
Vom Mafia-König beansprucht
Isabella Rossi hat ihr Leben lang dem Schatten des Imperiums ihres Vaters entflohen. Doch dann führt sie eine unüberlegte Nacht in die Arme von Dante Moretti – dem skrupellosen Mafia-Boss, vor dem niemand sich zu stellen wagt, ohne es zu überleben.
Dante fragt nicht. Er nimmt. Und nachdem Isabella zu viel gesehen hat, hat er beschlossen, dass sie ihm gehört. Zu ihrem Schutz, sagt er. Gefangen in seiner Festung, gebunden an seinen wachsamen Blick und seine gefährlichen Regeln, sollte sie eigentlich Angst haben.
Stattdessen fühlt sie sich zu dem Mann hingezogen, der ohne zu zögern tötet und sie doch so ansieht, als wäre sie das Einzige auf der Welt, das es wert ist, bewahrt zu werden.
Jeder Blick entfacht ein Feuer. Jede Berührung ist eine Warnung. Jede Nacht unter seinem Dach bringt sie näher an eine Grenze, die keiner von ihnen überschreiten darf. Er ist ihr Gefangener, ihr Beschützer und ihre größte Versuchung. Je heftiger sie sich wehrt, desto entschlossener wird er, sie für sich zu beanspruchen.
Doch der Krieg rückt näher. Rivalisierende Familien umzingeln sich, alte Verrätereien kommen ans Licht, und das Geheimnis, das Isabella mit Dantes Feinden verbindet, könnte sie beide vernichten.
In einer Welt, die von Blut, Macht und Loyalität beherrscht wird, muss Isabella sich entscheiden: die Flucht in die Freiheit oder die Ergebung vor dem Mann, der sie für sich beansprucht.
Denn der Mafia-König lässt niemals los, was ihm gehört.
Leer
Chapter: Kapitel 8: Hände, die heilenFür einen erstarrten Moment konnte Isabella keinen klaren Gedanken fassen. Das Blut an ihrem Ärmel stammte von ihm. Es war sein Blut – heiß, feucht und glitschig –, und es trat schneller aus seinem Körper aus, als ihr lieb war. All das kühle, fundierte Wissen, das sie sich in drei Jahren Studium und klinischer Praxis angeeignet hatte, entglitt ihr wie Wasser, das durch die Finger rinnt. Für einen Augenblick war sie wieder sechzehn, stand in einem Türrahmen und sah zu, wie jemand starb, den sie nicht retten konnte. Dann schloss sich Dantes Hand um ihr Handgelenk. „Sieh mich an“, sagte er. Sie sah ihn an. „Es ist nur ein Streifschuss. Die Kugel ist über die Schulter gegangen. Sie hat keinen Knochen getroffen.“ Seine Stimme war ruhig, sein Blick fest, doch sein Gesicht hatte die Farbe von altem Papier angenommen. „Sag mir, was du siehst.“ Es war ein Befehl – und er wirkte. Etwas in ihr rückte schlagartig wieder an seinen Platz. Sie schob seine Hand beiseite, zog den zerfetz
Última actualización: 2026-11-06
Chapter: Kapitel 7: Der SchussAuf dem gesamten Rückweg zum Haus sagte er kein Wort. Er ging einen halben Schritt hinter ihr durch den Obstgarten und über den Rasen; eine Hand hielt er leicht an ihrem Ellbogen – er umklammerte sie nicht, er legte sie nur dorthin, so wie man einen Schlafwandler führen würde. Der Regen ließ allmählich nach. Wasser rann von den Dachrinnen des Ostflügels und tropfte in die Kräuterbeete. Isabella starrte starr geradeaus und zählte ihre Schritte – nur so konnte sie ihre Beine in Bewegung halten. Sie hatte mit Geschrei gerechnet. Den ganzen Weg über hatte sie sich darauf eingestellt – auf jenen kalten, geduldigen Zorn, den sie bei ihm schon einmal erlebt hatte, als er ihn gegen den Mann in Zimmer sieben richtete. Doch stattdessen herrschte Schweigen – und dieses Schweigen war unendlich viel schlimmer. Enzo wartete an der Küchentür; er hielt einen Stapel Handtücher in der Hand und blickte drein wie jemand, der gerade beim Kartenspiel den Lohn eines ganzen Monats verloren hat. Er öffnete
Última actualización: 2026-11-06
