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EPISODE 2

Author: Sasha B.
last update publish date: 2026-07-10 12:22:14

**EPISODE 2: DIE HÄSSLICHE SKLAVIN**

„Ich helfe dir zu überleben … aber am Ende ist es immer noch deine Entscheidung, und ich werde auf deine Antwort warten, meine … Sklavin.“

Seine eisige Stimme hallte unheimlich durch die hölzernen Wände des Stalls. Dann drehte er mir den Rücken zu und ging davon, ein leises, grausames Lachen hinter sich herziehend. Erst als seine Anwesenheit vollständig verblasst war, ließ ich den Atem entweichen, den ich angehalten hatte. Wolfie hörte endlich auf zu knurren und wedelte vor mir mit dem Schwanz, als wollte er mich beruhigen.

Die Anspannung in meinem Gesicht löste sich. Die tief gefurchte Stirn glättete sich langsam. Ich schob den Dolch zurück in meine Tasche – eine Klinge, die ich seitdem der Sohn des Herrn Interesse an mir zeigte, nie mehr von meiner Seite gelassen hatte.

Seine Lust war unersättlich, widerlich.

Von all den schönen Dienerinnen im Herrenhaus hatte er ausgerechnet mich auserwählt, um sich an mir zu besessen.

Ich hatte ihn mehr als einmal erwischt, wie er hinter den Ställen Sex mit einer Dienerin hatte. Er kannte keine Scham, und jetzt wollte er mich in diesen Dreck hineinziehen.

Ich dankte dem Himmel, dass es ihm noch nicht gelungen war. Ich wehrte mich weiter, kämpfte weiter. Ich würde nicht zögern, ihn zu töten, falls er den Punkt erreichte, an dem er mich tatsächlich vergewaltigen würde.

„Komm, Wolfie … Lass uns die Schweineställe sauber machen“, murmelte ich.

Ich trat aus dem Schafspferch heraus, mein treuer Hund folgte mir, und wir machten uns auf den Weg zu den Schweineställen. Dort, ohne dass mir jemand half, zog ich Eimer um Eimer Wasser aus dem Brunnen, schrubbte jedes Schwein und entfernte ihren Kot mit bloßen Händen. Die Ställe erstreckten sich weit und breit, und ich war die Einzige, die arbeitete. Es würde wahrscheinlich bis drei Uhr nachmittags dauern, bis ich fertig war.

Endlich ließ ich den letzten Eimer mit einem dumpfen Schlag zu Boden fallen – leer und vom vielen Gebrauch gesplittert.

„Endlich … es ist geschafft.“ Ich atmete tief aus.

Die Schweineställe waren nun makellos. Kein Dreck mehr, und die Körper der Schweine glänzten glatt und sauber. Ich blickte an mir herunter. Mein Kleid war mit Schmutz und Schweinekot bespritzt. Ich lächelte schwach.

„Wolfie, lass uns im Bach baden!“, sagte ich, und ein Hauch von Energie kehrte in meine Stimme zurück.

Ich trat hinaus auf die offenen Felder, die im warmen, orangefarbenen Schein der späten Nachmittagssonne badeten. Der Wind strich über mein Gesicht, während ich durch das Meer aus Gras schritt und den Blick auf den bewaldeten Pfad vor mir gerichtet hielt.

Irgendwo dahinter wartete der Bach.

Im Herrenhaus durfte ich nicht baden. Die Dienerinnen durften die Bäder benutzen, aber ich galt nicht einmal als eine von ihnen. Für mich gab es nur zwei Möglichkeiten: der Bach oder der Brunnen.

Als wir den Bach erreichten, holte ich tief Luft und ließ die kühle Brise um mich wehen. Das Wasser war kristallklar und ließ glatte Steine am Grund erkennen. Ich verharrte einen Moment und lauschte nur dem beruhigenden Rauschen der Strömung.

Ich war in Gedanken versunken, bis ich durch das plötzliche Platschen von Wolfie, der hineinsprang, aufgeschreckt wurde. Ein sanftes Lächeln umspielte meine Lippen.

Ich watete in den tieferen Teil des Wassers und ließ es um mich herum aufsteigen. Ich wusch Arme und Beine, schrubbte Schweiß und Schweinedreck ab, besonders die Flecken, die auf meinem Kleid gelandet waren.

Nachdem ich mich fertig gewaschen hatte, setzte ich mich in den Schatten eines Baumes, nicht weit vom Bach entfernt. Ich legte den Kopf in den Nacken und blickte in den Himmel. Vögel flogen nach Hause, glitten anmutig durch das verblassende Licht. In der Ferne hüpften Krähen zwischen den Ästen der Bäume am Waldrand.

Wieder bildete sich ein sanftes Lächeln auf meinen Lippen.

