LOGINEmma hatte kaum geschlafen. Sie wälzte sich hin und her, bis die Laken völlig verknotet waren, die klebrigen Überreste von Marcus' Sperma von der vergangenen Nacht längst eingetrocknet, aber unmöglich zu vergessen. Jede Bewegung im Bett erinnerte sie daran. Bis zum Morgen hatte sie sich zweimal geduscht, aber die Scham klebte fester als jeder Geruch. Dein Stiefbruder. Bei der Arbeit. Auf deinem Schreibtisch. Sie starrte ihr Spiegelbild an, während sie Abdeckcreme über den schwachen Knutschfleck an ihrem Hals auftrug. Ein Schal musste her.
Das Büro fühlte sich anders an, als sie ankam – helleres Licht, schärfere Kanten. Oder vielleicht waren es nur ihre Nerven. Sie hielt den Kopf gesenkt und beantwortete E-Mails auf Autopilot. Ihre Oberschenkel schmerzten noch leicht vom Über-den-Schreibtisch-Gebeugt-Werden. Als Sarah, ihre Assistentin, mit Kaffee hereinkam, zwang Emma sich ein Lächeln, das sich rissig anfühlte. „Geht's dir gut? Du siehst aus, als hättest du dir eine durchgemacht“, sagte Sarah, ihre Sommersprossen zogen sich bei einem Stirnrunzeln zusammen. „Deadline-Stress. Du weißt, wie das ist.“ Emma nahm den Becher, dankbar für die Ablenkung. Sie mied den Konferenzraum, in dem Marcus angeblich in Besprechungen war. Sie mied den Kopierraum ganz. Gegen 11:30 klingelte ihr Schreibtischtelefon. Ryans Durchwahl. „Emma, in zehn Minuten in meinem Büro.“ Ihr Magen krampfte sich zusammen. Ryan Caldwell machte keine lockeren Zwischenchecks. Leistungsbeurteilungen wurden Wochen im Voraus angesetzt. Das fühlte sich … falsch an. Sie glättete ihren schwarzen Bleistiftrock – heute konservativ, hoher Ausschnitt – und klopfte an die schwere Glastür des Eckbüros. Hinter ihm erstreckte sich die gesamte Stadtsilhouette, graue Wolken hingen tief. „Komm rein. Schließ die Tür.“ Ryan saß hinter seinem gewaltigen Schreibtisch, das salz-und-pfefferfarbene Haar perfekt gestylt, die grauen Augen wie immer scharf. Mitte vierzig, gebaut, als würde er am Wochenende immer noch schwere Gewichte stemmen. Er deutete auf den Stuhl ihm gegenüber. Kein Lächeln. „Du hast bei Thompson gute Arbeit geleistet“, begann er und blätterte in einem Ordner. „Die Zahlen sehen solide aus. Aber mir sind in letzter Zeit einige … Ablenkungen aufgefallen.“ Emma wurde der Mund trocken. „Ablenkungen?“ Er lehnte sich zurück und musterte sie. „Neuer Berater. Marcus Hale. Ihr scheint euch gut zu kennen. Familienverbindung?“ Sie rutschte auf dem Stuhl herum und schlug die Beine übereinander. Die Bewegung presste ihre wunde Muschi gegen den Stuhl, und sie musste ein Aufzucken unterdrücken. „Stiefbruder. Unsere Eltern sind verheiratet. Das ist keine große Sache. Ganz professionell, wie immer.“ Ryans Mundwinkel zuckten, fast amüsiert. Er stand auf und ging um den Schreibtisch herum, setzte sich auf die Kante, näher bei ihr. Der Duft seines Rasierwassers – etwas Teures, Holzernes – erfüllte den Raum. „Professionell. Interessant. Die Sicherheit hat gestern Abend späte Betriebsamkeit in der Etage gemeldet. Und heute Morgen bist du hereingekommen, als hättest du in diesen High Heels einen Marathon absolviert.