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2: INS FEUER

Author: Solyn Aure
last update publish date: 2026-09-12 02:39:17

ARIA'S PPERSPEKTIVE

Das ultimative Power-Paar. Nicht wahr?

Ein bitterer Geschmack erfüllte meinen Mund, als Jamie und Lora sich auf dieser Bühne mit liebevollen Blicken ansahen. Zu sehen, wie perfekt sie zusammenpassten, fühlte sich wie ein körperlicher Schlag gegen meine Brust an, ein Schmerz, der so tief ging, dass ich mir buchstäblich das Herz herausreißen wollte, nur damit er aufhörte.

Der Applaus ging weiter und verwandelte sich in eine tosende Welle, die den Raum erfüllte.

Ich zerbrach mitten in einem überfüllten Raum, aber niemand schien es zu bemerken.

Überall um mich herum drehten sich die Gespräche um das frisch verlobte Paar. Ich schnappte Gesprächsfetzen auf – „Oh, endlich!“, „Ich wusste die ganze Zeit, dass sie es ist!“ und „Die beiden sehen so süß zusammen aus.“

Die Leute hatten das erwartet? Sie wussten davon? Wie konnte jeder in diesem Raum davon wissen, außer mir, einer der daran beteiligten Personen?

Jamie sah nicht in meine Richtung. Er wagte es nicht. Ich flehte ihn innerlich an, ich bat ihn mit meinen brennenden Augen, mir irgendeine … irgendeine Erklärung für … das hier zu geben.

Er wusste, wo ich war. Da war ich mir zu zehntausend Prozent sicher, denn mein Blick brannte sich definitiv in seine Haut, aber er leistete verdammt gute Arbeit darin, nicht in meine Richtung zu sehen.

Verdammter Feigling.

Seine Augen blieben auf Lora gerichtet, als er ihre Hand nahm und ihr einen schweren Diamantring auf den Finger schob. Ich konnte nicht anders, als zu bemerken, dass es genau der Ring von der verdammten Quittung war.

Der Verrat traf mich erneut mit voller Wucht und raubte mir den Atem.

Ich fühlte dieselbe Schwere. Nein! … Es war viel schlimmer als an dem Tag, an dem meine Mutter starb. Ich fühlte mich völlig leer, als würde ich ersticken.

Dann sah Lora mich an.

Von all den Gesichtern im Raum … fand sie meines.

Und da war es. Dieser vertraute, hässliche Anflug von Spott in ihren Augen. Eine stumme, giftige Botschaft ging zwischen uns über: Ich habe wieder gewonnen. Ich habe ihn dir weggenommen. Genau wie alles andere.

Meine Fingernägel bohrten sich in meine Handflächen.

Du verdammte Schlange.

Der Raum begann sich um mich zu drehen.

Ich konnte nicht hierbleiben. Ich konnte nicht zusehen, wie sie sich berührten.

Ich drehte mich um und drängte mich durch die Menge, während sich mein Körper nur noch instinktiv bewegte.

Ich musste einfach raus.

Auf dem Weg zum Ausgang stellte sich Mario mir in den Weg.

„Du siehst aus, als könntest du das gebrauchen, Aria“, murmelte er und drückte mir ein kaltes Glas in die Hand. Mario – ein Typ, den ich seit Jahren kannte, jemand, dem ich tatsächlich als echtem Freund vertraute.

Ich war schon immer nicht trinkfest gewesen und mied Alkohol normalerweise völlig, aber die Qual in meiner Brust verbrannte mich bei lebendigem Leib.

Ich musste mich betäuben. Ich musste diesen überwältigenden Schmerz stoppen.

Ohne einen zweiten Gedanken nahm ich das Glas und schluckte die Flüssigkeit in verzweifelten Schlucken hinunter, in der Hoffnung, dass der Schmerz in meiner Brust nachlassen würde.

Das war mein größter Fehler.

