LOGINIch kam, um meinen Ex zu ruinieren. Ich hatte nie vor, vor seinem Vater niederzuknien. Ich kam zurück, um Caleb zu vernichten. Ich hatte einen Plan – kalt, scharf und gnadenlos. Doch dann traf ich Malric Vane. Der Mann flirtet nicht. Er befiehlt. Ein Blick, und meine Beine zitterten. Ein Wort, und ich lag auf den Knien. Er ist der Lycan, den jeder Wolf fürchtet. Der Mann, den niemand berührt. Und jetzt wache ich in seinem Bett auf, weit geöffnet, mit Bissspuren gezeichnet, hungrig nach mehr. Er sagt, ich wurde nicht geboren … ich wurde erschaffen. Erschaffen, um zu gehorchen. Erschaffen, um ihm zu gefallen. Und das Schlimmste? Er hat recht. Denn jedes Mal, wenn er mich braves Mädchen nennt, vergesse ich meine Rache. Ich will nur wieder und wieder verführt werden.
View MoreDelilahs POV
„Wir sollten das nicht tun“, kicherte ich atemlos, während Calebs Lippen die Seite meines Halses hinabwanderten und seine Hände bereits am Saum meines Kleides zerrten. Er hörte nicht auf. Seine Stimme war tief und voller Schalk. „Nur ein paar Minuten. Niemand wird es erfahren, Delilah.“ Ich biss mir auf die Lippe und versuchte, mich zu konzentrieren, doch seine Finger strichen über meinen Oberschenkel, und alle klaren Gedanken zerstoben wie Blütenblätter im Wind. „Aber wir können bis heute Abend warten. Wir werden heute gebunden, Caleb. Offiziell. Du kannst mich jede Nacht haben—“ Er brachte mich mit einem Kuss zum Schweigen, der mir die Zehen kräuselte. Sein Mund war fordernd, heiß und vertraut auf all die Arten, die mich für ihn schmelzen ließen. Mein Rücken wölbte sich unwillkürlich, als seine Handfläche zur Kurve meiner Hüfte glitt und mich mit einer Dringlichkeit festhielt, der ich nicht die Kraft hatte, zu widerstehen. „Wir haben lange genug gewartet“, knurrte er leise und drückte mich mit seinem Körper gegen die Wand. „Du gehörst mir. Meine Luna. Meine Königin. Und ich will dich jetzt.“ Bevor ich erneut protestieren konnte – falls ich das überhaupt vorhatte –, hob er mich mühelos hoch. Meine Beine schlangen sich um seine Taille, meine Hände vergruben sich in seinem Haar, und dann lagen wir auf dem Bett, Glieder und Münder und Hitze. Der Duft von Zedernholz und Sünde haftete an seiner Haut und ließ meinen Kopf schwirren. „Caleb…“, flüsterte ich, bereits verloren. „Sag meinen Namen noch einmal“, murmelte er und zog seine Lippen über mein Schlüsselbein hinab. „Caleb“, stöhnte ich, der Atem stockte, als er tiefer küsste und seine Zähne meine Haut streiften. Er zog mich aus, als hätte er es tausendmal in seinen Träumen getan. Jedes Kleidungsstück legte er mit Ehrfurcht und Hunger ab. Sein Körper schwebte über dem meinen – breit, muskulös, jeder Zentimeter so geformt, als hätten die Götter ihn für die Sünde geschaffen. Mein Atem stockte, als er langsam und tief in mich eindrang, als wolle er mich von innen heraus beanspruchen. Es war nicht hastig. Es war Anbetung. Es war er, der flüsterte: „Du gehörst mir.“ Ich, die antwortete: „Immer.“ Es war Haut auf Haut, Körper, die aufeinanderprallten, atemlose Stöhnen, die von verzweifelten Küssen verschluckt wurden. Es war die Art von Liebe, die sich anfühlte, als könnte sie niemals zerbrechen. Wir klammerten uns aneinander, bis die Welt verschwamm und nur noch wir existierten – seine Berührung, mein Herz, unsere Bindung, die nur noch Augenblicke davon entfernt war, für immer versiegelt zu werden. Bis das Klopfen kam. Drei scharfe Schläge an die Tür, die uns in die Realität zurückrissen. Wir erstarrten. „Scheiße“, fluchte Caleb und rollte von mir herunter. Wir griffen nach unseren Kleidern, atemlos, errötet, die Herzen immer noch rasend. Ich versuchte, mein Haar zu bändigen, während zitternde Finger mit den Schnüren meines Kleides fuchtelten. „Sie werden es merken“, flüsterte ich mit brennenden Wangen. „Es ist mir egal“, sagte Caleb mit einem Grinsen und strich mit dem Daumen über meine Wange. „Du gehörst mir, Delilah. Du wirst immer mir gehören.