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Das Feuer in mir

last update publish date: 2026-07-28 17:38:24

„Was passiert mit ihr?“, rief Draven und stolperte rückwärts.

Die Augen meines Vaters weiteten sich vor Angst. „Nein. Es ist zu früh.“

Schmerz zerriss meinen Körper, scharf und blendend, und ein seltsames goldenes Licht begann unter meiner Haut zu glühen, pulsierend wie ein Herzschlag, der nicht mir gehörte.

Logan packte meine Schultern, seine Augen weit aufgerissen mit etwas zwischen Ehrfurcht und Alarm. „Amina, sieh mich an. Bleib bei mir.“

Doch ich konnte ihm nicht antworten.

Denn zum ersten Mal in meinem Leben erwachte die Macht, die mein Vater jahrelang versucht hatte, in mir zu begraben, endlich, und ich hatte absolut keine Kontrolle darüber, was sie als Nächstes tun wollte.

Der Schmerz wurde unerträglich.

Goldenes Licht brannte unter meiner Haut wie tausend Nadeln, die durch meine Adern rissen. Ich sank auf die Knie, mein Schrei zerriss die Lichtung, laut genug, um jeden Wolf um mich herum zum Schweigen zu bringen.

„Amina!“, Logans Stimme durchschnitt das Chaos, doch sie klang weit entfernt, als würde ich unter Wasser versinken.

„Weg von ihr!“, rief mein Vater, Panik brach endlich seine kalte Fassung. „Wenn ihre Macht vollständig unkontrolliert erwacht, wird sie jeden hier töten, sich selbst eingeschlossen!“

Logan wich nicht zurück. Stattdessen kniete er sich vor mich, umfasste mein Gesicht mit beiden Händen und zwang mich, ihn anzusehen, trotz des Feuers, das meinen Körper verzehrte.

„Sieh mich an“, befahl er. „Du bist stärker als diese Macht. Hörst du mich? Du kontrollierst sie. Sie kontrolliert nicht dich.“

„Es tut weh“, keuchte ich, Tränen liefen über mein Gesicht. „Ich kann es nicht stoppen.“

„Doch, das kannst du“, sagte er bestimmt. „Du hast Schlimmeres überlebt als das. Du hast Jahre voller Schmerz überlebt, die dich vollständig hätten brechen müssen. Das hier ist nicht anders.“

Etwas in seiner Stimme, ruhig und unerschütterlich, durchschnitt die Panik, die meinen Verstand vernebelte. Ich konzentrierte mich auf seine dunklen Augen, nutzte sie als Anker gegen den Sturm, der in mir tobte.

Das goldene Licht pulsierte heller, und plötzlich strömten Bilder in meinen Kopf, Erinnerungen, die nicht meine waren. Eine Frau mit Augen wie meinen, die durchs Feuer rannte, ein Baby in silbernes Tuch gewickelt in ihren Armen. Schreie. Verrat. Eine Blutlinie, fast bis zur Ausrottung gejagt.

„Sie versucht, mich zu beschützen“, flüsterte ich, kaum meine eigenen Worte verstehend. „Meine Mutter, sie hat alles aufgegeben.“

„Amina“, sagte Logan sanft, „bleib hier bei mir. Verlier dich nicht in der Vergangenheit.“

Mein Vater trat einen vorsichtigen Schritt vor. „Genau deshalb muss sie kontrolliert werden. Ihre Macht ist instabil, unberechenbar. Sie könnte für jeden um sie herum zur Gefahr werden.“

„Sie ist keine Waffe“, fuhr Logan ihn an und richtete seine Wut auf meinen Vater. „Sie ist ein Mensch, den Ihr jahrelang gefoltert habt, um sie zum Schweigen zu bringen.“

„Ich tat, was nötig war, um den Frieden zu wahren“, verteidigte sich mein Vater.

„Frieden“, wiederholte Logan, Abscheu troff aus dem Wort. „Ihr meint Frieden für Euch selbst, während sie im Stillen litt.“

Das goldene Licht um mich herum begann langsam zu verblassen, der Schmerz wich einem dumpfen, erschöpften Pochen. Mein Atem wurde ragged, während ich nach vorne sackte, sofort von Logans starken Armen aufgefangen.