Ich wusste nicht, wie viel Zeit mir noch in dieser Welt blieb. Das Leben war grausam, wenn man keine Macht, keinen Status und kein Geld besaß. Aber trotzdem – auch ohne all das – wollte ich länger leben.

Mein größter Traum?

Von diesem Ort zu fliehen und ein Land weit weg von Menschen zu finden. Dort würde ich mir eine kleine Hütte bauen und Gemüse anpflanzen. Irgendwo, wo ich nachts schlafen konnte, ohne zu zittern … ohne Hunger zu leiden. Für andere ein einfacher Wunsch, für mich fühlte es sich an, als greife ich nach den Sternen – ein unmöglicher Traum.

Ich wusste nicht, wie lange mein Herr mich am Leben lassen würde. Ich wusste nicht, welche Pläne sie für mich hatten. Das Nichtwissen machte es leichter, mich nicht ständig zu sorgen.

„Hey, Sklavin! Zieh dich an. Du musst noch die Pferde tränken. Sorg dafür, dass sie genug trinken!“

Gerade als ich anfing, mich unter dem Schatten des Baumes auszuruhen, zerriss eine scharfe, raue Stimme meinen friedlichen Moment.

Ich drehte langsam den Kopf zur Sprecherin, die Augen weiterhin gesenkt, meine langen Ponyfransen verdeckten den Großteil meines Gesichts. Eine weitere Dienerin, die Befehle überbrachte.

„Beeil dich“, fauchte sie, bevor sie auf dem Absatz kehrtmachte und zügig davonging.

Es waren 55 Pferde, die aus dem Bach trinken mussten. Jedes wartete auf mich. Wenn ich schnell arbeitete, würde ich vor dem Abendessen fertig sein.

Ich stand auf und pfiff leise. Mein Hund, der sich faul im Gras gewälzt hatte, hob den Kopf und kam auf mich zugelaufen. Wir kehrten zu den Schafställen zurück, damit ich ein trockenes Kleid anziehen konnte.

Meine Vorhersage stimmte. Ich schaffte es, alle Pferde zu tränken, kurz bevor die Sonne vollständig unterging.

Gähnend trat ich zurück in den Schafstall und sah, dass mein Hund sich bereits auf seinem Lager zusammengerollt hatte, direkt neben meinem. Ich ging hinüber, legte mich hin und spürte endlich die Weichheit meiner Matratze aus Schafswolle, genau wie meine Decke.

Um uns herum ruhten die Schafe ruhig in ihren Pferchen – ihre Anwesenheit war seltsam tröstlich. Mein Körper schmerzte von der langen Tagesarbeit.

Heute war es nicht so erschöpfend wie die meisten Tage. Es gab keine schweren Aufgaben, keine endlosen Befehle, die mir in den Rücken gebellt wurden. Mein Körper schrie nicht vor Schmerz.

Ich fragte mich …

Was würde es heute Abend zum Essen geben?

Vielleicht nur altes Brot.

Oder übrig gebliebener Reis, zu einem kalten, bröckeligen Reiskloß geformt.

Wenn ich Glück hatte, vielleicht ein paar einfache gekochte Gemüse.

Einfache, geschmacklose Dinge, aber sie reichten aus, um die Nacht zu überstehen.

Die Krähen hatten begonnen, aus dem nahen Wald zu krächzen. Ihre Rufe hallten leise durch die Stallwände. Durch das große Fenster beobachtete ich, wie der Himmel langsam dunkler wurde und sich in tiefe Orangetöne färbte, während die Sonne dem Horizont entgegen sank. Ich blieb reglos sitzen, den Blick auf dieses verblassende Licht gerichtet.

Dann hörte ich Schritte, die sich näherten.

Stimmen. Leises Kichern.

Sie kamen auf die Stalltür zu.

Das mussten Dienerinnen sein.

„Hey, Sklavin. Mach schon die Tür auf“, rief eine von ihnen mit spöttischem Ton. Die Gruppe blieb direkt vor der Tür stehen. Ich erhob mich langsam von meinem Lager und ging hinüber.

Ich entriegelte die zweigeteilte Holztür und öffnete sie.

Drei Dienerinnen standen vor mir. Die in der Mitte hielt ein Tablett.

Darauf stand eine kleine Schüssel mit wässrigem Reisschleim. Dünn und grau, mit nur wenigen Klümpchen echter Reis, die in der Brühe schwammen.

„Willst du mich verarschen? Das soll ihr Abendessen sein?“, sagte die links. Ich erkannte sie sofort – sie war eine der Dienerinnen, die ich heute früher im Hof hatte tratschen sehen.

