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Auf Zeit verbunden – ewiges Verlangen
Auf Zeit verbunden – ewiges Verlangen
Author: Luxie

Kapitel 1

Author: Luxie
Ich stieß die Bürotür meines Vaters auf, während er gerade Sex mit seiner Sekretärin hatte.

Nasse Schläge und Grunzen erfüllten den Raum, als er sie gegen den Schreibtisch nahm.

Meine Mutter hatte drei Stunden am Herd gestanden und auf ein Rezept gestarrt, das sie vor Jahren auswendig gelernt hatte.

Sie packte das Mittagessen meines Vaters und ließ mich versprechen, zuzusehen, dass er es auch aß, weil er immer so beschäftigt war.

Außerdem hatte er sein Handy zu Hause vergessen.

Ich hätte nie erwartet, ihn so vorzufinden – über seinen Schreibtisch gebeugt, seine Wollhose um die Oberschenkel geknüllt, tief in seiner Sekretärin versunken.

Bei dem Anblick musste ich würgen.

Das war der Mann, der versprochen hatte, an diesem Wochenende früher nach Hause zu kommen – für ihr dreißigjähriges Jubiläumsessen.

Seine Sekretärin blickte zur Tür, die Augen weit aufgerissen.

Sie keuchte, ihr Gesicht färbte sich grell schuldbewusst rot.

„Oh, Scheiße, Lisa“, hauchte sie.

Mein Vater drehte sich um, rot und verschwitzt, und zog nicht einmal seine Hose hoch.

„Lisa, warte –“

Ich blieb nicht.

Ich rannte den Flur hinunter, drückte den Aufzugsknopf und ließ seine Rufe hinter mir zurück, als sich die Türen schlossen.

Ich erreichte mein Auto, stieß den Schlüssel ins Zündschloss und raste auf die Autobahn, schlängelte mich durch den Mittagsverkehr, bevor der Schock mich einholte.

Dann spürte ich sein Handy in meiner Jackentasche.

Ich fuhr an den Rand, griff danach und probierte seinen Geburtstag.

Zugriff verweigert.

Seinen Hochzeitstag.

Zugriff verweigert.

Ich tippte den Namen meiner Mutter ein.

Es entsperrte sich.

Das tat noch mehr weh.

Er benutzte ihren Namen als Schlüssel zu seinen Geheimnissen.

Ich öffnete seine Nachrichten.

Der Nachrichtenverlauf mit seiner Sekretärin reichte über Monate zurück, voller nächtlicher Fotos und detaillierter sexueller Fantasien.

Ich scrollte weiter, die Daten reichten bis ins letzte Jahr zurück.

Ich tippte „Scheidung“ in die Suchleiste.

Die Ergebnisse luden sofort.

„Der Anwalt sagt, wir können die Papiere vor Ende des Frühlings abschließen.

Ich kann es kaum erwarten, endlich richtig mit dir zusammen zu sein.“

Es war bereits Mitte April.

Ich umklammerte das Handy fester, während ich weiterscrollte.

„Ich habe heute mit dem Makler gesprochen. Das Haus sollte sich schnell verkaufen. Sobald es erledigt ist, kannst du mit mir in die neue Wohnung ziehen. Ein Neuanfang.“

Er verließ sie nicht nur

Er verkaufte das Haus.

Meine Mutter und mein Bruder James hätten keinen Ort, an den sie gehen könnten.

Nach dem Recht des Rudels gehörte das Eigentum dem männlichen Haushaltsvorstand.

Wir würden in den Sozialwohnungen am Rande des Territoriums landen.

Eine weitere Nachricht: „Die Kinder werden damit klarkommen. Lisa ist zwanzig. James siebzehn. Vielleicht wird ihnen das etwas Demut beibringen. Sie hatten es zu leicht auf meine Kosten.“

Meine Sicht verschwamm, während ich Screenshots machte.

Er war ein Beta des Rudels.

Ohne Beweise würde er alles abstreiten.

Ich fuhr zurück ins Büro, stellte die erkaltete Lasagne und das Handy auf die Rezeption und ging, bevor die Empfangsdame etwas sagen konnte.

Als ich bei meinem Auto ankam, summte mein Handy im Becherhalter.

Mama: „Schatz, kannst du auf dem Rückweg mein Rezept abholen? Die Apotheke hat angerufen.“

Ich starrte auf die Nachricht.

Das Sehvermögen meiner Mutter hatte seit einem Jahrzehnt nachgelassen.

Sie war rechtlich blind, konnte ohne starke Linsen nicht einmal die Gesichter ihrer eigenen Kinder klar erkennen.

Sie hatte als Krankenschwester im Rudel-Krankenhaus gearbeitet – einen Beruf, den sie liebte –, aber sie hatte aufgehört, als der Sehverlust die Arbeit gefährlich machte.

Sie glaubte, ihr Mann sei ihr Beschützer.

Ich saß im Auto und sah zu, wie die Sonne zu sinken begann.

Mein ganzes Leben lang hatte ich meine Eltern als Maßstab für Liebe genommen.

Er hatte seinen Ausstieg geplant, während sie seine Lieblingsgerichte kochte.

Mein Handy summte erneut.

Es war meine beste Freundin Sasha.

