MasukARIAS PERSPEKTIVE „Sag ihm, er soll in seine Schreibtischschublade schauen, wenn er nach mir fragt.“ Ich hebe den Riemen meiner Tasche auf die Schultern. Mira steht neben mir, die Hände fest vor der Schürze gefaltet, die Augen bereits glasig. „Miss Aria… wann kommst du zurück? Das Haus wird so leer wirken. Die Matriarchin ist gestern abgereist, und jetzt packst du auch noch deine Sachen. Das Anwesen wird so einsam sein. Ich werde dein Gesicht vermissen. Und den kleinen Remy—“ „Ich werde dich auch vermissen, besonders die Art, wie ihr alle auf mein Baby aufpasst.“ Ich werfe einen Blick zum Auto, in dem Remy schon sitzt und mit den Beinen gegen den Sitz strampelt. „Es ist nur Business. Ich komme bald zurück.“ Das Leder zieht an meiner Schulter und erinnert mich daran, dass mein Flug in weniger als zwei Stunden geht. Sie nickt, aber die Art, wie sie die Lippen zusammenpresst, sagt, dass sie die Leichtigkeit, die ich
ARIAS PERSPEKTIVE Die blinkenden Neonlichter der Onyx Lounge kühlen den hektischen Rhythmus meines Herzens nicht, als ich Alexis an den Vorhängen des VVIP-Bereichs vorbei folge. Irgendwie bereue ich meine Entscheidung bereits. Ich hätte zurückbleiben sollen. Ich hätte nicht… Beruhige dich, Aria. In dem Moment, in dem wir in die Box treten, drehen sich beinahe alle Köpfe am Tisch zu uns, aber ich registriere ihre Gesichter kaum. Meine Augen werden zur Mitte gezogen. Noah sitzt da, seine Gestalt wirft einen dunklen Schatten über den Ledersitz. Sein weißes Hemd ist am Kragen offen, die dunklen Locken leicht zerzaust, und sein Kiefer ist so fest zusammengepresst, dass ein Muskel in der Wange zuckt. Und neben ihm, wie die Katze, die gerade den Kanarienvogel ganz verschluckt hat, sitzt Stephanie verdammte Langford. „Aria. Ich hätte nicht erwartet, dich heute Abend zu sehen.“ Sie neigt den Kopf. „Wie wa
STEPHANIES PERSPEKTIVE Die private Lounge im obersten Stock des Clubs ist ganz in gedämpftem Licht, laut, weil jeder in der Lounge Witze reißt, trinkt und Spaß hat. Meine Mission heute Abend ist sehr klar. Ich muss einen Keim des Zweifels in seinem Kopf über Aria pflanzen, weshalb ich Lora mitgebracht habe. Lora sitzt an meiner anderen Seite und lehnt sich bereits zu Brian, mit diesem eifrigen, großäugigen Blick, den sie für charmant hält. Es lässt meinen Magen umschlagen. Sie gehört nicht in Räume wie diesen, und das zeigt sich in jedem verzweifelten Lächeln. Trotzdem hat sie sich als nützlich erwiesen. Die Informationen, die sie früher geliefert hat, waren die Irritation wert, sie mitzubringen. Ich drücke den scharfen Zeh meines Absatzes leicht gegen ihren Fuß – eine schmerzhafte Erinnerung, ihren umherschweifenden Fokus zurück zum Skript zu bringen. Lora zuckt zusammen, Zittern läuft durch ihre Schultern, bevo
ARIAS PERSPEKTIVE Naomi dreht sich vor dem Spiegel und betrachtet die Bluse, die ich mit einem Rock kombiniert habe. Sie neigt den Kopf und lächelt dann. „Du bist gefährlich“, sagt sie schließlich. „Ich bin für einen einfachen Nachmittag hierhergekommen, und du baust meine Garderobe um.“ Ich richte den Kragen leicht. „Die Proportionen sind so besser. Du hast die Haltung für klare Linien. Die meisten Leute verschwenden sie an Dinge, die zu unruhig sind.“ Sie lacht leicht, während sie ihre Nägel im Spiegel betrachtet. „Dann machen wir passende Farben. Ich denke an ein tiefes Rosenholz. Etwas Schickes. Es wird uns gut stehen, besonders dir.“ Sie zwinkert mir bei ihrem letzten Wort zu. Wir enden nebeneinander an der Maniküre-Station, das leise Summen der Trockner füllt die angenehme Stille zwischen uns. Naomis Telefon vibriert zum dritten Mal. Sie wirft einen Blick auf den Bildschirm und ihr Ausdruck wird weicher.
ARIAS PERSPEKTIVE „Nur zur Erinnerung, der Termin mit Mr. Junior steht immer noch für nächsten Donnerstag um elf fest. Er hat jede Alternative abgelehnt, die ich angeboten habe.“ Sandras Stimme kommt durch den Lautsprecher. „Er sagte, er wird nur mit der Eigentümerin von Aureline verhandeln. Kein zweiter Designer, kein Senior Associate. Nur du.“ Ich kneife mir die Nasenwurzel, das Skizzenbuch immer noch offen auf dem Schoß. „Hat er irgendeinen Grund angegeben?“ „Nur dass die Stücke für eine private Sammlung sind und er deinem Auge vertraut. Er hat die Anzahlung bereits überwiesen. Ich kann versuchen, es um eine weitere Woche zu verschieben, wenn du mehr Zeit in New York brauchst.“ „Nein. Behalte ihn. Bis dahin bin ich zurück in Paris.“ „Perfekt. Ich werde ihn sofort festmachen“, seufzt Sandra mit immenser Erleichterung. „Wir alle warten sehnsüchtig auf deine Rückkehr, Boss. Gute Reise.“ Wir gehen noch ein paar De
STEPHANIES PERSPEKTIVE Die letzten Takes enden unter den hellen Studio-Lichtern. Crew-Mitglieder beginnen, die Ausrüstung neu zu setzen, während der Regisseur eine kurze Pause ankündigt. Ich reiche meine Prop-Waffe einem Assistenten und glätte die Vorderseite meines Kostüms, berechne bereits den Rest des Nachmittags. Coltrane Cruz steht ein paar Meter entfernt, nimmt eine Wasserflasche von seiner PA und zieht sich den Mantel über. Ich überquere die Distanz mit einem leichten Lächeln. „Coltrane. Was hältst du davon, ein schnelles Table Read oder einen privaten Durchlauf der Balkonszene vor dem Hauptdreh zu machen? Die Choreografie fühlt sich auf meiner Seite noch ein bisschen locker an.“ Er schaut rüber, höflich, aber bereits halb zum Ausgang gedreht. „Ja, klar. Nur nicht heute. Ich bin voll gepackt.“ „Oh, natürlich.“ Mein Lächeln rutscht nicht. „Mein Fahrer steckt im Midto







