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Kapitel 4

Author: Eukalyptusnebel
Ich fuhr allein mit dem Taxi zurück in die Wohnung.

An die Rückenlehne gelehnt, schloss ich die Augen und atmete tief. Erstickungsgefühl und Tinnitus ließen endlich ein wenig nach.

Beim Aussteigen stellte der Fahrer meinen Koffer unten vor das Haus und fragte, ob er ihn bis zum Aufzug bringen solle.

Ich sagte, es sei nicht nötig. Mit dem kaputten Laptop im linken Arm und dem Koffer in der rechten Hand betrat ich das Gebäude.

Als ich in der Wohnung war, ging ich ins Arbeitszimmer und suchte die Backup-Festplatte.

Sie lag noch ganz hinten in der Schublade.

Ich atmete erleichtert auf und ging dann zum Nachttisch, um die Medikamentenflasche zu holen.

Kaum lag die Flasche in meiner Hand, klickte das Türschloss.

Simon stand in der Tür, sein Gesicht düster.

„Du bist also wirklich zurückgekommen.“

Ich schob die Festplatte in die Innentasche meines Koffers.

„Raus.“

Er rührte sich nicht. Sein Blick fiel auf die Medikamentenflasche in meiner Hand.

Im nächsten Moment trat er vor und riss sie mir weg.

„Jana Berg, hast du dich jetzt genug aufgeführt? Ich habe gesagt, dass ich dir einen neuen Computer kaufe, und ich werde Mira dazu bringen, sich bei dir zu entschuldigen. Wie lange willst du uns noch mit dieser kalten Behandlung quälen?“

Ich griff danach.

„Gib sie zurück.“

Simon hob die Hand hoch. Unterdrückte Wut lag in seinen Augen.

„Mira steht unten und weint so sehr, dass sie kaum Luft bekommt. Du hast nicht ein einziges Wort der Sorge für sie übrig. Seit wann bist du so kaltherzig?“

„Seit ihr angefangen habt, mein Leben als Wetteinsatz zu benutzen.“

„Mach kein großes Prinzip daraus.“ Er biss die Zähne zusammen. „Ein Wettbewerb, ein Laptop, eine Reise. Willst du deswegen wirklich unsere ganze Vergangenheit wegwerfen?“

Ich sah ihn an.

„Simon, wir trennen uns.“

Er erstarrte einen Moment. Dann lachte er.

In diesem Lachen lag keine Freude, nur die Absurdität eines gekränkten Menschen.

„Trennen? Willst du mir mit Trennung drohen?“

„Ich drohe dir nicht.“

Ich wollte keine Worte mehr an ihn verschwenden. Ich zog den Koffergriff hoch und griff wieder nach der Flasche in seiner Hand.

Doch Simon wich einen Schritt schneller zur Seite und umklammerte die Flasche fest.

„Gut. Du willst dich beruhigen. Ich erfülle dir den Wunsch.“

Er trat vor die Tür.

Mein Herz zog sich plötzlich zusammen.

„Simon, was hast du vor?“

Die Sicherheitstür fiel vor meinen Augen zu.

Der Schließzylinder drehte sich.

Ich stürzte hin und rüttelte am Türgriff. Er bewegte sich keinen Millimeter.

Simons Stimme drang durch die Tür.

„Mira und ich schließen eine letzte Wette ab. Vier Stunden. Wenn du vier Stunden da drinnen bleibst, wirst du begreifen, wie weit du heute gegangen bist.“

Ich schlug gegen die Tür.

„Mach auf.“

„Die Medikamente nehme ich erst einmal mit, damit du deine Krankheit nicht wieder benutzt, um mir zu drohen.“ Seine Stimme war hart und kalt. „Wenn du bereit bist, vernünftig zu reden, rufst du mich an.“

Seine Schritte entfernten sich.

Mit einem Klingeln schlossen sich die Fahrstuhltüren.

Die ganze Wohnung wurde still.

Ich stand im Flur, die Handfläche an der Tür, und plötzlich wurde mein Atem kurz.

Der enge Eingang, die verriegelte Tür, die Medikamente, die ich nicht zurückbekam.

Alles drückte mir auf die Brust, als würde mir jemand die Luft abschnüren.

Ich drehte mich um und durchsuchte die Schubladen.

Keine Ersatztabletten.

Die Dinge in meinem Rucksack waren am Flughafen völlig durcheinandergeraten.

Das Handy war in den Riss des Innenfutters gerutscht. Mit zitternden Händen zog ich es heraus, doch die Entsperrung per Fingerabdruck scheiterte dreimal hintereinander.

Eine Nachricht von Mira erschien.

„Jana, beruhige dich bitte. Simon meint es auch nur gut mit dir.“

Ich starrte auf diese Zeile und konnte plötzlich nicht mehr lachen.

Sie glaubten wirklich, mich einzusperren geschehe zu meinem Besten.

Mein Herz schlug immer schneller.

An den Rändern meines Blickfelds wurde es schwarz.

Bevor ich das Bewusstsein ganz verlor, stieß ich das Regal im Flur um.

Ich hob die Messingfigur auf, die auf den Boden gefallen war, riss all meine Kraft zusammen und schleuderte sie gegen die bodentiefe Glasscheibe im Wohnzimmer.

„Krach!“

Beim Splittern spritzten Scherben nach allen Seiten. Einige gruben sich in meinen Unterarm, und Blut quoll hervor.

Der Bildschirm meines Handys leuchtete erneut auf.

Es war eine Nachricht von Simon.

Im Vorschaufenster des Sperrbildschirms stand eine Zeile.

„Es sind nur vier Stunden. Hör auf, Mitleid zu heischen.“

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