LOGINKapitel 44: Das Blut erwachtPOV: Jennifer„Nein.“Das Wort kam aus einer Tiefe, die weit unter meiner Kehle lag.Es war kein Schrei.Es war keine Angst.Es war ein Befehl.Die Kammer reagierte.Alle Lichter explodierten gleichzeitig.Der erste Benz erstarrte.Die Soldaten erstarrten.Sogar die Luft schien einzufrieren.Elenas Hand lag noch immer in meiner.Warm.Klein.Zitternd.Doch in dem Moment, in dem sich unser Blut berührte, veränderte sich etwas.Das unbekannte Symbol unter unseren Füßen begann heller zu glühen.Der erste Benz machte einen Schritt zurück.„Nein.“Zum ersten Mal, seit er erschienen war, klang er ängstlich.David bemerkte es.„Was hast du getan?“„Ich weiß es nicht.“Meine Stimme zitterte.Doch die Kraft in mir tat es nicht.Es fühlte sich an, als hätte etwas Uraltes seine Augen geöffnet.Der erste Benz hob die Hand.„Trennt sie.“Die Soldaten setzten sich in Bewegung.David stellte sich vor uns.„Versucht es.“Drei Männer stürmten auf ihn zu.Der erste schlug z
Kapitel 43: Der erste BenzPOV: JenniferDer Herzschlag wurde lauter.Bumm.Die Kammer bebte.Bumm.Staub rieselte von der Decke.Bumm.Elena vergrub ihr Gesicht an meiner Brust.David legte einen Arm um uns beide.„Bleibt hinter mir.“Ich konnte mich nicht bewegen.Etwas stieg unter dem Boden empor.Etwas Lebendiges.Robert Argent stand nahe dem Eingang und beobachtete alles mit einem Lächeln.Meine Mutter sah entsetzt aus.Nicht ängstlich.Entsetzt.„Mom?“Sie antwortete nicht.„Mom, was ist das?“Ihre Augen blieben auf die Öffnung gerichtet.„Der Anfang.“Ein weiterer Ruck.Die kreisförmige Plattform spaltete sich.Metallplatten bogen sich nach hinten.Darunter befand sich eine riesige Kammer, erfüllt von Dunkelheit.Dann gingen Lichter an.Eines.Zwei.Zehn.Hunderte.Eine Treppe führte hinab in die Dunkelheit.Am Ende stand ein Mann.Er war groß.Zu groß.Sein Haar war vollkommen weiß.Seine Kleidung wirkte uralt, aber perfekt erhalten.Er stand vollkommen still.Dann öffneten si
Kapitel 42: Der Argent-RatPOV: Jennifer„SCHNAPPT EUCH DAS MÄDCHEN!“Der Befehl hallte durch die Kammer.Männer in schwarzer Rüstung strömten durch die zerstörte Tür.Schüsse fielen.David zog mich hinter die zentrale Plattform.„Bleib unten!“Ich drückte Elena an meine Brust.Sie zitterte.„Mama …“„Ich bin hier.“„Lass nicht zu, dass sie mich mitnehmen.“„Das werde ich nicht.“David schoss über die Plattform hinweg.Ein Mann ging zu Boden.Ein anderer bewegte sich auf uns zu.Victor fing ihn ab.Die beiden krachten zu Boden.Meine Mutter nahm einem der gefallenen Wachen eine Waffe ab.„Jennifer!“Ich blickte auf.„Halte Elena hinter der Plattform.“„Was machst du?“„Ich verschaffe euch Zeit.“Sie trat ins Freie.Ein bewaffneter Mann hob seine Waffe.Sie schoss zuerst.Er fiel.Ein anderer kam von links.Victor erschoss ihn.Für einen Moment wurde die Kammer zum Chaos.Dann erhob sich eine Stimme über dem Gewehrfeuer.„Stopp.“Alles erstarrte.Die Soldaten senkten ihre Waffen.Ein M
