LOGINRolands PerspektiveDer alberne Witz starb mir direkt im Hals und fror das Lächeln auf meinem Gesicht ein, bevor es sich überhaupt richtig bilden konnte. Eine Sekunde lang hatte ich mich wie ein König gefühlt, hatte gegen Jefferys Haut gegrinst und darüber gelacht, wie wir mein Wohnzimmer-Sofa ruiniert hatten – und im nächsten Moment wurde mein ganzer Körper steif. Das gemütliche, träge Nachglühen in meinem Kopf platzte wie ein billiger Luftballon. Ein einzelner, kalter Wassertropfen landete direkt auf meinem nackten Arm, der an seinem Gesicht ruhte. Ich blinzelte schnell im dämmrigen grauen Licht, das durch die riesigen Fenster kam, und lehnte mich nur einen Zentimeter zurück, um auf ihn hinabzusehen. Jeffery hatte die Augen fest zusammengekniffen, die dunklen Wimpern nass und verklebt. Eine weitere klare Träne quoll aus dem Augenwinkel, zog eine stille Spur über seine Wange und saugte sich direkt in das Kissen unter seinem Kopf. Mein Magen machte einen heftigen, üblen Sturz, als hät
Jefferys PerspektiveDie Welt verengt sich auf pure Empfindung in dem Moment, in dem Rolands Lippen auf meine treffen. All der verrückte Drama von heute Nacht, das Geschrei in der Umkleide, die blitzenden Paparazzi-Kameras und Maxwell, der mich wegnehmen wollte, lösen sich in Luft auf. Das Einzige, was im ganzen Universum noch übrig bleibt, ist Rolands schwerer Körper auf mir, der Geruch seiner Seife vermischt mit Schweiß und die brennende Hitze, die zwischen uns auf diesem weichen Wohnzimmer-Sofa gefangen ist.Roland hält sein Versprechen. Sein Körper drückt mich mit verzweifelter, verzehrender Intensität in die Polster. Er hält sich überhaupt nicht zurück. Jeder Stoß seiner Hüften, jeder besitzergreifende Strich seiner Hand und jeder schwere Druck seines Gewichts fühlt sich an wie eine laute, wortlose Forderung. Er sagt mir, ich soll genau hier bleiben, aufhören, alles in meinem Kopf zu überdenken, und einfach sein sein. Er beansprucht jeden einzelnen Zentimeter meines Körpers und l
Rolands PerspektiveIch konnte nicht länger vor der Haustür knien. Die intensive Hitze, die von Jeffery ausging, brannte fast auf meiner Haut, und die verzweifelte Art, wie seine Hände meinen Hoodie umklammerten, trieb mich in den Wahnsinn. Ich zog mich gerade so weit zurück, dass ich ihm ins Gesicht sehen konnte – seine dunklen Augen weit und glasig vor purer Lust, seine weichen Lippen geschwollen von meinem Kuss. Er war außer Atem, zitterte und war völlig in meiner Gewalt.Schnell stand ich auf, schlang meinen Arm fest um seine Taille und hob ihn leicht vom Boden. Er keuchte leise auf, seine Beine wickelten sich sofort um meine Hüften, als wäre das das Natürlichste der Welt. Blind taumelten wir durch den dunklen Eingangsbereich ins Wohnzimmer und prallten dabei an die Flurwand. Keinem von uns war das egal. Wir konnten uns nicht lange genug vom Küssen lösen, um richtig in meine Wohnung zu finden.Jeder Schritt Richtung Wohnzimmer fühlte sich an wie ein hektischer Kampf gegen unsere e
Jefferys SichtEin scharfer, plötzlicher Stich schoss direkt durch meine Brust und ließ meinen ganzen Körper augenblicklich erstarren. Mit einem heftigen, jähen Keuchen wurde mir die Luft aus den Lungen gerissen. Rolands Zähne bissen sich durch den dünnen Stoff meines Hemdes fest in meine Brustwarze, mit genügend gezielter Kraft, dass mir sofort die Augen feucht wurden.Mein Gehirn schaltete völlig auf Durchzug. All die laute, brennende Wut, die noch vor einer Sekunde in meinem Kopf geschrien hatte, verschwand spurlos wie eine durchgebrannte Sicherung. Im einen Moment hatte ich ihn noch angeschrien, bereit, zuzuschlagen oder vor purer Frustration in Tränen auszubrechen, und schon im nächsten stand mein ganzer Körper in Flammen aus purem, unbestreitbarem Begehren. Es traf mich wie ein rasender Güterzug und fegte jeden einzelnen logischen Gedanken aus meinem Kopf.„Roland –“, versuchte ich hervorzuwürgen, aber das Wort starb sofort in meinem Hals und verwandelte sich stattdessen in ein
Rolands POVIch bin gar nicht wirklich weggegangen, um in den Kühlschrank zu schauen. Nicht einmal für eine Sekunde. In dem Moment, in dem ich die schwere Holztür hinter mir zugezogen hatte, drückte ich meinen Rücken gegen den Rahmen und hielt den Atem so lange an, dass es in der Brust wehtat. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein gefangenes wildes Tier. Ich legte mein Ohr flach an die kalte Oberfläche und strengte mich an, jedes einzelne Wort zu hören, das draußen im Flur zwischen Jeffery und Maxwell hin und her ging.Maxwell gab draußen sein Bestes, den mutigen Helden zu spielen. Er redete in diesem sanften, besorgten Ton, der meinen Magen vor purer Eifersucht umdrehte. Maxwell tat immer so, als wäre er der einzige Typ auf der ganzen Welt, dem Jefferys Gefühle wirklich etwas bedeuteten. Jedes Mal, wenn Maxwell den Mund aufmachte, um ihm Ratschläge zu geben, wollte ich meine Fäuste geradewegs durch die Trockenbauwand schlagen. Der Typ hatte absolut nichts in unserem Privatleb
Jefferys POVDie Tür klickte hinter Roland zu. Ich drehte mich endlich zu meinen Freunden um. Mein Herz fühlte sich sofort schwer an.Anna, Maxwell und die anderen standen da und schauten mich an. Ich hielt die Stimme leise, damit Roland drinnen nichts hören konnte.„Wir können das nicht machen“, sagte ich. „Wir können uns nicht so treffen. Wenn uns jemand zusammen sieht, fliegt meine Cover-Story auf. Die Leute würden merken, dass ich nicht er bin. Dass ich nicht mein Bruder bin. Die ganze Lüge würde zusammenbrechen.“Ihre Gesichter fielen. Ich hasste das. Annas Augen wurden traurig. Maxwells Augen weiteten sich. Trotzdem nickten sie alle. Mit grimmigem Verständnis. Sie kapierten es, auch wenn es ihnen nicht gefiel.Anna drückte meine Hand. „Wir wollten dich nur daran erinnern, dass dein achtzehnter Geburtstag bald ist. Es ist bei uns Tradition, dass wir was Großes planen.“Mein Geburtstag. Die Worte trafen mich hart. Ich hatte nicht einmal daran gedacht. Nicht ein einziges Mal. Mit d







