LOGINPOV: Dominic, Ich-Perspektive.
Es war mir egal, dass ihre Hände zitterten. Es war mir egal, dass sie aussah wie ein Geist, der im Flur unseres Penthouse stand. Ich konnte mich nur auf den schweren Koffer in Biancas Hand konzentrieren und auf die Tatsache, dass Emma dort stand und den Weg blockierte wie eine erbärmliche, stumme Statue.
„Geh beiseite, Emma“, sagte ich mit ausdrucksloser Stimme.
„Dominic, bitte“, flüsterte sie. Ihre Stimme war heiser, als hätte sie geweint. Es nervte mich. Sie weinte in letzter Zeit ständig, spielte immer das Opfer. „Du verstehst das nicht. Wir müssen reden. Gib mir einfach fünf Minuten allein.“
Ich schnaubte verächtlich und rieb mir mit einer Hand über den Kiefer. „Es gibt nichts zu bereden. Bianca ist krank. Sie stirbt, Emma. Die Ärzte haben ihr sechs Monate gegeben, und ich werde nicht zulassen, dass sie diese Monate in einem engen Gästezimmer verbringt, während du in der Master-Suite schmollst. Sie braucht Trost.“
„Ich bin deine Frau“, sagte Emma, ihre Stimme brach. Sie machte einen Schritt nach vorne, ihre Augen huschten panisch zwischen mir und Bianca hin und her. „Ich bin deine Frau, und ich sage dir, dass ich dich jetzt brauche. Es ist wichtig.“
Ich spürte einen so scharfen Anflug von Gereiztheit, dass er an Wut grenzte. Wie konnte sie nur so unglaublich egoistisch sein? Bianca stand vor ihrer eigenen Sterblichkeit, und Emma benahm sich wie ein verwöhntes Kind, das nicht genug Aufmerksamkeit bekam.
„Emma, hör auf“, fuhr ich sie an. „Hör auf, alles zu deiner Sache zu machen.“
Bianca gab ein leises, schmerzerfülltes Wimmern von sich. Sie schwankte auf ihren Füßen, ihre zierliche Hand flog an ihre Stirn.
„Dominic…“, keuchte sie, ihre Stimme war kaum ein Flüstern.
Ich ließ den Koffer sofort fallen, mein Herz schlug mir bis zum Hals. Ich stürzte vorwärts und fing sie auf, genau in dem Moment, als ihre Knie nachgaben. Sie sank gegen meine Brust, ihr Körper fühlte sich so leicht wie eine Feder an.
„Bianca! Was ist los? Was ist passiert?“, verlangte ich zu wissen, während Panik an meiner Brust kratzte.
„Mein Kopf…“, hauchte sie, ihre Augen flatterten zu. Ihr zitternder Finger hob sich und zeigte schwach auf Emma. „Es sind die Schmerzen… von dem, als sie mich vorhin gestoßen hat. Mein Körper ist so schwach, Dominic. Ich kann… ich kann nicht mehr viel ertragen.“
Emmas Gesicht wurde vollkommen weiß. Sie stürzte nach vorne, die Hände in einer panischen, verzweifelten Geste ausgestreckt. „Ich habe sie nicht angefasst! Dominic, ich schwöre bei Gott, sie lügt! Ich habe sie nie gestoßen!“
Aber in dem Moment, als Emma näher trat, stieß Bianca einen markerschütternden Schrei aus, vergrub ihr Gesicht in meiner Brust und klammerte sich an mein Hemd.
„Lass sie nicht in meine Nähe! Bitte, Dominic, sie wird mir wieder wehtun!“
Etwas in mir zerbrach. Es war eine glühende, blinde Wut. Ich hatte Emmas Lügen so satt, ich hatte ihre Eifersucht so satt und ich hatte ihre Grausamkeit gegenüber einer sterbenden Frau so satt.
Ich schob Bianca sanft auf die Bank im Flur und wirbelte herum. Bevor Emma überhaupt reagieren konnte, schoss meine Hand hervor und umklammerte ihren Oberarm mit einem blauen Flecken verursachenden Griff.
„Dominic, du tust mir weh!“, schrie sie und versuchte, sich loszureißen.
„Halt den Mund“, zischte ich. Ich schleifte sie die Treppe hinunter. Sie stolperte, ihre nackten Füße verhedderten sich auf den Stufen, aber ich wurde nicht langsamer. Ich zerrte sie durch die Eingangshalle und an dem verängstigten Personal vorbei. Es war mir egal, wer zusah. Ich war mit ihr fertig.
Ich erreichte die schwere Haustür, riss sie auf und stieß sie auf die vordere Veranda hinaus. Der Himmel war aufgerissen, und eiskalter Regen prasselte in Strömen herunter.
„Das kannst du nicht machen! Es regnet!“, schrie Emma und drehte sich wieder zu mir um. Ihr Haar war sofort durchnässt und klebte an ihrem Gesicht.
„Das hast du dir selbst zuzuschreiben“, sagte ich kalt und trat über die Schwelle zurück.
