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Kapitel 3

last update publish date: 2026-08-07 15:27:53

Delilah's POV

Es sind sechs Tage vergangen.

Sechs lange, stille, ereignislose Tage, in denen er reglos dalag – bleich, leblos und unbeweglich und doch irgendwie die mächtigste Präsenz in diesem ganzen Haus. Malric. Der Oberste Alpha. Der schlafende Lycan-König.

Und ich? Man behandelte mich wie eine Königin. Niemand wagte es, zu hinterfragen, wer ich war oder warum ich hier war. Sie nannten mich „Heilerin“, aber ich sah, wie sie die Köpfe senkten, wenn ich vorbeiging. Als könnten sie es spüren. Die Macht, die unter meiner Haut summte. Die Art, die nur daraus entsteht, gebrochen, verbannt und wiedergeboren zu werden.

Niemand hatte Caleb erwähnt.

Niemand hatte mich auch nur so angeschaut, als wäre ich einst die Luna von Velmora gewesen.

Das führte mich zu zwei Schlussfolgerungen: Entweder waren diese Leute völlig neu… oder sie hatten wirklich vergessen. So oder so spielte es mir perfekt in die Hände.

Aber einer hatte nicht vergessen.

Seraphine.

Sie kam. Nicht jeden Tag, aber oft genug, um mich stutzig zu machen. Sie blieb nie lange, begrüßte mich weder mit Wärme noch mit Misstrauen. Nur Stille und diese immer leuchtenden Augen.

Als ich sie also heute wieder sah, wie sie den Flur zu Malrics Zimmer hinaufging, zögerte ich nicht.

„Seraphine.“

Sie hielt inne und drehte sich langsam zu mir um, als hätte sie es erwartet.

Ich trat vor. „Warum hast du Caleb und seinen Kriegern nicht gesagt, dass ich hier bin? Warum sind sie noch nicht gekommen, um mich zu holen?“

Sie sah mich an, ohne zu zucken. „Weil es nicht nötig ist.“

„Nicht nötig?“, wiederholte ich.

„Wenn du ihn wiederbelebst, wirst du gehen. Es hat keinen Sinn, Alarm zu schlagen.“

Ich starrte sie an und runzelte die Stirn. „Also hast du niemandem etwas gesagt?“

Sie schüttelte den Kopf. „Es sei denn, einer der Wachen hat dich erkannt, was sie nicht haben… niemand weiß, dass du hier bist.“

Eine Stille dehnte sich zwischen uns. Ich traute ihr nicht – nicht ganz. Ihre Ruhe beunruhigte mich, die Art, wie sie immer mehr zu wissen schien, als sie sagte.

„Und warum kommst du immer wieder hierher?“, fragte ich. „Warum er? Warum Malric?“

„Weil er der Oberste Alpha ist. Ein Lycan“, antwortete sie. „Es ist meine Pflicht, nach ihm zu sehen.“

Ich glaubte ihr nicht. Nicht vollständig. Da war etwas anderes hinter ihren Augen, etwas Unlesbares. Aber ich hakte nicht weiter nach. Noch nicht.

Stattdessen wandte ich mich ab und ging zurück zu meinem kleinen Arbeitsplatz. Ein paar Flaschen, mein Mörser und Stößel und der letzte Satz Kräuter, den ich seit Tagen vorbereitete. Das war es. Der letzte Trank. Derjenige, der ihn aus den Schatten zurück ins Land der Lebenden ziehen würde.

Er roch scharf, bitter und warm.

Perfekt.

Als ich zu Malrics Zimmer zurückkehrte, war Seraphine verschwunden. Wie immer, wie ein Geist – da und dann nicht mehr.

Ich ging zu ihm hinüber. Seine Brust hob und senkte sich immer noch sanft. Aber die Farbe war subtil in seine Haut zurückgekehrt. Seine Lippen waren nicht mehr so bleich. Er war nah. So nah.

Ich setzte mich neben ihn, hob seinen Kopf behutsam und goss ihm den Trank in die Kehle. Er schluckte automatisch. Sein Körper erkannte, was er brauchte, selbst im Schlaf.

Und während ich ihn ansah, so mächtig selbst in der Reglosigkeit, flüsterte ich: „Komm zu mir zurück. Deine Geschichte ist noch nicht zu Ende. Und meine auch nicht.“

Dann stand ich auf, glättete mein Gewand und verließ den Raum.

Ich ging nicht weit.

Während ich durch die Flure streifte, still wie ein Atemzug, fand ich es. Ein Zimmer direkt gegenüber von seinem. Nicht genau gegenüber, sondern so abgewinkelt, dass er, wenn seine Tür auch nur leicht geöffnet war und diese einen Spalt offen blieb, alles sehen würde. Alles.

