INICIAR SESIÓNIch dachte, mein erster Tag an dieser neuen Schule würde ganz gewöhnlich verlaufen. Ich habe mich geirrt. Ein einfacher freier Platz am Ende des Klassenzimmers führte mich direkt zu den Lycan-Brüdern. Zwei Zwillinge. Zwei brennende Blicke. Zwei Männer, vor denen ich fliehen sollte … doch mein Herz weigert sich, ihnen zu widerstehen. Ich spüre eine ebenso starke wie unerklärliche Anziehung zu ihnen. Als hätte etwas tief in mir sie längst erkannt. Dann entdecke ich ihr schreckliches Geheimnis: Sie sind Werwölfe. Und ich … bin auf eine Weise mit ihnen verbunden, die niemand hätte vorhersehen können. Zwischen Verlangen, Gefahr und den Gesetzen des Rudels muss ich mich einer Wahrheit stellen, die alles erschüttert, was ich über die Liebe zu wissen glaubte. Ich sollte keinen von beiden lieben. Doch mein Herz weigert sich, sich zu entscheiden.
Ver másKapitel 24Die Nacht bricht vollständig herein.Die Krankenschwester ist zurückgekommen, hat Nicoles Vitalwerte überprüft, ihr eine Schmerztablette und ein Glas Wasser gegeben und ist dann in das kleine angrenzende Büro zurückgekehrt.Nicole hört das Klappern ihrer Tastatur durch die Trennwand.Sie schläft nicht.Sie kann nicht schlafen. Jedes Mal, wenn sie die Augen schließt, spürt sie die Erde, die sich unter ihren Füßen entzieht, die Leere, den Sturz.Und dann ist da dieser Satz, der sich in ihrem Geist im Kreis dreht:Du bist nicht irgendjemand.Was wollen sie damit sagen? Warum interessieren sich die Zwillinge so sehr für sie? Warum will ihre Mutter, die Alpha-Frau, sie besuchen?Nicole hat keine Antworten.Nur Fragen und eine dumpfe Angst, die in ihrer Brust wächst.Gegen dreiundzwanzig Uhr öffnet sich die Tür der Krankenstation geräuschlos. Nicole, die vor sich hin gedöst hat, öffnet sofort die Augen. Eine vertraute Silhouette schlüpft in den Raum.Claire Blanchard, ihre Mutter
Die Krankenstation des Silberholz-Gymnasiums riecht nach Desinfektionsmittel und Lindenblüten.Es ist ein Geruch, den Nicole gut kennt, hat sie doch zu Beginn des Jahres ein paar Stunden hier verbracht, nach einem versehentlichen Zusammenstoß auf der Treppe.Der Raum ist klein, sauber, eingerichtet mit einem Pflegebett, einem verglasten Medikamentenschrank und einem Schreibtisch, auf dem ein verstaubter Computer thront.Das Fenster geht zum Innenhof.An diesem späten Nachmittag zeichnet das schwindende Licht goldene Rechtecke auf den grauen Linoleumboden.Nicole erwacht in aufeinanderfolgenden Stufen aus dem Schlaf.Zuerst nimmt sie den Schmerz wahr, ein dumpfes Pulsieren in ihrem rechten Knöchel. Dann die Kälte des Lakens auf ihren Beinen.Dann das Geräusch. Ein regelmäßiges Piepen, irgendwo zu ihrer Linken. Ein Herzmonitor.Als sie die Augen öffnet, tanzt die weiße Decke der Krankenstation vor ihr. Sie blinzelt mehrmals, um ihre Sicht anzupassen.Ihr Mund ist trocken, pelzig.Sie dr
Damien stürzt sich buchstäblich auf sie, seine Hände fahren über ihr Gesicht, ihren Hals, ihre Schultern. Seine schwarzen Augen sind geweitet, fast vollständig von den Pupillen verschlungen. Sein Atem ist ein raues Keuchen. Blut läuft über seine Stirn – er muss sich bei seinem wahnsinnigen Lauf verletzt haben, aber er scheint es nicht einmal zu spüren. „Nicole! Verdammt, Nicole! Antworte mir!“ Seine Stimme ist ein ersticktes Brüllen. Er hebt sanft den Kopf des Mädchens an, tastet ihren Nacken nach einer Wunde ab. Nicole versucht zu sprechen, doch nur ein Stöhnen verlässt ihre Lippen. „Sei still, beweg dich nicht“, befiehlt er mit bleicher Stimme. „Du bist von hoch oben gefallen. Dein Knöchel …“ Er verstummt. Sein Blick gleitet an Nicoles Körper hinab, bleibt an ihrem rechten Bein hängen, das in einem unnatürlichen Winkel verdreht ist. Er erblasst. Nicole folgt seinem Blick und versteht. Der Schmerz, den sie bis jetzt nur diffus gespürt hatte, explodiert plötzlich in seiner
Der Extrem-Cross des Silberholz-Gymnasiums ist alles andere als ein gewöhnliches Rennen.Die Strecke, die Trainer Reynard selbst angelegt hat, schlängelt sich durch den dichten Wald, der den Campus säumt, führt über steile Pfade, durchquert eisige Bäche und verläuft entlang gefährlicher Bergkämme.An diesem Novembermorgen hängt der Himmel tief über den kahlen Bäumen.Ein träger Nebel klammert sich an die Farne. Die Kälte beißt in die Wangen der Schüler, die sich am Startpunkt versammelt haben.Nicole steht abseits der Gruppe, die Arme vor der Brust verschränkt, um etwas Wärme zu bewahren.Sie trägt ihre alte schwarze Radlerhose und ein marineblaues Thermooberteil. Ihre Trail-Schuhe, abgenutzt, aber sauber, knirschen auf dem Kies, als sie nervös auf der Stelle tritt.Sie weiß, dass sie sich niemals für diesen Wettkampf hätte anmelden dürfen. Der Extrem-Cross ist freiwillig, den besten Läufern des Gymnasiums vorbehalten. Doch als Agatha sie vor der ganzen Klasse herausforderte, mitten i