“ Ich lächelte, das Herz setzte aus, dieses dumme Flattern der Hoffnung stieg in meiner Brust auf. Für einen Moment fühlte es sich an wie Magie. Als würde endlich alles an seinen Platz fallen. Bis wir die Tür öffneten. Valen, Calebs Beta, stand da, stoisch wie immer, die Arme vor der Brust verschränkt. „Sie warten“, sagte er einfach, die Augen wanderten zwischen uns hin und her mit einem wissenden Blick. „Ihr beide müsst jetzt kommen.“ Wir folgten ihm hinaus. Der Garten war für die Zeremonie umgestaltet worden. Fackeln brannten in eisernen Ständern, Blumen schmückten den Bogen, unter dem wir stehen würden. Rudelmitglieder füllten den Raum, einige murmelten aufgeregt, andere reckten die Hälse, um uns zu sehen. Ich entdeckte Seraphine, die Mondgöttin, die in ihren fließenden silbernen Roben nahe dem Altar stand, ihr ätherisches Gesicht vom Mondschein erleuchtet. Meine beste Freundin Islode zwinkerte mir von ihrem Platz unter den Gamma-Rängen zu, wunderschön wie immer in ihrem schwarzen zeremoniellen Gewand. Ich lächelte sie an, nervös, aber überglücklich. Sie wusste, wie lange ich darauf gewartet hatte. Einige von Calebs Verwandten waren ebenfalls da. Alle… außer Malric. Nicht überraschend. Der geheimnisvolle, kalte Lycan-Anführer erschien nur, wenn es absolut notwendig war. Calebs Hand fand die meine, als wir nach vorne traten, zur Mondgöttin. Mein Herz schlug härter. Das war es. Der Moment, in dem ich Luna wurde. Der Moment, in dem ich die Seine wurde. Seraphine erhob die Arme und begann zu sprechen. Ihre Stimme hallte mit himmlischer Autorität wider. „Wir versammeln uns hier unter dem gesegneten Mond, um die Vereinigung von Alpha Caleb Vane und seiner schicksalsbestimmten Gefährtin zu bezeugen. Möge ihre Bindung vom Mond bezeugt werden. Möge sie gesegnet sein.“ Ein Schimmer ging durch die Luft, die Bindung der Zeremonie begann sich bereits zu formen. Ich drückte Calebs Hand, zitternd. Er sah mich nicht an. Seine Augen waren starr nach vorn gerichtet, unlesbar. „Nun“, fuhr Seraphine fort, die Augen leuchtend, „möge die auserwählte Luna vortreten und das Zeichen der Bindung empfangen.“ Sie hielt inne. Dann öffneten sich ihre Lippen, und ich wartete darauf, meinen Namen zu hören. „Islode Sable“, verkündete sie. Die Welt blieb stehen. Meine Hand glitt aus Calebs, und meine Brust wurde hohl. Gemurmel brach um uns herum aus. Meine Ohren klangen. Was? Was hatte sie gerade gesagt? Ich drehte mich um und suchte fieberhaft die Menge ab. „Nein“, sagte ich, die Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Nein, das ist ein Fehler. Das ist… das ist falsch.“ Islode trat anmutig und beherrscht vor. Ich blinzelte sie an, das Herz krachte gegen meine Rippen. „Islode…? Was… was geht hier vor?“ Sie begegnete meinem Blick mit einer Ruhe, die ich nicht wiedererkannte. „Es tut mir leid, Delilah“, sagte sie leise. „Aber so ist es bestimmt.“ „Nein“, sagte ich, jetzt lauter. „Das war nie Teil des Plans! Caleb, sag etwas!“ Er begegnete meinem Blick nicht. „Caleb!“, forderte ich. „Was passiert hier?!“ Islodes Stimme war wie Seide. „Er gehört mir.“ Ich wandte mich an Caleb, mein Herz zerbrach in Echtzeit. „Du hast gesagt, ich gehöre dir.“ Caleb stand da. Seine Augen trafen endlich die meinen – und sie waren nicht von Liebe erfüllt. Sie waren aus Stahl. „Meine Luna“, sagte er kalt, „kann keine Verräterin sein.“ „Was meinst du mit Verräterin?“, fragte ich, kaum in der Lage zu atmen. Meine Stimme brach, aber das war mir egal. Meine Beine fühlten sich schwach an. „Caleb… was habe ich getan?“ Er zuckte nicht zusammen. Sah nicht weg. Blinzelte nicht. „Du bist zu den Leuten von Nytheria gegangen“, sagte er kalt, „und hast ihnen unsere Geheimnisse erzählt. Du hast unsere Schwächen preisgegeben.