Wie Wird Erwin Schrödinger In Romanen Als Figur Dargestellt?
Möchte gern erfahren, wie Autoren Schrödingers Physik und Persönlichkeit in fiktiven Werken verarbeiten, besonders bezüglich seiner angenommenen Denkweise.
2026-08-04 02:33:52
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JanaKlick
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4 Antworten
NelaPost
Bücherwurm
Fahrerin
Interessante Frage! Ich habe selbst noch kein Buch mit ihm als Hauptfigur gelesen, aber jetzt bin ich neugierig geworden. Gibt es denn irgendwelche Empfehlungen, die nicht zu trocken sind? Ich mag historische Romane, aber nur, wenn die Charaktere lebendig wirken und nicht wie wandelnde Geschichtsbücher.
2026-08-06 01:47:19
4
LarsKoch
Empfehler
Apotheker
Ich habe einen Lieblingsauftritt in einem Kurzgeschichtenband, wo er nach seinem Tod in einer Art Limbo landet, der genau seinem Gedankenexperiment entspricht. Er ist gleichzeitig tot und lebendig, bis eine andere historische Figur (in dem Fall Dostojewski) den 'Kasten' öffnet, indem er ihn anspricht. Die ganze Geschichte ist eine wunderbare Allegorie auf den Akt des Lesens und Interpretierens. Schrödinger selbst wird mit trockenem Sarkasmus und einer Mischung aus Neugier und Resignation dargestellt. Sehr clever und literarisch anspruchsvoll umgesetzt.
2026-08-06 02:16:14
6
PaulaMain
Buchtippgeber
Lehrerin
Habe mal einen kurzen Webroman gelesen, wo er in einer Steampunk-Version auftaucht, komplett mit mechanischer Katze als Begleiter. Das war eine lustige Abweichung vom typischen Professor-Look. Die Autorin hat sich Mühe gegeben, seinen spezifischen humorvollen und doch tiefsinnigen Redestil einzufangen. Solche kreativen Neuinterpretationen finde ich oft ansprechender als die akribischen historischen Darstellungen, die sich in biografischen Details verlieren. Sie erlauben es, den Geist seiner Ideen in ein neues Genre zu übersetzen.
2026-08-06 13:17:40
1
ElkeMeint
Erklärer
Fahrerin
Ganz ehrlich, die meisten Romane, die ich mit ihm kenne, sind eher mittelmäßig. Sie nutzen seinen Namen für ein bisschen intellektuelles Prestige, aber die Handlung ist dünn und die Charakterisierung flach. Als wäre es schon genug, ihn einfach auftauchen zu lassen. Ich suche immer noch nach dem einen Roman, der sowohl der Person als auch den Ideen gerecht wird, ohne belehrend oder oberflächlich zu werden. Vielleicht muss der ideale Schrödinger-Roman noch geschrieben werden. Vielleicht von jemandem, der sowohl Physik als auch literarisches Gespür hat.
2026-08-10 12:08:54
2
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Für angehende Autoren ist der Ratschlag 'denk an Schrödingers Katze' wahrscheinlich einer der nützlichsten. Es zwingt einen, über die Grenzen des Offensichtlichen nachzudenken. Jede Situation, jeder Charakter hat potenzielle Zustände, die nicht sichtbar sind. Das erweitert den erzählerischen Horizont ungemein. Es ist weniger eine konkrete Plotvorlage als eine Denkschule. In dem Sinne prägt es nicht nur Romane, sondern die Köpfe derer, die sie schreiben. Das ist der nachhaltigste Einfluss.
Es gibt ein Hörbuch, da stellt der Autor sich selbst die Frage: 'Was fühlt die Katze?' Und dann argumentiert er, dass das eine sinnlose Frage ist, weil 'Fühlen' schon einen konkreten Zustand voraussetzt. Diese klare Abgrenzung hat mir die Augen geöffnet. Es geht in der Physik nicht um subjektive Erfahrung, sondern um präzise beschreibbare Zustände. Das hat die ganze Debatte für mich entmystifiziert.
Ganz am Rande: In manchen Tabletop-Rollenspielsessions meines Freundes wird der Zustand von NPCs manchmal absichtlich unbestimmt gelassen, bis die Spieler ihn 'beobachten'. Der Wirt im Gasthaus ist sowohl ein freundlicher Bauer als auch ein Werwolf, bis die Gruppe beschließt, nachzuforschen. Das macht die Welt lebendig und spart dem Spielleiter Arbeit! Eine praktische Anwendung für Pen&Paper-Fans.
Apropos Scheitern: Die moderne Antiheldin ist oft eine Meisterin des Scheiterns. Nicht weil sie dumm oder unfähig ist, sondern weil die Welt so strukturiert ist, dass Erfolg leer und Misserfolg unvermeidlich ist. Diese Grundhaltung ist tief Schopenhauer'sch. Ihre Handlungen drehen sich im Kreis, ihre Beziehungen zerschellen, ihre Träume verblassen. Und doch kämpft sie weiter, getrieben von einem Willen, den sie nicht kontrollieren kann. Das ist tragisch und gleichzeitig absurd komisch. Diese Mischung aus Pathos und schwarzem Humor definiert viele ikonische Figuren der Gegenwartsliteratur. Man lacht über ihr Unglück und erkennt sich gleichzeitig darin wieder.