LOGINEPILOGEVELYN POVDrei Jahre waren vergangen seit jener Nacht, in der ich zur Luna des Silvermoon-Rudels gekrönt worden war, und doch fühlte es sich jedes Mal, wenn ich daran dachte, immer noch ganz frisch an – als wäre mir die Krone erst gerade auf den Kopf gesetzt worden. Dieser Tag war im besten Sinne überwältigend gewesen; Alpha John hatte dafür gesorgt, indem er einflussreiche Alphas aus der ganzen Welt eingeladen hatte. Das Rudelgelände war in goldene und weiße Banner gehüllt, die im Wind wehten, die Wachen standen stramm, und ihre Stimmen waren von Respekt und Macht getragen, während die Feierlichkeiten jeden Winkel des Territoriums erfüllten.Jetzt stand ich in der Küche und rührte gedankenverloren in einem Topf, als Harriets Stimme meine Gedanken durchbrach – scharf, aber spielerisch.„Mama, du tust viel zu viel Salz hinein“, sagte sie, griff schnell zu und schloss ihre kleinen Hände um den Salzstreuer, ehe sie ihn mir entzog und mit einem kleinen, bestimmten Klacken auf der
Dann hob Evelyn ihre Hand, ihren Blick fest nach vorne gerichtet. Neben ihr hob John die seine ohne Zögern, sein Kiefer angespannt.Carlson folgte als Nächstes.Dianes Kopf schnellte zu ihm herum, ihre Finger fuhren aus, um seinen Arm zu greifen. „Tu das nicht—“, flüsterte sie scharf und versuchte, ihn hinunterzuziehen, doch er schüttelte sie ab und hob trotzdem die Hand.Sie starrte ihn für einen Moment an, schnaubte dann leise vor sich hin, rollte mit den Augen und verschränkte die Arme.Ein Rascheln ging durch die Menge.Tonyas Schultern bebten, während sie da stand, die Tränen liefen ihr frei über das Gesicht. Ihre Augen blieben an dem Bild in ihrem Kopf haften – die Wahrheit, die sie nicht mehr leugnen konnte. Schuldgefühle krampften sich hart in ihrer Brust zusammen, ihre Finger krallten sich ein, ehe auch sie langsam ihre Hand hob.Weitere Hände folgten.Die Entscheidung besiegelte sich.„Ernsthaft?!“, Giovannis Stimme schnitt durch den Raum, scharf und völlig den Halt verliere
Giovannis Welt brach nicht mit einem einzigen Schlag zusammen, sondern sie zersprang Stück für Stück, bis sie schließlich zersplitterte – all das wegen Benjamins Obsession. Der Art von Besessenheit, die einen Mann glauben ließ, er könne eine ganze Stadt seinem Willen unterwerfen, indem er sämtliche Überwachungskameras hackte und alle Alphas beobachtete, um ihre Schwachstellen zu finden.Ein Bildschirm flackerte auf.Ein verzerrter Clip wurde scharf, und dann war alles klar zu erkennen.Giovannis Hand, die Elena stieß, während ihr Körper über die Kante eines hohen Gebäudes kippte; ihr Schrei wurde vom Wind verschlungen, als sie im Nichts verschwand.Ein Keuchen ging durch den Raum.Der nächste Clip schlug ohne Vorwarnung ein: dunkle, feuchte Wände, klirrende Ketten. Giovanni kniete vor seiner Mutter, eine Kamera wackelte leicht in seinem Griff, während er jede Sekunde aufnahm; ihre Schreihe hallten wider, während er lächelte, als bedeute es ihm nichts.Jemand fluchte leise vor sich hin
„Was, wenn es gefälscht ist?“ Giovannis Stimme hallte scharf wider, aber die Anspannung unter seiner Stimme begann sich zu zeigen. „Realisiert ihr, dass diese Anschuldigungen gegen mich auch das BrightSun Pack zerstören könnten?“Ein Wellenschlag bewegte sich durch die Halle.Jude justierte das Mikrofon leicht, sein Blick immer noch auf ihn fixiert. „Drohst du mir jetzt, Alpha Giovanni?“Giovannis Kiefer spannte sich an. „Nein“, antwortete er und zwang Ruhe in seinen Ton. „Ich stelle eine Tatsache fest.“„Genau!“Ein weiterer Alpha erhob sich von seinem Sitz und unterstützte ihn, während Gemurmel sich erneut ausbreitete, der Raum begann sich zu spalten, einige neigten zum Zweifel, andere beobachteten genau und warteten auf den nächsten Schlag.„Selbst wenn er illegitim ist – warum spielt das eine Rolle?“ fuhr der Alpha fort und breitete die Hände aus, während er dem Raum zugewandt war. „Schaut, was er getan hat. Er hat sein Pack dreimal über seine Grenzen hinauswachsen lassen. Sogar s
Alpha Jude stieß ein leises Schnauben aus und tat ihren Ausbruch ohne einen zweiten Blick ab. Die Kameras schwenkten um; ihre Linsen richteten sich auf Diane und fingen jedes Flackern von Panik in ihrem Gesicht ein.„Und es gibt noch mehr“, fuhr Jude fort, seine Stimme ruhig, während es in der Halle langsam wieder still wurde. „Ein Video kursiert, das beweist, dass sie dafür verantwortlich ist, dass Evelyns Kind zu einem Mischling wurde.“Ein scharfer Ruck der Überraschung ging durch den Raum.Evelyns Finger krampften sich leicht auf dem Tisch zusammen, doch ihr Gesichtsausdruck veränderte sich nicht.„Harriet“, fügte Jude hinzu und warf einen kurzen Blick auf die Dokumente vor sich. „Diane Carlson hat sich als Lehrerin getarnt, sich dem Kind genähert und ihm Schokolade gegeben. Wir alle wissen, wie schädlich Schokolade für einen ausgewachsenen Werwolf ist – ganz zu schweigen von einem Kind.“Erneut erhob sich Murmeln, diesmal lauter, erfüllt von Empörung.Dianes Kopf sank noch tiefer
RATSVERAMMLUNG, D-DAYDie Ratshalle ragte hoch und imposant empor; die U-förmige Anordnung der langen Tische war bereits aufgebaut. Im geschwungenen Zentrum trat Evelyn ein, wobei ihre Absätze leise auf dem polierten Boden klackten.Sie bewegte sich mit ruhiger Eleganz; ihr schlichtes blaues Kleid lag eng an ihren Formen an, während dünne Träger auf ihren Schultern ruhten. Ihr Haar war zu einem glatten Pferdeschwanz zurückgebunden, ihr Make-up war dezent – nur ein rosa Lippenstift und etwas Wimperntusche.Ihr Blick hob sich und fiel auf den vorderen Platz.Derselben Platz.Ein leises Schnauben entkam ihren Lippen, ehe sie es verhindern konnte. Die Erinnerung traf sie ebenso schnell: die Art und Weise, wie sie und John genau dort gedemütigt worden waren. Sie verweilte und weigerte sich zu verblassen.Ihr Kiefer spannte sich an, doch sie zwang sich weiterzugehen.Die Ankündigung von letzter Nacht wog immer noch schwer in ihrer Brust. Das Nightshade-Rudel hatte die Bande zum Silvermoon-R