„Ich hab’s dir doch gesagt, Rosie … Das ist ihr Essen“, sagte das Mädchen in der Mitte. „Sie bekommt das Zeug schon seit Langem. Manchmal sogar noch Schlimmeres. Warte nur bis morgen. Ich wette, schimmliges Brot zum Frühstück.“

Die Dienerin namens Rosie, die Neueste unter ihnen, senkte den Blick zu mir. Ihr Gesichtsausdruck wurde etwas weicher. Ihre Lippen teilten sich, als wollte sie etwas sagen, doch alles, was sie herausbrachte, war ein leises, unsicheres Flüstern.

„Sie ist … bemitleidenswert.“

Die Art, wie sie es sagte, ließ mich noch kleiner fühlen, als ich ohnehin schon war – als wäre ich etwas Zerbrechliches und gleichzeitig Schmutziges.

Ein Wesen, das man beobachten, aber nicht helfen sollte.

Ihr Blick verweilte auf mir, unsicher, ob sie Mitleid oder Abscheu empfinden sollte.

Sie redeten direkt vor mir, als wäre ich ein Geist – etwas, das weder hören noch fühlen konnte. Aber ich war daran gewöhnt. Das war nichts Neues. Solche Szenen hatten sich schon so oft abgespielt.

„Können wir ihr wenigstens anständiges Essen geben?“, fragte Rosie, ihre Stimme voller Sorge. „Davon wird sie nicht mal satt …“

„Verschwende dein Mitleid nicht“, unterbrach eine andere Dienerin mit einem abfälligen Schnauben. „Sie sieht nur bemitleidenswert aus, aber sie hat eine scharfe Zunge und ein freches Verhalten. Sie verdient keine Hilfe. Sie ist zu allen kalt. Ich bin schon seit Jahren hier und habe nie ein einziges Wort von ihr gehört … außer wenn sie schreit, während sie ausgepeitscht wird.“

Rosie senkte den Blick. „Trotzdem … es ist einfach … traurig.“

„Du bist zu gutherzig, Rosie. Würdest du sie immer noch bemitleiden, wenn ich dir sage, dass sie mit Lord Donis flirtet … du weißt schon, deinem Schwarm?“

„F-Flirten?“, stammelte Rosie und blickte plötzlich zu mir.

„Ja. Sie tut so, als würde es ihr nicht gefallen, aber sie liebt es, von ihm belästigt zu werden“, sagte die Dienerin mit einem grausamen Grinsen.

„Warum sollte Lord Donis sich für jemanden wie sie interessieren? Sie sieht aus wie eine … Geisterfrau“, erwiderte Rosie und musterte mich langsam von Kopf bis Fuß.

Ich schwieg weiterhin und wartete darauf, dass sie mir mein Abendessen reichten. Stattdessen tratschten sie weiter vor mir.

„Ich versteh’s auch nicht“, sagte die andere Dienerin lachend. „Vielleicht hat sie ihn zuerst verführt und dann die Opferrolle gespielt, um Mitleid zu erregen.“

Ich hörte still zu und sagte nichts. Ihre Worte waren voller Bosheit und Unwissenheit. Sie wussten nichts über mich, taten aber so, als wüssten sie alles.

Es war mir egal, was sie dachten. Ich konnte nicht ändern, wie sie mich sahen.

„Hässliche Sklavin“, sagte eine von ihnen. „Nimm deine Essensschüssel.“

Endlich wurde mir das Tablett hingehalten. Ich streckte die Hand danach aus, doch kurz bevor meine Finger die Schüssel berührten, zog die Dienerin sie mit einem Grinsen weg.

„Warte, dieser Schleim ist zu fade für dich. Soll ich ihn etwas würzen?“, neckte sie mit schiefem Grinsen.

Ich ließ die Hände einfach sinken.

„Schweigen heißt ja. Los, Fara, mach schon“, ermutigte die andere Dienerin.

Ich hielt den Kopf gesenkt und beobachtete die Dienerin mit dem Tablett unauffällig.

Direkt vor mir spitzte sie die Lippen, sammelte Spucke im Mund und spuckte direkt in die Reisschüssel.

Die andere Dienerin lachte. „Du bist dran, Helia“, sagte sie und schob die Schüssel zu ihrer Freundin, die ebenfalls einen Klumpen Spucke hinzufügte.

„Du auch, Rosie. Vielleicht ist deine Spucke süßer … gib extra Geschmack“, neckte Fara mit bösem Grinsen.

Rosie zuckte zusammen. Sie schüttelte den Kopf, sichtlich unwohl. „Du willst nicht?“, spottete Fara. „Gut, dann mach ich es nochmal.“

Fara drehte sich wieder zu mir. Diesmal zielte sie nicht auf die Schüssel. Stattdessen sammelte sie eine frische Ladung Spucke und schleuderte sie direkt auf mich. Sie landete in meinen Haaren, in den Strähnen, die vor meinem Gesicht hingen.