„Ich bin schwanger!“
Die Worte rissen aus ihrer Kehle, roh und verzweifelt, und schnitten durch das Geräusch des Donners.
Ich erstarrte, meine Hand schwebte über der Türklinke. Für eine einzige, zerbrochene Sekunde wurde mein Verstand leer. Schwanger?
Nein. Nein, das war sie nicht.
Ich sah sie an – klatschnass, zitternd, ihr Gesicht zu einer Maske des reinen Terrors verzerrt. Es war nicht das Gesicht einer Mutter. Es war das Gesicht einer Manipulatorin. Bianca hatte mich davor gewarnt. Sie hatte mir gesagt, dass Emma alles tun und alles sagen würde, um ihre Krallen in mein Geld und meinen Namen zu schlagen.
„Du bist eine Lügnerin“, spuckte ich aus, die Worte schmeckten wie Gift. „Du bist eine erbärmliche, eifersüchtige Lügnerin, und ich werde nicht zulassen, dass du eine vorgetäuschte Schwangerschaft benutzt, um mich zu fangen.“
„Es ist nicht vorgetäuscht!“, schrie sie und machte einen Schritt auf die Tür zu. „Dominic, bitte, ich flehe dich an! Es ist dein Baby! Sieh mich an!“
Ich schlug ihr die Tür vor der Nase zu.
Das schwere Eichenholz dämpfte ihr panisches Klopfen, aber ich konnte ihre Schreie immer noch durch die Eingangshalle hallen hören.
„Dominic! Bitte! Mach die Tür auf! Es ist kalt! Bitte!“
Ich drehte der Tür den Rücken zu und ging ins Wohnzimmer, wobei ich mir die Schläfen rieb. Ich konnte hören, wie ihre Fäuste gegen das Holz hämmerten, ein unerbittliches, nervtötendes Poltern.
Nach ein paar Minuten hörte das Hämmern auf.
Die Stille, die folgte, war ohrenbetäubend. Ein seltsamer, unangenehmer Knoten zog sich in meiner Brust zusammen. Ich redete mir ein, es sei Erleichterung. Ich redete mir ein, dass ich mein Haus endlich von der Toxizität befreit hatte, die sie mitbrachte.
Ich ging zu dem großen Erkerfenster, das zur Vorderseite des Anwesens zeigte. Ich schob den schweren Vorhang beiseite. Der Regen peitschte gegen das Glas und machte es schwer, etwas zu sehen.
Ich beobachtete durch das regenverschmierte Fenster, wie sie die lange Auffahrt hinunterstolperte, sich den Bauch hielt und in dem Sturm so klein und zerbrochen aussah.
Ich spürte einen plötzlichen, scharfen Stich in meiner Magengrube. Einen Instinkt, den ich nicht verstand.
Und dann war ich völlig schockiert, als ein schnittiger schwarzer Wagen plötzlich ausscherte, um einen Zusammenstoß mit ihr zu vermeiden.
Die Reifen quietschten auf dem nassen Asphalt. Das Auto drehte sich leicht und kam Zentimeter von der Stelle entfernt zum Stehen, wo Emma auf dem Pflaster auf die Knie gefallen war.
Ich erstarrte, der Atem stockte mir im Hals. Wer zum Teufel fuhr zu dieser Stunde wie ein Wahnsinniger auf meinem Grundstück herum?
Die Fahrertür flog auf. Ein großer Mann in einem maßgeschneiderten Anzug stieg in den Sturm hinaus, sein Gesicht vom Regen verdeckt. Er eilte auf Emma zu und zog sich im Laufen sein Jackett aus.
Ich sah zu, wie der Fremde im eiskalten Regen auf die Knie fiel und seine teure Jacke um die zitternden Schultern meiner Frau legte.
Und als er sie sanft auf seine Arme hob, begriff ich mit einem Ruck, dass ich nicht auf einen zufälligen Passanten blickte.
Ich blickte auf Lorenzo Asher.