„Es ist vorbei“, murmelte er und hielt mich behutsam an seine Brust gedrückt. „Du hast das gut gemacht.“

Ich wollte ihm glauben, doch die Erschöpfung verschlang meine letzte Kraft vollständig. Meine Sicht verschwamm, und das Letzte, was ich hörte, bevor die Dunkelheit mich verschlang, war die Stimme meines Vaters, leise und drohend.

„Das ist noch nicht vorbei, Logan. Ihr habt keine Ahnung, was Ihr euch da gerade angeeignet habt.“

Als ich die Augen wieder öffnete, lag ich auf einem weichen Bett in einem fremden Zimmer, Sonnenlicht strömte durch hohe Fenster. Mein Körper schmerzte überall, doch das Feuer unter meiner Haut war verschwunden.

Die Tür knarrte auf, und Logan trat ein, sein Gesichtsausdruck wachsam, aber erleichtert.

„Du bist wach“, sagte er und trat näher.

„Wo bin ich?“, fragte ich, meine Stimme heiser.

„Ashvale-Territorium“, antwortete er. „Mein Territorium. Du bist hier sicher.“

Sicher. Das Wort fühlte sich fremd auf meiner Zunge an, etwas, das ich noch nie wirklich erlebt hatte.

„Warum hast du mir geholfen?“, fragte ich leise. „Du kennst mich nicht. Du schuldest mir nichts.“

Logan musterte mich lange, bevor er antwortete. „Weil ich in dem Moment, in dem ich dich durch diesen Wald rennen sah, blutend und verängstigt, und dennoch aufrecht stehend, wusste, dass du nicht jemand bist, von dem ich einfach weggehen könnte.“

Meine Brust zog sich bei seinen Worten zusammen, Verwirrung und etwas gefährlich nahe an Hoffnung wirbelten in mir.

„Mein Vater sagte, du willst nur meine Macht“, sagte ich vorsichtig und beobachtete seine Reaktion.

Etwas Dunkles huschte über sein Gesicht. „Dein Vater ist ein Lügner, der Jahre damit verbracht hat, seine eigene Tochter zu foltern, um seine Position zu schützen. Vertrau keinem einzigen Wort, das seinen Mund verlässt.“

„Dann sag mir die Wahrheit“, sagte ich. „Was willst du von mir, Logan?“

Er trat näher, seine Augen fixierten meine mit einer Intensität, die mein Herz schneller schlagen ließ. „Im Moment will ich, dass du gesund wirst. Nichts weiter.“

Bevor ich antworten konnte, hallte ein scharfes Klopfen gegen die Tür. Ein Krieger trat ein, sein Gesicht blass vor Dringlichkeit.

„Alpha“, sagte er schnell, „wir haben ein Problem.“

Logans Kiefer spannte sich an. „Was für ein Problem?“

Der Krieger zögerte und warf mir einen nervösen Blick zu, bevor er antwortete.

„Das Rudel ihres Vaters ist verschwunden“, sagte er. „Über Nacht spurlos verschwunden, zusammen mit jedem ihm treu ergebenen Krieger.“

Logans Gesichtsausdruck verdüsterte sich sofort. „Verschwunden, wohin?“

Der Krieger schluckte schwer.

„Wir wissen es nicht, Alpha“, sagte er. „Aber Späher fanden etwas, das an ihrem Lager zurückgelassen wurde.“

„Was?“, verlangte Logan zu wissen.

Der Blick des Kriegers wanderte zu mir, Angst deutlich in seiner Stimme.

„Eine Nachricht“, sagte er, „in Blut geschrieben, direkt an Amina gerichtet.“

Mein Magen verkrampfte sich heftig.

Was auch immer mein Vater als Nächstes plante, es hatte gerade erst begonnen.

Logan befahl dem Krieger, die Nachricht sofort zu bringen.

Ich setzte mich aufrechter im Bett auf, mein Körper noch schwach, doch die Angst schärfte meinen Verstand schneller als jede Medizin es gekonnt hätte. Was auch immer mein Vater zurückgelassen hatte, es war dazu bestimmt, mir wehzutun.

Der Krieger kehrte wenig später zurück, ein zerrissenes Stück Stoff in der Hand, dunkelrot befleckt. Logan nahm es vorsichtig entgegen, sein Gesichtsausdruck verhärtete sich, während er die auf den Stoff gekritzelten Worte las.

„Was steht da?“, fragte ich, meine Stimme zitternd.

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