Chapter: Kapitel 6: Erste FluchtSie erzählte ihm nichts von dem Auto.Sie redete sich ein, das liege daran, dass sie nicht wusste, was es zu bedeuten hatte. Ein Signal an ein Haus konnte alles Mögliche sein. Eine Warnung, eine Drohung, ein Gruß zwischen Männern, die nicht ahnten, dass sie zusah. Sie war in einer Familie aufgewachsen, in der ein kurzes Aufleuchten der Scheinwerfer bedeuten konnte, dass eine Lieferung eingetroffen war – oder dass jemand im Sterben lag; und nie hatte man ihr verraten, was von beidem zutraf.Doch die Wahrheit war einfacher, und sie gefiel ihr nicht. Dante Moretti hatte ihr ihren Namen, ihr Telefon, ihren gewohnten Tagesablauf, die Müslischale ihrer Mitbewohnerin und sogar die Erinnerung an den Tod ihrer Mutter – die sie selbst in Worte gefasst hatte – an sich gerissen. Sie wollte wenigstens eine Sache in diesem Haus, die ihr allein gehörte. Ein Geheimnis war etwas Kleines, und es war das Einzige, was sie noch hatte.Also
Última actualización: 2026-11-05
Chapter: Kapitel 5: Warum sie rannteSie hätte entsetzt sein sollen. Das wusste sie.Waffe. Das Wort hing im Raum wie eine dritte Person – dunkel, still und lauschend. Isabella öffnete den Mund, um ihm zu sagen, was sie davon hielt, als „Ding“ bezeichnet zu werden, doch ihre Kehle schnürte sich zu und ließ keinen Ton heraus.„Ich bin niemandes Waffe“, brachte sie hervor.„Jeder ist für irgendwen eine Waffe.“ Er sagte es ohne Grausamkeit, fast schon müde. „Die einzige Frage ist, wessen Hand den Griff hält.“„Und du glaubst, es ist deine.“„Ich finde, es wäre eine Verschwendung, wenn es nicht so wäre.“Er ging zum anderen Ende der Bibliothek, zu der Tür zur Galerie, die Isabella zuvor verschlossen vorgefunden hatte, und holte einen Schlüssel aus seiner Tasche. Er drehte ihn um – ein leises Klicken war zu hören. Ein Hauch kalter Luft drang durch den Türspalt herein.„Komm“, sagte er. „Du bist nun seit drei Stunden in diesem Raum, ohne ein einziges Mal zum Himmel hinaufgeschaut zu haben.“Sie zögerte. Dann folgte sie ihm – z
Última actualización: 2026-11-05
Chapter: Kapitel 4: Ihres Vaters TochterLange Zeit sagte Isabella nichts.Im Kamin knisterte das Feuer. Irgendwo hinter den Flügeltüren schlug eine Uhr sieben – ein dünner, ferner Klang, wie eine Glocke, die man unter Wasser hört. Der Pass lag unter ihrer Hand, doch sie hob ihn nicht auf; ihn aufzuheben hätte bedeutet, zuzugeben, dass er ihr gehörte.„Das ist nicht mehr mein Name“, sagte sie schließlich.„Es ist der einzige Name, der für die Männer vor meinen Toren von Bedeutung ist.“„Welche Männer?“„Irgendwelche Männer.“ Dante lehnte sich im Stuhl zurück und musterte sie. Das Feuerlicht ließ die Konturen seines Gesichts schärfer und älter wirken. „Salvatore Rossi hat eine Tochter. Sie ist vor sechs Jahren verschwunden, eine Woche nach ihrem achtzehnten Geburtstag, und seither sucht er nach ihr. Er hat drei Privatdetektive und einen Priester bezahlt. Gefunden hat er sie nicht.“ Eine Pause. „Ich habe sie gestern Abend gefunden – in einem Flur, mit einem Eimer Eis in der Hand.“Ein kaltes, fremdes Gefühl durchfuhr ihre Brus
Última actualización: 2026-11-05
Chapter: Kapitel 3: Die HausregelnDas Frühstück traf genau zwanzig Minuten später ein – und mit ihm Enzo. Er war ein stämmiger Mann von etwa fünfunddreißig Jahren, mit kahlgeschorenem Kopf und einem Gesicht, das so verschlossen wirkte wie eine fest verriegelte Tür. Ein silbernes Tablett trug er so vorsichtig, als befänden sich darauf Sprengsätze. Rührei, gebutterter Toast, eine Schale mit Beeren, eine Kanne Kaffee, deren Duft so verlockend war, dass es sich fast wie eine Provokation anfühlte. Er stellte das Tablett auf den Schreibtisch, trat einen Schritt zurück und faltete die Hände vor sich. „Mr. Moretti hofft, dass Sie gut geschlafen haben“, sagte er. Isabella starrte ihn an. „Ist das ein Witz?“ „Nein, Miss.“ „Ich wurde unter Drogen gesetzt.“ Enzo nahm diese Feststellung mit größter Ernsthaftigkeit zur Kenntnis. „Ja, Miss. Das tut mir leid. Es war der schnellste Weg.“ Sie hätte beinahe aufgelacht. Das Tablett rührte sie nicht an. Sie saß auf der Bettkante, die Arme vor der Brust verschränkt, und versuchte, s
Última actualización: 2026-11-03