“ „Was?“, machte ich einen schwankenden Schritt vorwärts. „Nein – nein, habe ich nicht. Caleb, das ist nicht wahr. Ich habe niemandem irgendetwas erzählt. Du weißt, dass ich das nicht getan habe! Ich bin immer bei dir. Wann hätte ich überhaupt die Gelegenheit gehabt…“ „Du hast sie uns vorgezogen“, schnitt er scharf dazwischen. „Und dafür musst du bestraft werden.“ Mein Herz stürzte ab. „Bestraft…?“, flüsterte ich. „Was sagst du da?“ Er zögerte nicht einmal. „Du wirst verstoßen“, sagte Caleb, seine Stimme hallte durch die Stille. „Und hingerichtet.“ Die Welt um mich herum drehte sich. „Nein.“ Ich taumelte zurück und schüttelte heftig den Kopf. „Nein, Caleb, bitte. Das kannst du nicht tun. Du kennst mich! Du liebst mich.“ Ich griff instinktiv nach ihm, die Finger zitterten. Ein Wächter trat vor mich und stieß mich zurück. „Berühre den Alpha nicht.“ „Ich habe nichts getan!“, schrie ich, die Stimme stieg vor Verzweiflung. „Caleb, bitte! Tu mir das nicht an!“ Er sah auf mich herab mit Augen, die ich nicht wiedererkannte. Keine Wärme. Keine Sanftheit. Keine Spur des Mannes, der gerade noch geflüstert hatte, dass ich die Seine sei. Nur Eis. Nur Hass. „Es tut mir leid“, sagte er erneut, die Stimme wie Stein. „Aber du musst gehen.“ „Nein…“, würgte ich hervor. „Nein, bitte…“ „Valen.“ Der Beta trat ohne Zögern vor. Natürlich tat er das. Er stellte nie Fragen. „Nimm sie“, befahl Caleb. „Beende es.“ In dem Moment, als Valens Hände meine Arme umklammerten, schrie ich. „Lass mich los! Caleb! Caleb!“ Ich trat, ich zappelte, ich kämpfte mit allem, was ich hatte, aber Valen rührte sich nicht. Sein Griff war wie Eisen. Ich spürte die Blicke des gesamten Rudels auf mir, doch niemand bewegte sich. Niemand half. „Seraphine!“, schrie ich und sah zur Mondgöttin, Tränen liefen mir über das Gesicht. „Bitte! Bitte, tu etwas!“ Sie rührte sich nicht. Ihr Gesicht war ausdruckslos. Die Arme verschränkt. Mein Schrei zerriss den Zeremonieplatz, während Valen mich fortzerrte. Ich war nichts mehr. Keine Luna. Keine Gefährtin. Nur eine Verräterin, die sie auslöschen wollten. Wir erreichten den Rand des Waldes, die Schatten verschlangen uns vollständig. Ich bettelte immer noch. Kämpfte immer noch. Zwei Wächter hatten sich Valen angeschlossen und trugen mich tiefer in die Bäume, als würde ich nichts wiegen. „Ich habe nichts getan“, weinte ich immer wieder. „Ihr müsst mir glauben. Bitte, tötet mich nicht. Bitte.“ Sie antworteten nicht. Schließlich blieb Valen stehen. Das Mondlicht schimmerte auf einem nahen Bach, still und grausam. Er winkte den beiden anderen Männern. „Lasst uns. Ich kümmere mich von hier an darum.“ Sie sahen einander an, gehorchten aber und verschwanden zurück in die Bäume. Er ließ mich auf die weiche Erde fallen, und ich stolperte, fiel auf die Knie. Mein Gesicht war nass von Tränen, mein ganzer Körper zitterte. Ich wandte mich ihm zu, der einzigen Person, die noch zwischen mir und dem Tod stand. „Bitte“, flüsterte ich. „Ich gehe. Ich verlasse das Territorium und komme nie zurück. Töte mich nur nicht. Ich habe nichts getan. Es ist alles eine Falle. Bitte, Valen. Du musst mir glauben.“ Er antwortete nicht. Er begann, sein Hemd auszuziehen und bereitete sich auf die Verwandlung vor. Die Krallen formten sich bereits an seinen Fingern. Seine Augen leuchteten schwach im Mondlicht. Seine Macht knisterte in der Luft. Ich wich langsam zurück, die Hände vor mir erhoben. „Bitte“, schluchzte ich. „Bitte…“ Valen sah mich an. Etwas flackerte in seinem Ausdruck. Etwas fast Menschliches. Dann flüsterte er es. „Es tut mir leid.