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Kapitel 3

Author: Luxie
Camerons Perspektive

Wut schnürte mir die Brust zusammen und machte jedes Atmen schwer.

Ich drehte mich von meiner Schwester und meiner Gefährtin weg und lehnte mich gegen die Wand.

„Ich werde es nicht tun. Ich habe kein Interesse an diesem absurden Vertrag, und egal, was ihr sagt, ich werde meine Meinung nicht ändern.“

Nadia trat näher und legte ihre Hand zwischen meine Schulterblätter.

„Cameron, bitte beruhige dich. Das ist die einzige Lösung, die wir gefunden haben.“

„Sag mir nicht, ich solle mich beruhigen, Nadia. Du hättest verhindern müssen, dass diese Idee überhaupt zu Evangeline gelangt.“

Hinter ihr hustete Evangeline so heftig, dass es durch den ganzen Raum hallte.

Nadia drehte sich sofort um und nahm ihre Hand.

Maschinen summten neben dem Bett, Schläuche führten unter der Bettdecke hervor und verschwanden in Evangelines Arm.

Ihre Schultern sanken in die Kissen, während Nadia mich ansah.

„Wir wissen, dass es schrecklich ist. Wir haben es monatelang hinausgezögert, in der Hoffnung, dass sich eine andere Lösung ergibt. Der Rat beginnt, Gerüchte zu streuen.

Ohne einen Erben vor der Wintersitzung können sie eine Nachfolgeabstimmung erzwingen. Wenn das passiert, geht die Krone an den nächsten Thronanwärter – und Matthias wirbt bereits dafür. Er wartet auf diesen Moment seit Vaters Tod. Willst du dieses Biest wirklich den Thron besteigen lassen, nach allem, was er dir angetan hat?“

Ich schwieg, während die vertraute Wut in meiner Brust loderte.

Der Rat, das Parlament – all diese alten Bastarde, die nach der Krone gierten, die auf meinen Schultern lastete.

„Ohne einen Erben werden sie dein Herrschaftsrecht anfechten“, fuhr Nadia fort.

„Sie werden niemals ein Kind anerkennen, das auf medizinischem Wege gezeugt wurde.

Das Blutritual findet bei der Empfängnis statt.

Ohne dieses Ritual wird der Rat das Kind ablehnen.“

Evangeline lag gegen die Kissen gelehnt, die Maschinen an ihrer Seite hielten ihren gleichmäßigen Rhythmus.

Die Krankheit hatte ihr jede Farbe geraubt und ihre innere Wölfin so geschwächt, dass eine Schwangerschaft tödlich wäre.

Sie hob mir eine zitternde Hand entgegen.

„Cameron … Liebling.“

Ich trat von der Wand weg und durchquerte den Raum.

Ihre Finger schlossen sich um mein Handgelenk.

„Zwischen uns ändert sich nichts“, sagte sie, ihre Stimme schwach, von der Krankheit zerrüttet.

„Es sind immer noch du und ich.

Nur weil wir jemanden dafür bezahlen, unser Kind auszutragen, verschwindet das nicht.“

„Du tust so, als wäre das eine bloße Formalität“, erwiderte ich.

„Ich soll mit ihr schlafen.“

Tränen stiegen ihr in die Augen, als sie sich mühsam aufrichtete.

„Ich hasse es, dass wir das tun müssen, aber ich will es. Wenn du mich liebst, dann verstehe, dass Opfer notwendig sind.“

Ein schallendes Lachen entwich mir.

„Du hasst das, und die Lösung ist, dass ich mit einer anderen Frau schlafe, während du hier liegst, an Maschinen angeschlossen.“

„Die Priesterin kann die Bindung für das Ritual aussetzen. Es ist alte Magie. Ich habe vor Monaten zugestimmt. Du bist derjenige, der sich immer noch dagegen wehrt.“

„Du hast Schwierigkeiten, dich aufzusetzen“, sagte ich.

„Und du willst, dass ich riskiere, die Bindung zu brechen und deinen Zustand zu verschlechtern?“

Sie schluckte und rang nach Atem.

„Es ist vorübergehend. Meine Mutter wird alles überwachen. Das Mädchen wird aus meinem Rudel kommen, eine vertrauenswürdige Person, die die Regeln kennt. Der Rat wird dich nicht der Manipulation bezichtigen können. Das wahrt die Neutralität des Bündnisses.“

Ihre Finger drückten meine.

