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4: DER MORGEN DANACH

Autor: Solyn Aure
last update Fecha de publicación: 2026-09-11 03:13:05

ARIA'S POV

Als das Morgenlicht mein Gesicht traf, tat alles weh.

Mein Kopf pochte so stark, dass ich beinahe direkt wieder auf die Kissen gesunken wäre. Meine Glieder fühlten sich wie Blei an, völlig niedergedrückt von einem tief sitzenden Schmerz, und meine Lippen waren rissig, trocken und bitter.

Als ich sie öffnete, zog sich ein scharfer Schmerz durch meinen Mund.

Ich blinzelte gegen das grelle Sonnenlicht und mein Blick setzte das Zimmer langsam wieder zusammen. Es fühlte sich kalt, leer und völlig fremd an.

Bei diesem letzten Gedanken erstarrte ich. Wo zum Teufel war ich?

Die unglaublich weiche Beschaffenheit der Laken hatte sich um meinen Körper gewickelt. Mein Herz sank und raubte mir völlig den Atem.

Ich zog den Stoff ein wenig nach unten. Und ich war völlig nackt. So nackt wie an dem Tag, an dem ich geboren wurde.

Meine Brüste fühlten sich wund an, und ein pochender Schmerz war tief zwischen meinen Oberschenkeln geblieben.

Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Nein. Bitte, Gott, nein.

Ein ersticktes Schluchzen blieb mir im Hals stecken. Ich zwang mich aufzurichten, meine Beine zitterten, als ich sie über die Bettkante schwang. Ich musste meine Hände fest gegen meine Knie drücken, damit ich nicht auf den Boden zusammenbrach.

Als ich nach unten sah, spannte sich mein Kiefer an. Rote Male zeichneten sich auf meinem Schlüsselbein und meinen Schultern ab.

Mein Kopf war völlig benebelt, aber ich war nicht ahnungslos.

Ich hatte mit jemandem Sex.

Mit wem?

Ich versuchte, ein Gesicht in meinem Kopf heraufzubeschwören, aber da war … nichts.

Könnte es Jamie gewesen sein? Hatte er bereut, was er getan hatte, und war nach der Party gekommen, um mich zu suchen?

„Aria“, hallte eine Stimme in meinem Kopf wider. Die Erinnerung an diese tiefe, raue Stimme kam zurück.

Er hatte langsam geflüstert und meinen Namen immer wieder auf seiner Zunge gerollt, während er …

Das war nicht Jamie. Ganz sicher nicht. Der Fremde war … eine völlige Leerstelle.

Ich brannte vor Scham, als eine weitere Erinnerung durch den Nebel in meinem Kopf blitzte.

Ich konnte mich selbst sehen, wie ich ihn mit tränengefüllten Augen anflehte. „Solltest du nicht … mein … Retter sein?“

Retter, von wegen. Als ich auf die Male auf meiner einst makellosen Haut hinabsah.

Wütende Tränen brannten in meinen Augen. Jemand hatte mich eindeutig ausgenutzt.

Ich fühlte mich schmutzig. Benutzt. Der Mann war nicht mehr in der Suite. Ich musste verschwinden, bevor er zurückkam. Ich konnte es nicht riskieren, hier zu sein, wenn er zurückkam.

Ich musste diesen gewaltigen Verlust hinnehmen und versuchen, die Nacht einfach zu vergessen.

Panik übernahm die Kontrolle, als allein der Gedanke daran, dass der Fremde hereinkommen könnte, meinen Magen umdrehte.

Ich sprang hastig aus dem Bett, sank auf den Boden und begann, nach meinen abgelegten Kleidern zu suchen. Meine Hände zitterten so stark, als ich sie anzog.

Die Seidenfront meines violetten Oberteils war ruiniert. Der Stoff war unsauber eingerissen und konnte meine Brüste nicht mehr richtig halten.

Scheiße.

Zwei Monate meiner Zeit, meines Designs und meiner Mühe, ruiniert durch die Hände dieses Hurensohns.

Er sollte besser hoffen, dass ich ihn niemals finde, denn wir haben einige Rechnungen zu begleichen.

Ich schnappte mir einen großen schwarzen Mantel, der auf dem Teppich lag, und warf ihn über mein ruiniertes Kleid.

Ich nahm den Aufzug nach unten und war dankbar, dass ich mich auf der Führungsebene befand, da sie völlig leer war.

Ich hielt den Kopf gesenkt und eilte durch die Lobby, betete, dass niemand mich erkennen würde. Nicht in diesem Zustand.

Ich war nur Sekunden davon entfernt, einen völligen mentalen Zusammenbruch zu erleiden.

Ich stieß durch die Glastüren und platzte in die kühle Morgenluft hinaus.

Mein Auto unter der Flotte zu finden, war keine kleine Aufgabe, aber mein babyblauer BMW war nicht allzu schwer zu finden.

Ich drängte mich am Parkservice vorbei, schloss die Tür mit der Schlüsselkarte auf, die sich in der Handtasche befand, die ich hastig vom Boden der Suite genommen hatte.

Ich stieg ein, verriegelte die Türen und presste meine Stirn gegen das kühle Glas des Lenkrads.

Ich konnte es nicht länger zurückhalten und brach in heftiges Weinen aus.

Langsam begannen sich die Bruchstücke der Nacht in meinem Kopf zusammenzufügen. Jamies Verrat. Die Ankündigung.

Ich war so verdammt verloren und am Boden zerstört gewesen, dass ich zum ersten Mal in meinen zwanzig Lebensjahren ein Getränk hinuntergestürzt hatte.

Eigentlich einundzwanzig. Seit gestern.

Verdammt glücklichen Geburtstag für mich, oder? Willkommen im Erwachsenenleben, Aria.

Welche Geschichte ist tragischer, als dass dein Jugendfreund dich auf einer öffentlichen Bühne abserviert, du völlig überrumpelt wirst und dann nackt im Bett eines Fremden aufwachst?

Die tragischste Geschichte überhaupt.

Richtig. Das Getränk. Es war mit einer Droge versetzt worden.

Meine Hände ballten sich in meinem Schoß zu festen Fäusten.

Eine bittere Erkenntnis setzte sich in meinem Magen fest und verwandelte meine Trauer in eine Übelkeit erregende Welle der Wut.

3: DER MORGEN DANACH

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