Die Badewanne darin war riesig, aus Marmor gehauen, gefüllt von einem langsamen Strom warmen Wassers. Das Licht im Raum war weich, vom Nachmittagssonnenlicht geküsst. Es war perfekt. Perfekt für den Beginn von allem.

Ich trat ein.

Schloss die Tür hinter mir, aber nicht ganz.

Und dann streifte ich langsam mein Kleid von den Schultern und ließ den Stoff wie Seide zu Boden gleiten. Stück für Stück zog ich mich aus – nackt im Licht, nackt vor der Rache, die ich gleich entfesseln würde.

Sein Sohn hatte mir alles genommen.

Sein Vater? Würde es zurückgeben.

Ich sank in die Wärme des Bades und seufzte, als es meine Haut wie Seide umfing. Das Licht der nahen Laternen flackerte sanft auf dem Wasser und warf goldene Spiegelungen an die Marmorwände.

Meine Brust war der kühlen Luft ausgesetzt, und es war mir egal. Im Gegenteil, ich begrüßte das Gefühl, denn das gehörte zum Plan.

Früher hatte ich darum gebeten, dass dieses Bad vorbereitet wurde. Ich hatte ihnen gesagt, es sei zum Ausruhen. Zum Einweichen und Erholen von meinen langen Kräutervorbereitungen. Sie stellten keine Fragen.

Ich griff nach dem Weinglas, das am Rand der Wanne stand, während ich den Kopf zurückfallen ließ. Mein Haar floss meinen Rücken hinab, die Spitzen tauchten ins Wasser. Ich spürte, wie die Strähnen um mich herum trieben, wie Seetang in einer sanften Strömung.

Ich begann mit dem Wasser zu spielen, meine Hände streichelten die Oberfläche und erzeugten kleine Wellen, die tanzten und schimmerten. Ich schöpfte eine Handvoll und ließ sie über meine Schultern tropfen, die Tropfen zeichneten Bahnen auf meiner Haut.

Ich spürte die Hitze des Wassers im Kontrast zur kühleren Luft, die kleine Schauer der Lust durch mich jagte. Ich tat es erneut, diesmal ließ ich das Wasser meine Brust hinablaufen und beobachtete, wie es sich auf meinen Brüsten sammelte und rollte.

Ich hörte das Geräusch einer sich öffnenden Tür, das unverkennbare Knarren der Angeln, das ich inzwischen wiedererkannte. Malrics Tür. Meine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, als ich die Schritte hörte – eins, zwei –, genau wie erwartet. Ich wusste, dass er in wenigen Minuten aufwachen würde, und dann wölbte ich meinen Rücken, hob meinen nackten Körper leicht an, immer noch tief im Wasser, aber jetzt entblößt, meine Brüste durchbrachen die Oberfläche.

Ich begann mit dem Wasser auf meinen Brüsten zu spielen, umfasste sie und ließ das Wasser darüberlaufen, beobachtete, wie es von meinen verhärteten Brustwarzen tropfte. Ich spürte Blicke auf mir, die mich beobachteten, und widerstand dem Drang, hinzusehen. Ich wollte den Spaß noch nicht verderben. Noch nicht. Ich wollte es hinauszögern, ihn zusehen lassen, ihn begehren lassen.

Ich ließ meine Hand meinen Körper hinabgleiten, über die Kurve meiner Taille, die Rundung meiner Hüften, bis ich die Hitze zwischen meinen Schenkeln erreichte. Ich spürte, wie ich feucht wurde, und nicht nur vom Wasser. Ein leises Stöhnen entwich mir, als meine Finger meinen Kitzler fanden und das Gefühl einen Stoß der Lust durch mich jagte. Ich begann ihn zu kreisen, zuerst langsam, dann schneller, mein Atem kam in kurzen Stößen.

Ich spürte das Gewicht seines Blicks auf mir, konnte fast den stockenden Atem hören, während er zusah, wie ich mich berührte. Ich ließ den Kopf wieder zurückfallen, mein Haar wirbelte im Wasser um mich, mein Körper wölbte sich, während ich mir Lust bereitete. Ich war so nah, so nah am Abgrund, und ich wusste, dass er zusah.

Ich verlangsamte meine Bewegungen, meine Finger streiften meinen Kitzler nur noch leicht, neckten mich.

Ich neigte den Kopf zur Seite, die Augen immer noch geschlossen.

Ich wusste, dass er immer noch da war.

Trotzdem sah ich nicht hin. Noch nicht. Nicht, bis ich den Höhepunkt meines eigenen Moments spürte, der aufstieg und fiel wie eine atemlose Welle, die in mir zerschellte. Mein Körper zitterte bei der Erlösung.

Erst dann… drehte ich mich um.

Und als ich es tat, trafen meine Augen ein Paar kalter, vertrauter grauer Augen, die mich aus der kaum geöffneten Tür beobachteten. Augen, die sich weiteten… und verschwanden.

Weg.

Als wären sie nie dagewesen.

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