MasukKelvin Die breite Marmortreppe fühlte sich unter meinen Schuhen völlig anders an. Früher war ich diese Stufen im Dunkeln hinuntergeschlichen, den Kopf gesenkt, damit die Wachen keinen Diener außer der Reihe erwischten. Heute ging ich mit geradem Rücken und eckigen Schultern in meinem maßgeschneiderten Anzugsjackett, konzentriert auf das Ziel vor mir.Ich war nicht hier, um den großen König zu spielen oder die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Zarek stand wegen Lord Vances Lügen vor dem totalen Ruin, und sein Unternehmen war am Rand der Insolvenz. Er brauchte mich an seiner Seite, um der Welt zu beweisen, dass House Kenti weder schwach war noch etwas zu verbergen hatte. Ich tat das, um ihn zu schützen und unsere Namen reinzuwaschen.Zarek wartete am Fuß der Treppe im Haupteingang. Er sah scharf aus – in einem anthrazitfarbenen Anzug, der zu meinem passte, das dunkle Haar nach hinten gekämmt, wie der mächtige Firmenboss, der er war. Doch in dem Moment, als seine Augen die meinen trafen
KelvinMorgenlicht filterte durch die hohen Fenster meiner Quartiere und warf lange silberne Strahlen über den polierten Hartholzboden. Ich saß am Rand des großen Bettes und ließ die Stille um mich herum sich legen, als die schweren Eichentüren weit aufschwangen.Ein schlanker, scharf gekleideter Mann mit gestyltem Haar und einem makellosen Blazer trat ein und schob ein massives mobiles Kleidergestell herein, das mit schwarzen Ledergarmentbags vollgepackt war. Zwei Assistenten folgten direkt hinter ihm und trugen schwere Schuhkartons, samtgefütterte Schmuckkästen und Kleidungsdämpfer.„Guten Morgen, Kelvin“, sagte der Mann und machte eine kurze, höfliche Verbeugung. „Ich bin Kim, der Chef-Stylist von Haus Kenti. Alpha Zarek hat mich beauftragt, dafür zu sorgen, dass Sie für die heutige Pressekonferenz bei Kenti Holdings absolut königlich aussehen.“Kim wartete nicht auf meine Antwort. Mit schnellen, geübten Bewegungen öffnete er den Haupt-Garmentbag und zog einen maßgeschneiderten ant
Kelvin Die Tür zu meinen Quartieren klickte auf, und der schwere, vertraute Duft von dunklem Zedernholz und Regen strömte in den stillen Raum. Ich setzte mich auf die Bettkante und sah zu, wie Zarek eintrat. Er sah heute Abend nicht aus wie der unantastbare, rücksichtslose CEO von Kenti Holdings. Sein dunkles Hemd war am Kragen aufgeknöpft, seine Haare waren zerzaust, und dunkle Schatten lagen unter seinen Augen. Er wirkte völlig erschöpft, seine sonst so furchteinflößende Alpha-Präsenz war so dünn und ausgefranst, dass ich seine körperliche Erschöpfung direkt durch unsere Bindung spüren konnte. Er blieb in der Nähe der Tür stehen und sah mich mit einer Mischung aus stiller Verzweiflung und Zögern an, als wüsste er nicht einmal, wie er um Hilfe bitten sollte. Ich stand langsam auf, durchquerte den Raum, bis ich direkt vor ihm stand. Ich streckte die Hand aus, ließ meine Finger behutsam über die harte Linie seines Kiefers gleiten und legte sie dann auf seine Brust, spürte seinen raschen
Zarek Ich hatte seit zwei Tagen nicht geschlafen. Seit ich das Vance-Anwesen verlassen und Lord Vance gesagt hatte, dass ich die Hochzeit mit Ginger absage, war mein Leben zu einem totalen Albtraum geworden.Ginger hatte keine leeren Drohungen ausgesprochen. In dem Moment, als ich ihr Anwesen verließ, warfen sie und ihr Vater alles, was sie hatten, auf mich. Sie nutzten all ihr Geld, ihre politischen Verbindungen und ihre Kontakte im Rat, um Haus Kenti in Stücke zu reißen. Sie ließen verdrehte Geschichten an die Presse durchsickern, riefen alte Schulden ein und starteten eine vollständige Verleumdungskampagne gegen meine Familie.Und es funktionierte.Ich saß hinter meinem massiven Glasschreibtisch im obersten Stockwerk von Kenti Holdings und starrte auf den Hauptbildschirm. Die Börse war vor zwei Stunden eröffnet worden, und unsere Zahlen stürzten in einer grellroten Linie steil nach unten.„Wir haben soeben die Vanguard Group verloren, Alpha“, sagte mein persönlicher Assistent Marcu
Kelvin Die schweren eisernen Tore des Kenti-Anwesens öffneten sich mit einem tiefen, knirschenden Geräusch und zerschnitten den dichten Morgennebel. Die Reifen von Jaspers SUV rollten langsam über die nasse Kiesauffahrt, der Motor summte leise gegen die stille Umgebung.Als das Auto direkt vor den breiten Marmortreppen des Haupthauses zum Stehen kam, sprang Jaspers Fahrer heraus, um die Tür zu öffnen. Doch Jasper stieg nicht als Erster aus. Der starke, gebieterische Alpha, der gewöhnlich jeden Raum beherrschte, in den er trat, blieb auf seinem Sitz sitzen. Stattdessen drehte er sich zu mir um und gab mir ein stilles, respektvolles Nicken – ein unausgesprochenes Zeichen dafür, dass sich nach dem, was in der Hotel-Penthouse-Suite geschehen war, alles zwischen uns verändert hatte.Ich holte tief Luft, ließ die kühle Morgenluft meinen Kopf klar werden, und stieg auf den feuchten Stein hinaus.Auf der Auffahrt standen Dutzende von Mitarbeitern des Anwesens: Hausmädchen, rangniedrige Omegas
JasperIch wachte auf und spürte Hitze, die über meine Haut strich.Finger – weich, aber entschlossen – zeichneten die Linie meines Schlüsselbeins nach, dann tiefer über meine Brust, über die Erhebungen meines Bauchs, bis sie sich lose um die Basis meines Schwanzes legten. Mein Atem stockte. Alpha-Instinkte flackerten eine halbe Sekunde lang auf, bevor der vertraute Duft von Regen und schweren Markierungen mich traf und die Aggression an der Wurzel abschnitt.Ich öffnete die Augen. Morgenlicht filterte durch die durchsichtigen Vorhänge des Penthouses und fiel auf Kelvin. Er schwebte über mir, das Haar vom Schlaf zerzaust, die Augen dunkel vor einer Selbstsicherheit, die ich an ihm nie gesehen hatte, als er noch der stille Omega aus Graymere war.„Du bist wach“, murmelte er, die Stimme tief an meinem Ohr.Seine Hand zog sich enger und strich mich einmal, langsam und fest. Ein Schauer lief durch meinen ganzen Körper. Er beugte sich näher, die Lippen streiften die Muschel meines Ohrs, de