“ Hitze kroch ihren Nacken hinauf. Sie zog den Schal fester. „Ich habe gestern Abend länger am Deck gearbeitet. Wie ich Sarah gesagt habe.“ Er blinzelte nicht. Eine Hand streckte sich aus und rückte den Schal ein wenig zurecht. Seine Finger streiften ihre Haut, bewusst. „Knutschfleck. Anfängerfehler. Marcus?“ Emmas Herz raste. Ihren Chef anzulügen. Ryan. „Nein. Das ist … nichts. Ein blöder Date letztes Wochenende.“ „Blöder Date.“ Er wiederholte es, als würde er die Worte schmecken. Seine Stimme wurde tiefer. „Du bist eine talentierte Frau, Emma. Ehrgeizig. Ich habe dir beim Aufstieg zugesehen. Aber Ehrgeiz kann Menschen schlampig machen. Nachlässig mit Geheimnissen.“ Sie schluckte, ihr Puls raste zwischen ihren Beinen, trotz der Schuld. Oder gerade deshalb. Ryan war immer einschüchternd gewesen – befehlend in Besprechungen, entscheidungsfreudig. Jetzt fühlte sich diese Energie schwerer an, persönlicher. Sein Blick wanderte zu der Stelle, an der ihr Rock etwas hochgerutscht war. „Ich kümmere mich darum“, sagte sie, ihre Stimme fester, als sie sich fühlte. „Marcus hilft nur bei den europäischen Aspekten. Vorübergehend.“ Ryan brummte zustimmend, nicht überzeugt. Er blieb nah, überragte sie in ihrer sitzenden Position. „Vorübergehend. Sicher. Aber wenn er dich ablenkt … deine Konzentration beeinträchtigt …“ Seine Hand ruhte auf der Lehne ihres Stuhls, sein Daumen streifte ihre Schulter. „Dann muss ich mich vielleicht persönlich stärker einmischen.“ Die Andeutung hing in der Luft. Emmas Gedanken schossen zu Marcus, der sie gestern Abend über den Schreibtisch gebeugt hatte, sie füllte, sie seine Hure nannte. Jetzt Ryan, der sie ansah, als könnte er jedes schmutzige Detail sehen. Ihre Nippel spannten sich unter ihrer Bluse. Was zur Hölle ist los mit mir? „Ich schätze die Sorge“, brachte sie hervor. „Aber ich habe alles unter Kontrolle.“ „Hast du das?“ Er neigte den Kopf, seine grauen Augen verdunkelten sich. Für einen Moment rutschte die professionelle Maske gerade genug, um ihr etwas Hungerndes darunter zu zeigen. „Denn du bist gerade gerötet. Atmest ein bisschen schnell. Und dieser Schal verbirgt nicht viel.“ Sie stand abrupt auf, der Stuhl kratzte über den Boden. Zu nah. Die Luft fühlte sich dick an. „Gab es sonst noch etwas für die Beurteilung?“ Ryan ließ sie zurücktreten, aber sein Grinsen war wissend. „Nicht heute. Aber konzentrier dich weiter, Emma. Ich würde dich ungern wegen etwas … Unordentlichem verlieren.“ Er hielt sie an der Tür auf, als sie sie erreichte. „Und sag deinem Stiefbruder, dass ich absolute Diskretion erwarte. Oder ich übernehme die Aufsicht selbst.“ Emma nickte und schlüpfte hinaus, die Beine schwach. An ihrem Schreibtisch vergrub sie für einen Moment das Gesicht in den Händen. Schuld nagte an ihr – Marcus' Sperma von letzter Nacht, die Lügen, die Art, wie ihr Körper auf Ryans bohrenden Blick reagiert hatte. Sie geriet ins Trudeln. Ihr Handy summte. Marcus: Das Abendessen-Debakel lässt dich an Runde zwei denken? Heute Abend bei mir. Sie löschte die Nachricht, ohne zu antworten. Aber das Ziehen zwischen ihren Beinen sagte etwas anderes. Auf der anderen Seite