“Malrics POVBlut.Das war das Erste, was ich roch.Delilahs Blut.Ich sah zu, wie sie zu Boden fiel, ihr Körper traf die harte Erde, als hätte er kein Gewicht, und in diesem Augenblick verschwamm alles um mich herum. Der Bastard, der sie gestoßen hatte, erhob die Krallen erneut und zielte geradewegs auf ihre Brust, aber er bekam nie die Chance.Ich war schneller.Ich dachte nicht. Ich atmete nicht. Ich bewegte mich einfach.Meine Krallen rissen durch seinen Körper, als wäre er nichts – ein einziger Schlag, und er war fort, zerfetzt, bevor er überhaupt realisierte, dass der Tod nach ihm kam. Ich hielt nicht an. Jeder in ihrer Nähe, jeder in Reichweite, jeder, der sie auch nur ansah – ich vernichtete sie.Als ich sie erreichte, war ihr Atem flach, zu flach.„Bleib bei mir“, knurrte ich und hob sie in meine Arme. Ihr Blut war warm an meiner Haut, tränkte mein Hemd, aber es war mir egal. Mein Herz, verdammt… mein Herz pochte zu schnell, zu laut und übertönte alles andere.Ich drehte mich
Malrics POVEs sind Wochen seit dem Beginn des Trainings vergangen. Wochen der Erschöpfung. Wochen voller Schweiß, Prellungen und schlafloser Nächte. Jeder wurde an seine Grenzen getrieben – die Krieger, die Gammas, sogar die Omegas. Die Luft um die Festung herum trägt das Gewicht dessen, was kommt, wie ein Sturm, der darauf wartet, loszubrechen.Wir haben Verteidigungen um Valmora herum errichtet. Die Mauern verstärkt. Fallen über die Stadt verteilt. Jeder Mann und jede Frau hat sich auf den Kampf vorbereitet.Und dann ist da Delilah.Sie zu trainieren war… kompliziert. Jeden Tag, ohne Ausnahme, sind wir auf dem Gelände. Jeden Tag treibe ich sie härter als alle anderen. Und jeden Tag enden unsere Sitzungen irgendwie damit, dass ich in ihr bin, verwickelt in etwas, das keiner von uns zu kontrollieren scheint.Ich hasse mich dafür.Ich habe sogar Seraphine gebeten, einen Weg zu finden, die Gefährtenbindung zu brechen, weil ich nicht ihre Gefährte sein kann. Ich kann nicht. Wenn ich sie
Delilahs POVIch wollte einfach nur atmen.Nachdem ich die Ratshalle verlassen hatte, dachte ich, geradewegs zu Malrics Gemächern zu gehen, wäre das Sicherste, aber ich konnte nicht. Mein Kopf war schwer, meine Brust enger als je zuvor, und das Gewicht zu vieler Blicke haftete immer noch an meiner Haut.Also ging ich.Die langen Flure von Valmora waren still, die weichen Fackeln an den Wänden warfen goldene Schatten auf die kalten Steinböden. Ich dachte, vielleicht, wenn ich weiterging, vielleicht, wenn ich meine Beine mich irgendwohin führen ließ, würden die Gedanken ruhiger werden. Aber das taten sie nicht.Ich hatte nicht erwartet, es zu hören… die gedämpften Stöhnen. Zuerst erstarrte ich, überzeugt, ich bildete es mir ein. Aber nein… da war es wieder. Tief, atemlos, stoßweise.Ich hätte mich um meinen eigenen Kram kümmern sollen. Es war wahrscheinlich nur eine der Mägde, die sich mit einem Wächter herumtrieb. Hier nicht ungewöhnlich. Nicht meine Angelegenheit.Und doch… bewegten s
Delilahs POVIch weiß nicht einmal, wie ich das anstellen soll, wie ich ihm jetzt gegenübertreten soll. Meine Finger zappeln an meiner Seite und meine Brust fühlt sich schwer an.„Was tust du hier, Malric?“, frage ich leise und versuche, nicht nervös zu klingen, aber meine Stimme verrät mich.Er zieht eine Augenbraue hoch, dieser übliche ruhige Ausdruck in seinem Gesicht macht mich unruhig. „Ich meine… ich darf dich nicht mehr sehen kommen?“„Außerdem ist das meine Kammer.“Stimmt.Ich schaue weg und erzwinge ein Lachen, das bitterer klingt als amüsiert. „Ich denke, du willst mich nur sehen, wenn du meine Berührung spüren willst… wenn du mich ficken willst. Also leg los.“Ich bereue die Worte in dem Moment, in dem sie meinen Mund verlassen, aber es ist zu spät.Malrics Gesicht verändert sich sofort. Diese unlesbare Maske rutscht ab, und zum ersten Mal sehe ich etwas Scharfes in seinen Augen flackern, etwas Verletztes, etwas Gefährliches.„Also…“, seine Stimme sinkt tief, kälter als Ei