Beide Mädchen brachen in Gelächter aus.

Rosie lachte nicht mit. Sie stand abseits, das Gesicht verzerrt von einer stillen Mischung aus Ekel und Unbehagen.

„Hier bitte“, sagte Fara spöttisch. „Nimm es, dein Spezialmenü.“

Sie schob mir das Tablett hin.

Ich griff schweigend nach der Schüssel und nahm sie endlich.

Ihr Lachen wurde lauter.

„Guten Appetit, hässliche Sklavin!“, höhnten sie, als sie sich umdrehten und davongingen, immer noch über mich redend, während ihre Stimmen in der Ferne verklangen.

Erst als ich sicher war, dass sie weg waren, handelte ich.

Ohne ein Wort ging ich an den Rand des Stalls und schleuderte den Inhalt der Schüssel in den Dreck. Dann, ohne zu zögern, warf ich die Schüssel gegen die Steinwand.

Sie zerbrach mit einem scharfen, hohlen Knall, der die Schafe aufschreckte.

Ich stand still da, atmete gleichmäßig, während mein Gesicht ausdruckslos blieb.

Dann hörte ich ein leises Winseln.

Ich blickte nach unten.

Wolfie, mein Hund, schaute mit traurigen, fragenden Augen zu mir auf. Er hatte alles gesehen.

„Tut mir leid, Wolfie“, murmelte ich sanft. „Du kannst kein Essen essen, in das gespuckt wurde. Komm mit … Wir suchen im Wald nach Abendessen.“

Ich trat hinaus. Die letzten Sonnenstrahlen berührten kaum noch den Boden. Mein Hund folgte mir eifrig auf den Fersen.

„Lass uns die Fischfallen im Bach überprüfen“, fügte ich hinzu und ging den vertrauten grasbewachsenen Pfad zum Waldrand entlang.

Am Bach angekommen, überprüfte ich jede Fischfalle, die ich vor Tagen unter Wasser versteckt hatte. Mit jeder leeren Falle, die ich hochzog, schwand meine Hoffnung ein wenig mehr. Kein einziger Fisch.

Ich seufzte und setzte die Fallen wieder ein, in der Hoffnung, dass morgen mehr Glück bringen würde. Es war eine der wenigen Möglichkeiten, die ich zum Überleben hatte. Wenn ich nicht in Arbeit ertrank, fischte ich hier. Aber wenn meine Tage von Arbeit verschlungen wurden, konnte ich mich nur auf diese Fallen verlassen.

„Wolfie, lass uns stattdessen Äpfel suchen … Beeilen wir uns, bevor es zu dunkel wird“, sagte ich leise.

Mein Hund bellte zur Antwort, als hätte er die Dringlichkeit in meiner Stimme verstanden. Wir ließen den Bach hinter uns und machten uns auf den Weg zu dem Teil des Waldes, in dem die Apfelbäume wuchsen.

Das Zirpen von Grillen und anderen Insekten hatte bereits die Luft erfüllt – ein sicheres Zeichen, dass die Nacht hereinbrach. Das Licht schwand schnell und warf lange Schatten zwischen den Bäumen.

Unsere Suche dauerte nicht lange.

In der Ferne stand ein einzelner Apfelbaum, dessen Äste einige Früchte trugen. Ich ging hin und zählte schnell. Fünf Äpfel. Drei waren reif, ihre Schale leuchtete in tiefem Rot im schwindenden Licht. Die anderen zwei waren kleiner und noch etwas grün. Ich nahm sie trotzdem alle mit.

„Lass uns nach Hause gehen, Wolfie.“

Mit den Äpfeln in der Hand rannten wir durch das Unterholz zurück, duckten uns unter tiefen Ästen und umgingen umgestürzte Baumstämme, nur von Instinkt und Gewohnheit geleitet. Der Himmel war beinahe dunkel, als wir die Ställe wieder erreichten.

Ich setzte mich auf meine raue, handgenähte Matratze und griff nach der kleinen Öllampe auf dem Holztisch daneben. Ich strich ein Streichholz an, zündete den Docht an und sah zu, wie das sanfte goldene Licht zum Leben erwachte.

„Tut mir leid, Wolfie … wieder Obst zum Abendessen“, murmelte ich und schnitt zwei reife Äpfel für ihn auf. „Aber … ich werde versuchen, mich bei Morgengrauen in die Vorratskammer zu schleichen und etwas Trockenfleisch für dich zu stehlen.“

Er begann sofort zu fressen, mit wedelndem Schwanz, und ich konnte nicht anders, als bei diesem Anblick zu lächeln.

Ich nahm einen der noch nicht ganz reifen Äpfel und biss hinein. Mein Gesicht verzog sich sofort wegen der Säure, und ich lachte leise vor mich hin.

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