der Etage entdeckte sie Ryan, der durch seine Glaswand hindurch beobachtete. Er sah nicht weg. Das wurde langsam zu kompliziert. Und das Schlimmste? Ein verdrehter Teil von ihr fragte sich bereits, wie sich „stärker einmischen“ von Ryan wohl anfühlen würde.Das Penthouse roch nach Sex, chinesischem Takeaway und dem schwachen metallischen Hauch des Triumphes, der noch in der Luft hing von der Vorstandssitzung am Nachmittag zuvor. Emma lag nackt ausgestreckt auf dem riesigen Couch-Sofa, ihr prall gefüllter Bauch und der glänzende Kragen um ihren Hals. Marcus und Ryan hatten sich endlich von den Geschäftspapieren losgerissen, nur um zu erkennen, dass der echte Krieg – der seit der allerersten Zeit, als ihre Münder sich vor Jahren über ihr getroffen hatten – immer noch zwischen ihnen brannte.Marcus ruhte am einen Ende, die Beine lang ausgestreckt, das Hemd unbeschnürt, sodass die V-Form der Muskeln sichtbar wurde, die sich in seine Hosen zog. „Sie gehört mir, sie zuerst zu brechen“, sagte er mit tiefer, scharfer Stimme voller dieser bekannten Besitzgier. „Drei Tage sind vergangen, seit ich sie allein hat tropfen sehen, wie sie mir die Schenkel herunterläuft.“Ryan biss die Zähne zusammen. Er saß am anderen Ende, Krawatte längst weg, Ärmel h
Das Voss-Apex-Boardroom roch nach poliertem Walnussholz, teurem Kaffee und dem metallischen Aroma der Angst. Emma Voss saß am Kopf des langen Tisches in dem oversized schwarzen Hemd, das ihren schwangeren Bauch immer noch kaum bedeckte, und das permanente Halsband glühte wie eine Brandmarkung unter den eingelassenen Lichtern. Marcus und Ryan flankierten sie in zwei schwarzen Anzügen, einer davon noch nass von der Dusche, die sie kurz vor der Versammlung mit ihr geteilt hatten. Die Abstimmung zur Fusion stand kurz bevor. Die Stadt beobachtete. Die Welt würde bald erfahren, wer sie jetzt besaß. Der CEO, Harlan Voss (kein Verwandter, aber er handelte, als ob er einer wäre), schob ein Tablet über den Tisch. „Herren… Damen. Das ist der finale Schritt. Die Fusion schließt um 12 Uhr, wenn wir die Übernahme genehmigen. Apex blutet seit Monaten schwarz. Ein weiteres Quartal und das gesamte Imperium“ Emma schnitt ihm das Wort ab, ihre Stimme ruhig und tödlich. „Ich habe Beweise.“ Sie tippt
Emmas Wohnung war dunkel und kalt.Das Glimmen der Stadt sickerte durch die bodentiefen Fenster, doch innen fühlte es sich an wie ein Grab. Drei Stunden, vielleicht vier, seit Ryan sie aus dem Penthouse wie ein ergebenes Preisstück getragen hatte. Das viel zu große Shirt klebte noch an ihren Kurven, der Kragen glänzte feucht an ihrer Kehle. Sie saß auf der Bettkante, Knie angezogen, eine Hand schützend über dem sich ausbreitenden Wölbchen, die andere fuhr mit den winzigen Dehnungsstreifen entlang, die Marcus schon die Nacht zuvor geküsst hatte.Die Stille presste sich auf sie.Kein Marcus. Kein Ryan. Nur das Echo der Stadt und das Pochen zwischen ihren Schenkeln, das noch nicht ganz verblasst war.Ein leises Klicken ertönte von der Eingangstür.Sie erstarrte.Das Schloss drehte sich. Die Tür öffnete sich.Marcus trat zuerst ein, die Augen huschten durch den Raum, als erwartete er, sie könnte verschwunden sein. Er trug einen maßgeschneiderten Anzug aus Charcoal, die Krawatte bereits ge