POV: Lorenzo, Ich-Perspektive.Marcus stand wie erstarrt in der Tür, sein Mund öffnete und schloss sich wie bei einem Fisch, der nach Luft schnappt. Er sah Emma an, dann wieder mich, seine Augen weit aufgerissen vor Ungläubigkeit.„Lorenzo, was zur Hölle ist hier los? Wer ist sie?“, forderte Marcus und trat weiter in den Raum.„Marcus, warte in der Lobby“, sagte ich mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete.„Aber der Kunde–“„Ich sagte, warte in der Lobby.“Marcus zuckte bei meinem Ton zusammen, warf einen letzten verwirrten Blick auf die Frau, die auf meinem Sofa saß, und zog sich aus dem Raum zurück, wobei er die Tür hinter sich schloss.Die Stille, die folgte, war schwer. Ich richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Emma. Sie hatte sich in die Ecke des Sofas gekauert, die Knie an die Brust gezogen, und sah mich an wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Sie hatte Todesangst. Nicht nur vor Marcus, sondern vor mir. Sie wartete darauf, dass der nächste Schlag kam, wartete darauf, da
POV: Emma, Ich-Perspektive.Panik war das Erste, was ich spürte, als ich wieder aufwachte. Es war ein heftiges, erstickendes Gefühl, das sich meinen Hals hinaufkrallte.Meine Hände flogen sofort zu meinem Bauch und drückten fest gegen die weiche Seide der Decke. Ich hielt den Atem an und wartete auf einen Krampf, wartete auf den stechenden Schmerz, der mir sagen würde, dass ich das Einzige verloren hatte, was mir wichtig war.Nichts. Nur ein dumpfer, schwerer Schmerz im unteren Rücken und das brennende Stechen der Striemen auf meinen Schultern.Ich stieß einen rauen Atemzug aus, Tränen traten mir in die Augen. Dem Baby geht es gut. Uns geht es gut.Die Erinnerung an die letzte Nacht kehrte in Fragmenten zurück. Der Gürtel. Dominics kalte Augen. Der Regen. Die quietschenden Reifen. Der Mann.Ich setzte mich zu schnell auf, mein Kopf drehte sich.„Ganz ruhig“, sagte eine tiefe Stimme von der Tür.Ich zuckte zusammen und drückte die Decke an meine Brust. Lorenzo Asher stand dort und hiel
POV: Emma, Ich-Perspektive.Der Regen fühlte sich an wie Nadeln auf meiner Haut. Die Kälte war mir in die Knochen gekrochen und machte es schwer zu denken, schwer zu atmen. Ich umklammerte meinen Bauch, den einzigen Teil von mir, der sich warm anfühlte, während ich die lange, gewundene Auffahrt des Ashford-Anwesens hinunterstolperte.Ich sah nicht zurück. Ich konnte nicht. Ich wusste, wenn ich zurückschaute und die Lichter des Herrenhauses sah, würde ich vollkommen zerbrechen.Mein Handy war tot. Mein Laptop war im Haus. Ich hatte nichts als das dünne Kleid, das an meiner nassen Haut klebte, und den qualvollen Schmerz, der von den Striemen auf meinem Rücken ausging. Ich wusste nicht, wohin ich ging. Ich wusste nur, dass ich wegmusste.Der Regen war so laut, dass ich das Auto erst hörte, als die blendenden Scheinwerfer über mich hinwegfegten.Reifen quietschten – ein fürchterliches, zerreißendes Geräusch auf dem nassen Asphalt. Ich erstarrte, geblendet, riss die Arme hoch, um mein Gesi
POV: Dominic, Ich-Perspektive.Es war mir egal, dass ihre Hände zitterten. Es war mir egal, dass sie aussah wie ein Geist, der im Flur unseres Penthouse stand. Ich konnte mich nur auf den schweren Koffer in Biancas Hand konzentrieren und auf die Tatsache, dass Emma dort stand und den Weg blockierte wie eine erbärmliche, stumme Statue.„Geh beiseite, Emma“, sagte ich mit ausdrucksloser Stimme.„Dominic, bitte“, flüsterte sie. Ihre Stimme war heiser, als hätte sie geweint. Es nervte mich. Sie weinte in letzter Zeit ständig, spielte immer das Opfer. „Du verstehst das nicht. Wir müssen reden. Gib mir einfach fünf Minuten allein.“Ich schnaubte verächtlich und rieb mir mit einer Hand über den Kiefer. „Es gibt nichts zu bereden. Bianca ist krank. Sie stirbt, Emma. Die Ärzte haben ihr sechs Monate gegeben, und ich werde nicht zulassen, dass sie diese Monate in einem engen Gästezimmer verbringt, während du in der Master-Suite schmollst. Sie braucht Trost.“„Ich bin deine Frau“, sagte Emma, ih
Das Leder peitschte auf meinen Rücken, bevor ich überhaupt das Pfeifen hörte, mit dem es durch die Luft schnitt.Ich schrie nicht. Ich hatte sehr früh in meiner Ehe mit Dominic Ashford gelernt, dass Schreien ihn nur noch härter zuschlagen ließ. Stattdessen grub ich meine Fingernägel in den weichen Teppich des Wohnzimmers und kniff die Augen fest zu, während sich der scharfe, brennende Schmerz über meine Schultern ausbreitete.„Sieh sie dir an“, dröhnte Dominics Stimme von oben, kalt und völlig frei von der Liebe, die er mir an unserem Hochzeitstag versprochen hatte. „Sieh dir an, was du ihr angetan hast.“Ich zwang meine Augen auf. Von meiner Position auf den Knien aus war der Marmorboden eiskalt unter mir, aber die Kälte war nichts im Vergleich zu dem Eis in den Augen meines Mannes. Er stand über mir, die Brust hob und senkte sich schwer, ein schwerer Ledergürtel so fest in seiner rechten Hand, dass seine Knöchel weiß geworden waren.Hinter ihm, perfekt im Rahmen der gewölbten Tür st