Kapitel 41: Die BlutköniginPOV: JenniferJede Tür in der Anlage öffnete sich.Gleichzeitig.Metalltüren.Sicherheitstüren.Tresortüren.Notausgänge.Alle.Das Geräusch rollte wie Donner durch den unterirdischen Komplex.David zog Elena näher an sich.„Was hast du aktiviert?“„Ich habe nichts aktiviert.“Mein Blick blieb auf der Frau auf dem Bildschirm gerichtet.Silbernes Haar.Blasse Augen.Meine Augen.Sie sah genauso aus wie ich.Nur älter.Kälter.Aber etwas an ihr war unverkennbar.Sie war Familie.Meine Großmutter.Die Frau, die meine Mutter nie erwähnt hatte.Die Frau, die sich selbst nannte—Die Blutkönigin.Meine Mutter wich einen Schritt zurück.„Nein.“Die Frau lächelte.„Das sagst du seit achtundzwanzig Jahren, Mara.“Meine Mutter sah mich an.„Jennifer, hör ihr nicht zu.“„Wer ist sie?“Meine Mutter antwortete nicht.Ich wandte mich dem Bildschirm zu.„Wie heißt du?“Die Frau lächelte.„Seraphine Benz.“Der Name traf mich wie ein körperlicher Schlag.Benz.Noch eine Benz
Kapitel 40: Ein HerzPOV: JenniferDie Kammer wurde dunkel.Drei Sekunden lang konnte ich nichts sehen.Dann hörte ich einen Schuss.„DAVID!“Ich rannte nach vorn.Etwas packte mein Handgelenk.Die Stimme meiner Mutter.„Nicht!“Ich riss mich los.„Lass mich los!“„Er hat nicht auf sich selbst geschossen.“Ich erstarrte.„Was?“Die Notbeleuchtung flackerte auf.David stand auf der anderen Seite der Kammer.Seine Waffe lag auf dem Boden.Er lebte.Ich starrte ihn an.Er lächelte.„Ich habe dir gesagt, dass du mir vertrauen sollst.“Ich rannte zu ihm.Mit beiden Händen schlug ich gegen seine Brust.„Du Idiot!“Er fing mich auf.„Gern geschehen.“„Du hast eine Waffe auf dich selbst gerichtet!“„Ich musste sie glauben lassen, dass ich es tun würde.“„Wen?“David blickte zur Decke.„Die Leute, die uns beobachten.“Meine Mutter trat vor.„Was hast du getan?“David deutete auf das Bedienfeld.„Der Countdown hat angehalten.“Ich sah hin.28:00Eingefroren.Victor ging auf das Bedienfeld zu.„
Kapitel 39: Die MutterPOV: JenniferIch konnte mich nicht bewegen.Achtundzwanzig Jahre lang hatte ich mir das Gesicht meiner Mutter auf tausend verschiedene Arten vorgestellt.Manchmal lächelte sie.Manchmal weinte sie.Manchmal stand sie neben meinem Vater.Manchmal verschwand sie im Rauch.Aber niemals so.Niemals lebendig.Niemals zehn Schritte von mir entfernt.Niemals so, als hätte sie mich erst gestern gesehen.Meine Mutter machte einen weiteren Schritt nach vorn.„Jennifer.“Mein Name klang in ihrer Stimme anders.Wie etwas Heiliges.Wie etwas, das sie jahrelang für sich aufbewahrt hatte.Ich schlang meine Arme fester um Elena.David stand neben mir.Seine Waffe war noch immer erhoben.„Bleiben Sie, wo Sie sind.“Meine Mutter sah ihn an.Dann lächelte sie traurig.„Du hast die Augen deines Vaters.“Davids Gesicht verhärtete sich.„Sie kannten meinen Vater.“„Ja.“„Sie kannten Edward Loriss.“Ihr Lächeln verschwand.„Ja.“„Und Sie wissen, was vor elf Jahren passiert ist.“Sie