Ryan Voss tat nie etwas halbherzig.Der Augenblick, als Emma nackt aus der Dusche trat – noch immer mit Marcus’ Sperma ihre Schenkel hinunterrinnend – änderte sich die Luft im Penthouse schlagartig. Marcus war früher für einen spätabendlichen Deal aufgebrochen, um die Voss-Apex-Fusion abzuschließen, und hatte sie beide allein in der dunklen Luxuswohnung zurückgelassen. Ryan stand mitten im Wohnzimmer, das Hemd offen, die Krawatte gelockert, die Augen bereits glühend vor dem Hunger, der sich seit der Orgie im offenen Fenster im Boardroom angestaut hatte.„Du gehörst jetzt uns“, sagte er mit tiefer, rauer Stimme. „Schwanger. Mit dem Halsband. Gezeichnet. Und die Stadt weiß immer noch nicht die Hälfte davon.“Emma griff nach ihrem Overshirt, das ihre werdende Wespentaille kaum bedeckte. „Ryan, es ist spät. Ich bin müde.“Er überquerte den Raum in drei Schritten, packte ihr Kinn und küsste sie hart genug, um blaue Flecken zu hinterlassen. Der Kuss schmeckte nach Whiskey und Besitz. Als er
Das Penthouse war still außer dem tiefen Summen der Stadt weit unten, ein ferner Herzschlag, der dem hastigen Rhythmus in Emmas Brust entsprach. Sie stand auf dem Balkon in nichts als einem von Ryans viel zu großen Hemd, der Saum streifte die Oberseiten ihrer Oberschenkel, der Stoff trug noch den schwachen Duft seines Aftershaves vermischt mit dem muskyen Rest der Nacht zuvor. Ihre Hand ruhte auf ihrem kleinen, aber wachsenden Bauch, die Finger zeichneten träge Kreise über die glatte Kurve, die in den letzten Wochen gerade erst leicht angehoben hatte. Die Nachtluft kühlt gegen ihre nackten Beine, trug das Versprechen des Herbstes mit einem Hauch von Regen. Sie starrte auf die funkelnden Lichter der Stadt – Hunderte Fenster zwinkerten zurück wie wache Augen – und versuchte, alles zu begreifen, was in den letzten Monaten geschehen war. Die feindliche Übernahme war mit ihrem gestohlenen Beweismaterial neutralisiert, der Vorstand hatte zugunsten von ihnen abgestimmt, und der neue Vertrag
Emma saß auf der Kante der Badewanne, der kalte Fliesen presste sich gegen ihre Oberschenkel, während sie auf die zwei rosa Linien auf dem Schwangerschaftstest starrte. Dann die zweite. Dann die dritte. Alle identisch. Positiv. Alle. Der Teststreifen fühlte sich schwerer an, als er es je hätte dürfen, als ob das Plastik selbst die Wahrheit, die sie Monate lang hatte hören wollen, niederdrückte.Nach Monaten bewusster Zuchtgespräche – roher, ungeschützter Sex bei jeder Gelegenheit, die Männer absichtlich immer wieder Samen in sie spritzten, ob im Vorstandsbüro, im Spielraum oder mitten in der Nacht – war sie schwanger. Die Erkenntnis traf sie wie eine Welle: Sie hatten das bewirkt. Nicht zufällig, sondern durch Plan. Jedes Mal, wenn Marcus ein Knurren ausstieß wie „Fülle diesen Uterus, bis er voll ist von uns“, jedes Mal, wenn Ryan tief in sie stieß und erklärte, sie gehöre beiden, hatten sie auf genau diesen Moment gezählt. Und jetzt war er da.Ihre Hände zitterten violent, als sie au