In dem Moment, als ich aus dem hell erleuchteten Ballsaal in den dämmrig beleuchteten Korridor stolperte, verschwamm meine Sicht deutlich. Durch den Schleier brach Schweiß auf meiner Stirn aus.

Alarmglocken schrillten in meinem Kopf. Ich hatte das Gefühl, verfolgt zu werden. Ich zwang mich, zurückzusehen.

Und ein paar Schritte hinter mir gingen zwei große, kräftig gebaute Männer. Ihre Gesichter waren im gedämpften Licht verschwommen, aber ihre scharfen dunklen Anzüge und breiten Schultern waren unverkennbar.

Sie folgten mir.

Ich beschleunigte meine Schritte, aber sie passten sofort ihr Tempo an. Sie waren dicht hinter mir.

Scheiße.

Panik raste durch meine Brust, und mein Kopf wollte nicht aufhören, sich zu drehen. Ich rannte direkt auf die Reihe von Aufzügen zu, während meine goldenen High Heels laut auf dem Marmorboden klackten.

Ich drückte meinen Daumen immer wieder gegen den Knopf.

„Komm schon … komm schon …“

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, während ich betete, dass sich die Türen öffneten, bevor sie mich erreichten.

Ding.

Noch nie war ich so glücklich gewesen, dieses Geräusch zu hören.

Die Metalltüren glitten auseinander, und ich stolperte hinein und drehte mich um.

Einer von ihnen stürmte nach vorne. Seine Hand schoss durch den sich schließenden Spalt.

Für den Bruchteil einer Sekunde trafen sich unsere Blicke.

Ein dunkles, beängstigendes Grinsen verzog seine Lippen. Er sah aus wie ein Raubtier, das sich seiner Beute näherte. Ein Teufel.

Ich rang nach Luft, als die Türen sich nur wenige Zentimeter von seinen Fingern entfernt schlossen.

Der Aufzug begann nach oben zu fahren, und meine Beine gaben nach. Ich sank auf den Boden und zitterte unkontrolliert.

Hitze.

Herrgott … so viel Hitze.

Sie breitete sich wie flüssiges Feuer in meinem Körper aus, sammelte sich tief in meinem Bauch und raste durch meine Adern.

Meine Haut brannte.

Jede Berührung meines violetten Kleides auf meiner Haut fühlte sich brennend und intensiv an.

Ich presste meinen Rücken gegen die Metallwand des Aufzugs. Es half kaum.

Die Hitze in meinem Blut nahm immer weiter zu und schoss wie kochendes Öl durch meine Adern.

Was zum Teufel stimmte nicht mit mir? dachte ich. Alkohol löste keine Reaktion wie diese aus. Ich wusste nicht viel über Alkohol, aber ich wusste, dass das nicht normal war.

Der Aufzug hielt endlich an.

Ich war im obersten Stockwerk, und die Türen öffneten sich zu einem Flur für die Führungsebene.

Ich zwang mich hoch, fummelte herum und schwankte auf den Beinen, während die Angst, dass die beiden Männer mich einholten, mich vorwärts trieb.

Ich konnte nicht erwischt werden. Ich würde mich nicht erwischen lassen.

Ich taumelte weiter, hielt mich zur Stabilität an der Wand fest, bis ich die einzige Tür am Ende des Flurs erreichte.

Meine Hände zitterten, als ich nach dem Türgriff griff.

Klick.

Sie war nicht abgeschlossen.

Ich stolperte hinein und warf mein Gewicht gegen das schwere Holz, bis die Tür hinter mir ins Schloss fiel und den stillen Flur aussperrte.

Erleichtert lehnte ich mich gegen die Tür und rang nach Luft.

Sicher.

Ich war den Fängen dieser Männer entkommen.

Ich war endlich in Sicherheit.

Zumindest … dachte ich das.

Denn ich hatte keine Ahnung, dass ich überhaupt nichts entkommen war.

Ich war geradewegs von der Traufe in etwas weitaus Schlimmeres geraten.

Ins Feuer.

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