„Vergiss nicht die verpflichtende Rudel-Versammlung heute Abend.“

Ich hatte die Gerüchte über Bündnisgespräche mit den Silberbach-Lykanern gehört, aber sie hatten mich nicht interessiert.

Jetzt enthielt die Nachricht den Vermerk, dass alle unmarkierten Weibchen erscheinen mussten.

Ich tippte zurück: „Habe herausgefunden, dass mein Vater eine Affäre hat. Er verkauft das Haus und wirft uns raus.“

Sasha: „WAS??? Ruf mich SOFORT an.“

Ich: „Geht nicht. Erkläre später.“

Ich fuhr stundenlang durch das Rudelgebiet.

Als meine Mutter fragte, wo ich sei, sagte ich ihr, Luna Catherine brauche Hilfe bei einigen Besorgungen.

Bei Einbruch der Dunkelheit erreichte ich das Gemeindezentrum.

Mein Kopf pochte.

Drinnen war der Raum voll.

Alpha Marcus und Luna Catherine standen mit ihren Beratern auf dem Podium.

Mehr als fünfzig unverpaarte Frauen füllten die Stühle.

Ich fand Sasha.

Sie ergriff meine Hand und sah besorgt aus.

„Geht es dir gut?“, flüsterte sie.

Ich schwieg.

Alpha Marcus trat ans Mikrofon.

Der Raum verstummte.

„Alpha Cameron vom Silberbach-Rudel hat einem Bündnis mit uns zugestimmt“, sagte er.

„Im Gegenzug fordern sie eine vorübergehende Vereinbarung mit einer unverpaarten Frau.“

Flüstern breitete sich aus.

„Seine Gefährtin kann keine Kinder bekommen.

Er braucht einen Erben.

Er bittet um einen Vertrag für ein Jahr.“

Luna Catherine trat vor.

„Der Vertrag ist bindend.

Die Freiwillige wird nach Silberbach ziehen, schwanger werden und das Kind des Alphas austragen.

Nach der Geburt bleibt das Kind.

Die Frau kehrt zurück.“

Schockwellen durchliefen den Raum.

„Als Gegenleistung“, sagte Alpha Marcus, „erhält die Freiwillige vollständige medizinische Versorgung, Schutz und eine finanzielle Entschädigung.“

„Wie viel?“, fragte ein Mädchen.

„Fünfhunderttausend Token.

In Raten gezahlt“, sagte Luna Catherine.

Der Raum brach aus.

Fünfhunderttausend Token reichten, um ein kleines Anwesen zu kaufen und den Rest des Lebens komfortabel zu leben.

„Das ist verrückt“, flüsterte Sasha und beugte sich zu mir.

„Sie wollen, dass jemand eine bezahlte Gebärerin für einen Lykaner ist und dann das Baby einfach abgibt?“

Sie hatte recht.

Es war ein kalter Deal.

Aber die Entschädigung war verlockend genug, um meiner Mutter ein Haus auf ihren eigenen Namen zu kaufen, ihre Behandlungen zu bezahlen oder eine Vollzeitassistentin einzustellen, falls sie völlig erblindete.

Es würde James das beste Studium ermöglichen.

Wir müssten das Rudel nie wieder um einen Platz zum Leben bitten.

Mein Handy vibrierte.

Es war eine Sprachnachricht von meiner Mutter.

Ich hielt es mir ans Ohr.

Ihre Stimme war gebrochen, dick von Tränen.

„Lisa ... dein Vater ist gerade nach Hause gekommen. Er packt einen Koffer. Er sagt, er will die Scheidung ... dass er seit Jahren unglücklich ist.“

Ich hörte sie nach Luft schnappen, ein kratzendes, feuchtes Geräusch.

„Er sagt, das Haus gehört ihm. Das Geld auch. Er hat mir gesagt, ich habe dreißig Tage, um etwas zu finden. Lisa, ich habe nichts. Ich weiß nicht, wo wir hin sollen.“

Die Aufnahme brach mit dem Geräusch einer zuschlagenden Tür im Hintergrund ab.

Ich starrte auf die Rückenlehne des Stuhls vor mir.

Ich musste nur ein Jahr meines Lebens opfern.

Schwanger werden.

Das Kind austragen.

Gebären.

Dann Gehen.

Sasha beugte sich wieder zu mir.

„Warum sollte jemand das tun?

Einem Fremden ein Kind austragen und dann einfach gehen?“

„Ich mache es“, sagte ich.

Sasha starrte mich an.

Sie lachte nervös.

„Was? Hast du sie gehört? Du musst ein Kind zur Welt bringen und es dann einem Mann geben, den du nicht kennst.“

„Ich habe verstanden.“

„Lisa.“

Sie packte meinen Bizeps, ihre Finger gruben sich ein. „Das ist kein Job. Das ist dein Körper. Du kannst nicht einfach –“

„Ich brauche das Geld, Sasha. Ich muss meine Mutter retten.“

Sasha sah mich an, als wäre ich eine Fremde.

Sie öffnete den Mund, um noch einmal zu protestieren, aber die Worte blieben in ihrer Kehle stecken.

Ich ignorierte sie und hob meine Hand hoch in die Luft.

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