ADRIANS PERSPEKTIVE Drei Tage der Stille liegen schwer und erstickend wie Frischhaltefolie über einer Leiche in der Wohnung. Adrian bewegt sich wie ein Geist durch die Räume; die Routine, Arbeiten zu korrigieren und vor gelangweilten Studenten Vorlesungen zu halten, ist das Einzige, was ihn noch an die Realität bindet. Seit jener Nacht hat er Ryder nicht mehr gesehen, nicht mehr das tiefe, raue Flüstern seiner Stimme gehört oder die Wärme seines Körpers gespürt. Mayas Drohungen haben sich in Luft aufgelöst; ihr Schweigen gleicht dem von Ryder. Es spielt keine Rolle. Das sagt er sich immer wieder, während er sich ein weiteres einsames Abendessen in der Mikrowelle warm macht. Mit einem Studenten zu schlafen war ein Fehler, ein Urteilsfehler, der sich damals süß anfühlte, aber ein fauliges Gefühl in seinem Inneren hinterließ. Es war eine Gelegenheit, das Band zu kappen, die Verbindung zu lösen, bevor er sich zu sehr emotional binden konnte. Allein ist er besser dran. Sicherer. Die Ga
Última actualización : 2026-09-02 Leer más