Emmas Hände waren feucht am Lenkrad, als sie vor dem Anwesen ihrer Eltern vorfuhr. Der Ort wirkte immer noch zu groß, zu perfekt – weitläufiger Rasen, marmorne Eingangshalle, diese Art von Zuhause, die selbst fünf Jahre später noch nach »Neureich« schrie. Die obligatorischen Familienessen fanden einmal im Monat statt, und dieses hier auszulassen war keine Option. Ihre Mutter hatte schon dreimal geschrieben.Sie strich ihr schlichtes, dunkelblaues Kleid glatt – das, das knapp über die Knie reichte und hoch genug zugeknöpft war, um respektabel auszusehen. Nach dem verkorksten Orgasmus von letzter Nacht im Kopierraum hatte sie kaum geschlafen. Ihr Körper vibrierte noch immer vor Frustration. Marcus hatte nicht geschrieben. Nur diesen selbstgefälligen Blick, als er sie tropfnass und verzweifelt zurückließ.Drinnen schlug ihr der Geruch von Brathähnchen und Kräutern entgegen. Ihre Mutter, Elena, hantierte mit Weingläsern am Esstisch herum. Richard, Marcuss Vater, schenkte bereits Getränke
Last Updated : 2026-07-29 Read more