„Bitte, Cam. Tu es für mich.“

Ihre Stimme brach, und sie wandte den Blick ab, kämpfte gegen die Tränen.

„Selbst wenn ich nicht mehr da bin, um das Kind zu sehen, weiß ich wenigstens, dass der Thron gesichert ist. Ich weiß, dass du in Sicherheit bist.“

Ich nahm ihre Hand in meine.

„Du stirbst nicht. Hör auf, so zu reden.“

Sie schenkte mir ein müdes Lächeln.

„Diese Krankheit ist kein höflicher Gast.“

„Dann kämpfen wir gegen sie an und besiegen sie.“

„Wenn du mich glücklich machen willst, tu es. Sichere den Thron. Vergiss, was dir richtig oder falsch erscheint, und denk an das Rudel.“

Mein Leben hat nie lange Phasen der Ruhe gekannt.

Kämpfe folgten aufeinander.

Evangelines Krankheit, der Rat, der den Thron umgab, Matthias, der darauf wartete, dass ich einen Fehler machte.

Ich starrte auf die Maschinen neben dem Bett, die dünne Linie, die auf dem Bildschirm stieg und fiel.

Der Thron konnte brennen, und der Rat konnte unter der Last seiner Gesetze ersticken – aber wenn ich die Kontrolle verlor, würde Matthias alles nehmen, wie versprochen.

„In Ordnung“, sagte ich.

„Ich tue es.“

Nadia atmete erleichtert aus.

„Aber nur einmal“, warnte ich.

„Nur einmal. Wenn das nicht ausreicht, bist du verantwortlich. Und wenn das Bindungsritual Evangeline schadet, ist mir der Rat egal. Ich werde den Vertrag in Stücke reißen.“

Tränen traten in Evangelines Augen, während Nadia, an den Tisch gelehnt, die Arme verschränkte.

„Du musst zum Rudel meiner Eltern fahren. Es gibt Freiwillige. Meine Mutter hat ihre Namen gesammelt.“

„Das ist nicht nötig. Deine Mutter kann auswählen, wen sie will. Ich muss sie nicht treffen.“

Nadia runzelte die Stirn.

„Das ist eine schlechte Idee.“

„Ich suche keine Frau. Ich suche nur eine Gebärmutter.“

„Cameron“, sagte Evangeline sanft.

„Bitte sei nicht stur.“

Ich blickte vom Bett weg.

Der Gedanke, in einem Raum voller Frauen zu stehen, die wussten, warum ich dort war, jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken.

Eine auszuwählen bedeutete, sie anzusehen und zu entscheiden, dass sie die Frau wäre, die ich berühren sollte – und so hatte es bei meinem Vater auch angefangen.

„Darauf kommt es nicht an“, sagte ich.

„Die Priesterin wird vor dem Ritus die Verträglichkeit prüfen“, erwiderte Evangeline.

„Früher oder später wirst du sie treffen müssen.“

Sie strich mit dem Daumen langsam über meine Hand. „Ich verspreche, dass ich es dir nie vorhalten werde.

Du und ich, wir lieben uns.

Das wird sich nicht ändern.

Der Vertrag bringt mehr ein, als die meisten Familien in einem Leben verdienen, und die Leihmutter tritt alle elterlichen Rechte ab.“

Der Gedanke erschien mir immer noch unvorstellbar.

Schlimmer als der Gedanke an eine andere Frau war die Möglichkeit, dass der Rat recht haben könnte.

Ein Thron ohne Erben war ein Thron, der nur darauf wartete, an sich gerissen zu werden.

Eine flüchtige Erinnerung schoss mir durch den Kopf.

Nadia und ich waren aus einer ähnlichen Vereinbarung hervorgegangen.

Die Ehe unseres Vaters hatte sich nie davon erholt, und wir waren unter der Bitterkeit seiner Frau aufgewachsen.

Diese Erinnerung lastete schwer auf meiner Brust.

Ich sah auf Evangelines zerbrechliche Hand hinab, die meine umklammerte, und machte ein stilles Versprechen.

Wer auch immer diese Frau sein würde, sie würde immer eine Fremde bleiben.

Frauen aus der Fremde vergisst man leichter.

Sie würde nichts weiter sein als ein Vertrag, und nach der Geburt des Kindes hätte sie keinen Platz in meinem Leben oder meinem Rudel.

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