Die Gitter tauchen am Ende der Allee auf, hoch und schwarz, von scharfen Spitzen gekrönt, die sich gegen den anthrazitfarbenen Himmel abzeichnen. Sie sind geschlossen. Natürlich. Es ist fast Mitternacht, der Campus ist verlassen, die Studenten sind zu Hause, im Warmen, in ihren gemütlichen Zimmern, mit ihren liebenden Familien und ihren warmen Mahlzeiten und ihren bequemen Betten. Ich nähere mich dem Haupttor. Ein riesiges Vorhängeschloss, glänzend vom Regen, verriegelt die beiden Flügel. Eine dicke Kette, stellenweise verrostet, windet sich um die Gitterstäbe. Ich rüttele am Tor, einmal, zweimal, aber es bewegt sich nicht, es ist stabil, massiv, undurchdringlich. Der Pförtnerposten neben dem Eingang liegt im Dunkeln. Kein Licht in den Fenstern, keine Bewegung hinter den Scheiben. Der Pförtner ist gegangen, oder er schläft, oder es gibt ihn nicht. Ich klingle trotzdem, drücke den kalten Metallknopf, höre das elektrische Summen, das ir
Dernière mise à jour : 2026-08-03 Read More