FAZER LOGINKelvin Die Tür zu meinen Quartieren klickte auf, und der schwere, vertraute Duft von dunklem Zedernholz und Regen strömte in den stillen Raum. Ich setzte mich auf die Bettkante und sah zu, wie Zarek eintrat. Er sah heute Abend nicht aus wie der unantastbare, rücksichtslose CEO von Kenti Holdings. Sein dunkles Hemd war am Kragen aufgeknöpft, seine Haare waren zerzaust, und dunkle Schatten lagen unter seinen Augen. Er wirkte völlig erschöpft, seine sonst so furchteinflößende Alpha-Präsenz war so dünn und ausgefranst, dass ich seine körperliche Erschöpfung direkt durch unsere Bindung spüren konnte. Er blieb in der Nähe der Tür stehen und sah mich mit einer Mischung aus stiller Verzweiflung und Zögern an, als wüsste er nicht einmal, wie er um Hilfe bitten sollte. Ich stand langsam auf, durchquerte den Raum, bis ich direkt vor ihm stand. Ich streckte die Hand aus, ließ meine Finger behutsam über die harte Linie seines Kiefers gleiten und legte sie dann auf seine Brust, spürte seinen raschen
Zarek Ich hatte seit zwei Tagen nicht geschlafen. Seit ich das Vance-Anwesen verlassen und Lord Vance gesagt hatte, dass ich die Hochzeit mit Ginger absage, war mein Leben zu einem totalen Albtraum geworden.Ginger hatte keine leeren Drohungen ausgesprochen. In dem Moment, als ich ihr Anwesen verließ, warfen sie und ihr Vater alles, was sie hatten, auf mich. Sie nutzten all ihr Geld, ihre politischen Verbindungen und ihre Kontakte im Rat, um Haus Kenti in Stücke zu reißen. Sie ließen verdrehte Geschichten an die Presse durchsickern, riefen alte Schulden ein und starteten eine vollständige Verleumdungskampagne gegen meine Familie.Und es funktionierte.Ich saß hinter meinem massiven Glasschreibtisch im obersten Stockwerk von Kenti Holdings und starrte auf den Hauptbildschirm. Die Börse war vor zwei Stunden eröffnet worden, und unsere Zahlen stürzten in einer grellroten Linie steil nach unten.„Wir haben soeben die Vanguard Group verloren, Alpha“, sagte mein persönlicher Assistent Marcu
Kelvin Die schweren eisernen Tore des Kenti-Anwesens öffneten sich mit einem tiefen, knirschenden Geräusch und zerschnitten den dichten Morgennebel. Die Reifen von Jaspers SUV rollten langsam über die nasse Kiesauffahrt, der Motor summte leise gegen die stille Umgebung.Als das Auto direkt vor den breiten Marmortreppen des Haupthauses zum Stehen kam, sprang Jaspers Fahrer heraus, um die Tür zu öffnen. Doch Jasper stieg nicht als Erster aus. Der starke, gebieterische Alpha, der gewöhnlich jeden Raum beherrschte, in den er trat, blieb auf seinem Sitz sitzen. Stattdessen drehte er sich zu mir um und gab mir ein stilles, respektvolles Nicken – ein unausgesprochenes Zeichen dafür, dass sich nach dem, was in der Hotel-Penthouse-Suite geschehen war, alles zwischen uns verändert hatte.Ich holte tief Luft, ließ die kühle Morgenluft meinen Kopf klar werden, und stieg auf den feuchten Stein hinaus.Auf der Auffahrt standen Dutzende von Mitarbeitern des Anwesens: Hausmädchen, rangniedrige Omegas
JasperIch wachte auf und spürte Hitze, die über meine Haut strich.Finger – weich, aber entschlossen – zeichneten die Linie meines Schlüsselbeins nach, dann tiefer über meine Brust, über die Erhebungen meines Bauchs, bis sie sich lose um die Basis meines Schwanzes legten. Mein Atem stockte. Alpha-Instinkte flackerten eine halbe Sekunde lang auf, bevor der vertraute Duft von Regen und schweren Markierungen mich traf und die Aggression an der Wurzel abschnitt.Ich öffnete die Augen. Morgenlicht filterte durch die durchsichtigen Vorhänge des Penthouses und fiel auf Kelvin. Er schwebte über mir, das Haar vom Schlaf zerzaust, die Augen dunkel vor einer Selbstsicherheit, die ich an ihm nie gesehen hatte, als er noch der stille Omega aus Graymere war.„Du bist wach“, murmelte er, die Stimme tief an meinem Ohr.Seine Hand zog sich enger und strich mich einmal, langsam und fest. Ein Schauer lief durch meinen ganzen Körper. Er beugte sich näher, die Lippen streiften die Muschel meines Ohrs, de
KelvinDie Ledersitze des SUVs waren weich unter mir, doch mein Kopf war ganz woanders. Draußen fiel der Regen weiter hart, die Straßenlaternen verwischten sich über die nassen Scheiben, während wir durch die Stadt fuhren.Vorne hielt Jaspers Fahrer den Blick auf die Straße gerichtet und sagte kein Wort. Neben mir saß Jasper steif, die Hände so fest auf den Knien, dass seine Knöchel weiß geworden waren. Sein Duft füllte das Auto – Zeder und etwas Scharfes darunter, als wäre sein Wolf noch immer zu eng aufgezogen.Ich griff hoch und berührte die Seite meines Halses. Die Markierung, die Zarek hinterlassen hatte, war noch heiß, pulsierte unter meinen Fingern und schickte kleine Funken in meine Brust. So nah bei Jasper zu sitzen machte es nur schlimmer. Die Luft zwischen uns fühlte sich geladen an.„Wir fahren noch nicht zurück zum Anwesen“, sagte Jasper. Er sah mich nicht an. Sein Kiefer war verspannt.Ich drehte mich zu ihm. „Jasper… Zarek ist—“„Zarek kümmert sich um Vance Manor“, schn
ZarekDas Kenti-Anwesen war auf der Art von Geld gebaut, die nicht nur Land kaufte – sie kaufte Stille. Doch als ich durch die schweren Eisentore des Vance-Manors im Hudson Valley fuhr, war Stille das Letzte, was auf mich wartete.Im Gegensatz zum schlanken Glas und Stahl von Kenti Holdings war die Vance-Residenz eine kalte Granitfestung, umgeben von uralten Eichen. Die Luft hier roch immer nach feuchter Erde, zerdrückten Kiefern und dem schweren Hochmut reinrassiger Alpha-Abstammung. Jeder Instinkt meines Wolfes sagte mir, umzukehren und dorthin zurückzugehen, wo Kelvin war. Die Markierung an meinem Handgelenk spürte bereits die Entfernung, ein niedriges, beharrliches Ache, das mich daran erinnerte, wie instabil der Bund seit der gescheiterten Ablehnung geworden war. Doch die Lügen und die falschen Versprechen mussten heute enden.Ich trat in die große Diele und streifte meinen Mantel ab. Ein Mitglied des Hauspersonals bewegte sich, um ihn entgegenzunehmen; ich ignorierte die Geste u






