der Überwachungsgeräte, die ihren schwachen Herzschlag kontrollieren. Ein violetter Bluterguss, der wie eine wilde Blume aufblüht, entstellt ihr linkes Wangenbein und zieht sich bis zu ihrem Kiefer hinunter, wo die Haut aufgerissen und verkrustet ist. „Ich habe dich so sehr vermisst, Adrian“, flüstert sie, ihre Stimme rau wie trockenes Laub auf Beton. Sie streckt die Hand aus, ihre Finger zittern, und sucht seine Hand. „Jeden Tag, seit du weg warst … war es so still im Haus.“ Adrian zieht seine Hand ein wenig zurück und zwingt sich dann, sie von ihr nehmen zu lassen. Ihre H
آخر تحديث : 2026-07-20 اقرأ المزيد