Chapter: Das AngebotPOV: Lorenzo, Ich-Perspektive.Marcus stand wie erstarrt in der Tür, sein Mund öffnete und schloss sich wie bei einem Fisch, der nach Luft schnappt. Er sah Emma an, dann wieder mich, seine Augen weit aufgerissen vor Ungläubigkeit.„Lorenzo, was zur Hölle ist hier los? Wer ist sie?“, forderte Marcus und trat weiter in den Raum.„Marcus, warte in der Lobby“, sagte ich mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete.„Aber der Kunde–“„Ich sagte, warte in der Lobby.“Marcus zuckte bei meinem Ton zusammen, warf einen letzten verwirrten Blick auf die Frau, die auf meinem Sofa saß, und zog sich aus dem Raum zurück, wobei er die Tür hinter sich schloss.Die Stille, die folgte, war schwer. Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Emma. Sie hatte sich in die Ecke des Sofas gekauert, die Knie an die Brust gezogen, und sah mich an wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Sie hatte Todesangst. Nicht nur vor Marcus, sondern vor mir. Sie wartete darauf, dass der nächste Schlag kam, wartete darauf, da
Last Updated: 2026-10-25
Chapter: Das GeniePOV: Emma, Ich-Perspektive.Panik war das Erste, was ich spürte, als ich wieder aufwachte. Es war ein heftiges, erstickendes Gefühl, das sich meinen Hals hinaufkrallte.Meine Hände flogen sofort zu meinem Bauch und drückten fest gegen die weiche Seide der Decke. Ich hielt den Atem an und wartete auf einen Krampf, wartete auf den stechenden Schmerz, der mir sagen würde, dass ich das Einzige verloren hatte, was mir wichtig war.Nichts. Nur ein dumpfer, schwerer Schmerz im unteren Rücken und das brennende Stechen der Striemen auf meinen Schultern.Ich stieß einen rauen Atemzug aus, Tränen traten mir in die Augen. Dem Baby geht es gut. Uns geht es gut.Die Erinnerung an die letzte Nacht kehrte in Fragmenten zurück. Der Gürtel. Dominics kalte Augen. Der Regen. Die quietschenden Reifen. Der Mann.Ich setzte mich zu schnell auf, mein Kopf drehte sich.„Ganz ruhig“, sagte eine tiefe Stimme von der Tür.Ich zuckte zusammen und drückte die Decke an meine Brust. Lorenzo Asher stand dort und hiel
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Chapter: Der FremdePOV: Emma, Ich-Perspektive.Der Regen fühlte sich an wie Nadeln auf meiner Haut. Die Kälte war mir in die Knochen gekrochen und machte es schwer zu denken, schwer zu atmen. Ich umklammerte meinen Bauch, den einzigen Teil von mir, der sich warm anfühlte, während ich die lange, gewundene Auffahrt des Ashford-Anwesens hinunterstolperte.Ich sah nicht zurück. Ich konnte nicht. Ich wusste, wenn ich zurückschaute und die Lichter des Herrenhauses sah, würde ich vollkommen zerbrechen.Mein Handy war tot. Mein Laptop war im Haus. Ich hatte nichts als das dünne Kleid, das an meiner nassen Haut klebte, und den qualvollen Schmerz, der von den Striemen auf meinem Rücken ausging. Ich wusste nicht, wohin ich ging. Ich wusste nur, dass ich wegmusste.Der Regen war so laut, dass ich das Auto erst hörte, als die blendenden Scheinwerfer über mich hinwegfegten.Reifen quietschten – ein fürchterliches, zerreißendes Geräusch auf dem nassen Asphalt. Ich erstarrte, geblendet, riss die Arme hoch, um mein Gesi
Last Updated: 2026-10-25
Chapter: Die VerbannungPOV: Dominic, Ich-Perspektive.Es war mir egal, dass ihre Hände zitterten. Es war mir egal, dass sie aussah wie ein Geist, der im Flur unseres Penthouse stand. Ich konnte mich nur auf den schweren Koffer in Biancas Hand konzentrieren und auf die Tatsache, dass Emma dort stand und den Weg blockierte wie eine erbärmliche, stumme Statue.„Geh beiseite, Emma“, sagte ich mit ausdrucksloser Stimme.„Dominic, bitte“, flüsterte sie. Ihre Stimme war heiser, als hätte sie geweint. Es nervte mich. Sie weinte in letzter Zeit ständig, spielte immer das Opfer. „Du verstehst das nicht. Wir müssen reden. Gib mir einfach fünf Minuten allein.“Ich schnaubte verächtlich und rieb mir mit einer Hand über den Kiefer. „Es gibt nichts zu bereden. Bianca ist krank. Sie stirbt, Emma. Die Ärzte haben ihr sechs Monate gegeben, und ich werde nicht zulassen, dass sie diese Monate in einem engen Gästezimmer verbringt, während du in der Master-Suite schmollst. Sie braucht Trost.“„Ich bin deine Frau“, sagte Emma, ih
Last Updated: 2026-10-25
Chapter: Der Preis einer LügeDas Leder peitschte auf meinen Rücken, bevor ich überhaupt das Pfeifen hörte, mit dem es durch die Luft schnitt.Ich schrie nicht. Ich hatte sehr früh in meiner Ehe mit Dominic Ashford gelernt, dass Schreien ihn nur noch härter zuschlagen ließ. Stattdessen grub ich meine Fingernägel in den weichen Teppich des Wohnzimmers und kniff die Augen fest zu, während sich der scharfe, brennende Schmerz über meine Schultern ausbreitete.„Sieh sie dir an“, dröhnte Dominics Stimme von oben, kalt und völlig frei von der Liebe, die er mir an unserem Hochzeitstag versprochen hatte. „Sieh dir an, was du ihr angetan hast.“Ich zwang meine Augen auf. Von meiner Position auf den Knien aus war der Marmorboden eiskalt unter mir, aber die Kälte war nichts im Vergleich zu dem Eis in den Augen meines Mannes. Er stand über mir, die Brust hob und senkte sich schwer, ein schwerer Ledergürtel so fest in seiner rechten Hand, dass seine Knöchel weiß geworden waren.Hinter ihm, perfekt im Rahmen der gewölbten Tür st
Last Updated: 2026-10-25