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Kapitel 139 : Die Abschiede 2

Auteur: Déesse
last update Date de publication: 2026-10-28 08:03:53

Ich erinnere mich an alles, und ich bete, dass diese Erinnerungen nicht zu Reliquien werden, zu Überresten eines verlorenen Glücks, zu Geistern einer zerbrochenen Liebe.

Die folgenden Tage sind endlos. Ich beschäftige mich, so gut ich kann, ich regiere das Königreich in Cassians Abwesenheit, ich treffe Entscheidungen, empfange Gesandte, erledige die laufenden Geschäfte. Aber mein Geist ist woanders, auf dem Schlachtfeld, bei meinem Mann, bei meinem Bruder, bei meinen Soldaten.
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    AelysDie Nachricht vom Sieg erreicht uns an einem sonnigen Morgen, getragen von einem Boten, bedeckt mit Schlamm und Blut, aber mit einem triumphierenden Lächeln. Das jubelnde Volk überflutet die Straßen der Hauptstadt, die Glocken läuten in allen Kirchen, und der ganze Palast ist in Aufruhr. Aber mein Herz bleibt eiskalt.Der Bote hat mir gesagt, dass Cassian lebt. Verletzt, aber am Leben. In einer Sänfte transportiert, unter guter Bewachung, auf dem Rückweg. Am Leben. Dieses Wort hallt in meinem Kopf wider wie eine Glocke, wie ein Gebet, das erhört wurde, wie ein Wunder.Am Leben. Er ist am Leben.Die folgenden Tage sind die längsten meines Lebens. Ich warte, Tag und Nacht, stehe auf den Zinnen des Palastes, spähe zum Horizont, halte Ausschau nach der ersten Silhouette der zurückkehrenden Armee. Ich schlafe nicht, ich esse nicht, ich lebe nur für diesen Augenblick, für diesen Moment, in dem ich ihn wiedersehen, ihn berühren, wissen we

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    Ein Schrei erhebt sich aus der Armee, ein Kriegsschrei, ein Schrei der Herausforderung, ein Schrei, der die Angst vertreibt und das Feuer des Mutes entzündet. Die Schwerter schlagen auf die Schilde, die Lanzen schlagen auf den Boden, und der Lärm ist ohrenbetäubend, ein Donner, der über die Ebene rollt und die feindlichen Linien wie eine Provokation trifft. — Also vorwärts! rufe ich. Vorwärts, für das Königreich! Vorwärts, zum Sieg! Vorwärts, für das Leben! Die Trompeten erklingen, die Trommeln schlagen, und die Armee setzt sich in Bewegung. Eine menschliche Welle, die über die Ebene rollt, die auf den Feind zumarschiert, die sich auf den Aufprall vorbereitet. Die Schlacht beginnt. Was folgt, ist ein unbeschreibliches Chaos, ein namenloses Gemetzel, eine Hölle auf Erden. Die beiden Armeen prallen in einem Krachen von Metall und Fleisch aufeinander, und die Welt reduziert sich auf einen Strudel aus Blut, Schr

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    Ich erinnere mich an alles, und ich bete, dass diese Erinnerungen nicht zu Reliquien werden, zu Überresten eines verlorenen Glücks, zu Geistern einer zerbrochenen Liebe.Die folgenden Tage sind endlos. Ich beschäftige mich, so gut ich kann, ich regiere das Königreich in Cassians Abwesenheit, ich treffe Entscheidungen, empfange Gesandte, erledige die laufenden Geschäfte. Aber mein Geist ist woanders, auf dem Schlachtfeld, bei meinem Mann, bei meinem Bruder, bei meinen Soldaten.Die Nachrichten treffen in Wellen ein, getragen von erschöpften Boten. Die Armee hat den Pass von Pierre-Noire erreicht. Die ersten Scharmützel haben stattgefunden. Die Verluste sind gering. Dann werden die Nachrichten düsterer. Der Feind ist zahlreicher als erwartet. Die entscheidende Schlacht steht unmittelbar bevor. Die Chancen auf Sieg sind ungewiss.Jedes Mal, wenn ein Bote ankommt, stockt mein Herz. Jedes Mal, wenn er den Mund öffnet, halte ich den Atem an. Jedes Mal, wenn

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