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Band 1: Schattenzeit
Band 1: Schattenzeit
Autor: Buch 31

Prolog

Autor: Buch 31
last update Fecha de publicación: 2026-09-28 19:50:21

Die Legende von Licht und Schatten

Ihre Geschichte begann vor Millionen von Jahren.

Zu einer Zeit, in der die Welt noch jung war und Magie durch jeden Winkel der Erde floss.

Zu einer Zeit, in der vier Völker nebeneinander existierten und niemand glaubte, dass dieser Frieden jemals zerbrechen könnte.

Es gab vier Reiche.

Das Menschenreich Elyndor lag verborgen vor den Augen der magischen Völker. Die Menschen lebten in Städten und Dörfern, bestellten ihre Felder und führten ein gewöhnliches Leben. Sie wussten nichts von der Welt, die direkt neben ihrer eigenen existierte – getrennt durch uralte Magie.

Hoch über den Wolken lag Caelestis, das Reich der Engel.

Weiße Türme ragten dort in einen Himmel, der niemals von Dunkelheit berührt wurde. Goldenes Licht spiegelte sich in schwebenden Seen, und mächtige Engel wachten über die Grenzen der magischen Welt. Für die Engel war das Licht nicht nur eine Kraft. Es war ein Teil ihrer Seele.

Tief unter den Schatten der Welt lag Noctharis, das Reich der Dämonen.

Dort herrschte die Dunkelheit. Schwarze Burgen erhoben sich über endlosen Schluchten, violette Flammen brannten in den Tiefen der Erde und ein ewiger Nachthimmel spannte sich über das Reich. Die Dämonen waren die Herrscher über Schatten und Finsternis.

Und doch waren sie nicht die Monster, für die die Menschen sie Jahrtausende später halten würden.

Damals herrschte Frieden. Das vierte Reich war Elarion. Das Reich der Feen.

Man nannte sie das Volk der Dämmerung, denn keine andere Rasse vereinte Licht und Dunkelheit so vollkommen in sich. Jede F*e wurde mit einem bestimmten Element geboren.

Manche beherrschten Feuer. Andere Wasser, Wind oder Erde.

Es gab Feen des Eises, des Blitzes, der Natur und des Kristalls. Manche besaßen sogar seltene Kräfte, die seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen worden waren.

Doch gerade diese Verbindung aus Licht und Finsternis machte das Feenvolk so mächtig.

Und so gefährlich. Denn eine F*e konnte Licht erschaffen.

Aber sie konnte es ebenso leicht in Schatten verwandeln.

Über Millionen von Jahren lebten die vier Völker in Frieden.

Dämonen und Engel schlossen Bündnisse. Feen handelten mit den Menschen.

Und die Menschen ahnten nicht einmal, wie nah sie einer Welt voller Magie waren.

Bis zu jenem Tag.

Jenem Tag, an dem ein Dämonenprinz geboren wurde.

Sein Name war Tanor.

Er war der Sohn des Dämonenkönigs und der zukünftige Herrscher von Noctharis.

Schon bei seiner Geburt wussten die Ältesten, dass mit ihm etwas anders war.

Seine Augen leuchten wie flüssiges Gold, obwohl er aus dem Reich der Dunkelheit stammte. Und seine Hörner waren dunkler als jede Nacht.

Doch Tanor besaß eine Kraft, die selbst die ältesten Dämonen nicht erklären konnten.

Er konnte Schatten berühren, ohne sie zu beherrschen. Er konnte ihre Erinnerungen sehen.

Er konnte hören, was die Dunkelheit flüsterte. Deshalb fürchteten ihn viele.

Andere verehrten ihn. Und sein Vater sah in ihm den perfekten zukünftigen König.

Doch Tanor wollte niemals König werden. Er wollte die Welt sehen.

Eine Welt, die ihm sein ganzes Leben lang verboten worden war.

Ganz anders war das Mädchen, dessen Schicksal sich bereits mit seinem verbunden hatte.

Ihr Name war Pifima.

Sie war eine junge F*e aus Elarion. Pifima war wunderschön, doch das war nicht das, was sie besonders machte. Schon bei ihrer Geburt hatten die ältesten F*en etwas Ungewöhnliches gespürt. Ihre Magie ließ sich keinem bekannten Element zuordnen.

Wenn Pifima traurig war, leuchteten die Blumen um sie herum silbern.

Wenn sie Angst hatte, verdunkelte sich das Licht. Und wenn sie glücklich war, erschienen kleine violette Funken in der Luft. Die Ältesten nannten es zunächst einen Fehler.

Eine Magie, die nicht existieren durfte. Doch sie wussten nicht, was Pifima wirklich in sich trug. Sie war nicht einfach eine F*e des Lichts. Und auch keine F*e der Dunkelheit.

Sie war etwas, das seit Millionen von Jahren nicht mehr existiert hatte.

Eine F*e der Dämmerung. Diejenige, die Licht und Schatten miteinander verbinden konnte.

Noch wusste niemand, was ihre Geburt bedeutete.

Nicht die Engel.

Nicht die Dämonen.

Nicht einmal die Feen selbst.

Doch das Schicksal hatte längst begonnen, seine Fäden zu ziehen.

Eines Abends verließ Tanor heimlich das Dämonenreich.

Er wollte nur für wenige Stunden die Welt außerhalb von Noctharis sehen.

Er wanderte durch einen uralten Wald, dessen Bäume von silbernen Blüten bedeckt waren.

Und dort begegnete er ihr. Pifima.

Sie stand unter einem gewaltigen Baum und hielt eine leuchtende Blüte in ihren Händen.

Tanor blieb stehen. Pifima drehte sich um. Ihre Blicke trafen sich.

Goldene Augen begegneten violettem Licht. Für einen Moment geschah nichts.

Keiner von beiden sagte ein Wort. Doch tief in ihren Herzen geschah etwas, das sie beide nicht verstehen konnten. Etwas, das älter war als ihre beiden Reiche.

Älter als ihre Familien. Älter als die Feindschaften, die eines Tages entstehen würden.

Pifima trat einen Schritt auf ihn zu.

»Du bist ein Dämon.« Tanor lächelte schwach.

»Und du bist eine F*e.« Sie hätte Angst haben müssen. Er hätte gehen müssen.

Doch keiner von beiden tat es. Stattdessen blieb Tanor vor ihr stehen.

Und in diesem Augenblick begann eine Geschichte, die Millionen Jahre später noch immer erzählt werden sollte. Eine Geschichte über Licht und Schatten.

Über Liebe und Verrat. Über zwei Völker, die niemals hätten miteinander verbunden werden dürfen. Und über ein Mädchen, dessen Kraft eines Tages das Schicksal der gesamten magischen Welt verändern würde. Denn Pifima war nicht nur die F*e der Dämmerung.

Sie war der Schlüssel zu etwas, das seit Anbeginn der Zeit verborgen gewesen war.

Und Tanor?

Er war der einzige Dämon, der sie niemals fürchten würde.

Zumindest glaubte er das. Damals ahnte noch niemand, dass ihre erste Begegnung der Anfang eines Krieges sein würde.

Eines Krieges, der die vier Reiche für immer verändern sollte.

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