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Kapitel 16

Author: Jocelyne
last update publish date: 2026-09-20 17:18:44

Aus Siennas Sicht

Adrians Worte hallten auf dem ganzen Weg zurück zum Penthouse wie ein Glockengeläut in meinem Kopf nach. Wenn Dominic dir jemals sagt, dass er keine Gefühle für dich hat, dann glaub ihm nicht.

Es war verrückt. Dominic Kane hielt nichts von Gefühlen. Er kümmerte sich um Verträge, Geschäftsabschlüsse und nüchterne Fakten. Unsere Ehe kam zustande, weil ich Geld brauchte, um meine Familie zu retten, und er eine Ehefrau brauchte, um sein Erbe zu sichern. In einer Vereinbarung, die
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    Dominics PerspektiveIch zog einen blauen Chip, der zu Julian Vances ausdruckslosem Unternehmensanwalt passte. Auf der anderen Seite des Rasens zog Sienna einen smaragdgrünen Chip.Julians charmanter Cousin – Parker Vance, der statt eines Leinenanzugs Sportkleidung trug – zog den passenden smaragdgrünen Chip. Parker stieß einen lauten Seufzer aus und schenkte Sienna ein breites, strahlendes Lächeln. „Sieht so aus, als hätten wir heute die räumliche Ausrichtung hinbekommen, Sienna. Versuch, mich nicht zu vermissen, wenn Dominic sich langweilt.“Sienna verdrehte nicht die Augen. Schlimmer noch – sie lachte. Ein helles, klingendes Lachen, das mir leicht in die Rippen ging. Mein Kiefer verkrampfte sich. Die Regeln besagten: null Einmischung. Null territorialer Unsinn.Ich drehte mich um, ließ die Schultern hängen und verbrachte achtundzwanzig Minuten damit, Sienna und Parker dabei zuzusehen, wie sie Holz schleppten, ein Schlossrätsel in vier Minuten lösten und sich wie alte Start-up-Kump

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    Aus Siennas PerspektiveDas Glasrestaurant an der Steilküste sah aus wie ein hochgelegenes Aquarium, das über dem Atlantik schwebte. Auf dem zentralen Monitor blinkten die Regeln: Zwölf Minuten. Durchquere den Raum. Nähere dich dem dir zugewiesenen Fremden. Sichere dir Kontaktdaten und ein echtes Zugeständnis. Keine Erwähnung von Ehe, Unternehmensanteilen oder gemeinsamer Vergangenheit.Ich saß in der Nähe des östlichen Balkonbogens, nippte an einem Glas Sprudelwasser aus einem schweren Kristallbecher und beobachtete, wie Dominic wie ein taktischer Scharfschütze in einem anthrazitfarbenen Tom-Ford-Anzug auf seinen zugewiesenen Tisch auf der anderen Seite des Raums zuging. Er sah mich nicht an. Nicht ein einziges Mal.Zehn Minuten später ertönte der Signalton.Ich stellte mein Glas ab und behielt meine aufrechte, höfliche Haltung bei, während ich beobachtete, wie mein Mann sich durch den Saal bewegte. Dominic schlenderte nicht gemächlich dahin. Er schnitt geradewegs durch den Mittelgan

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    Dominics PerspektiveSienna saß neben mir auf dem Beifahrersitz, das Fenster war einen halben Zoll heruntergekurbelt, und ihr dunkles Haar wehte im feuchten Meereswind. Sie hatte nicht gefragt, wohin wir fuhren. Als ich sie um halb sieben morgens von der Caféterrasse des Resorts mitnahm, vertraute sie mir einfach – was sich immer noch bedeutungsvoller und kostbarer anfühlte als jeder Unternehmensvertrag, den ich je unterzeichnet hatte.Das Auto knirschte über überwucherten Schotter, bevor es direkt am Rand der Kalksteinklippe zum Stehen kam.Vor uns lag ein weitläufiges Haus. Sienna stockte der Atem. Sie löste ihren Sicherheitsgurt, stieß die Tür auf und ging geradewegs zum Rand der Steilküste hinaus, wobei ihre Stiefel leise knirschten.Ich stellte den Motor ab und stieg hinter ihr in den kalten Nebel hinaus.„Es verrottet“, flüsterte Sienna, obwohl ihre dunklen Augen mit hungrigem, verzweifeltem Blick die hoch aufragenden Holzbalken des Pavillons verfolgten. „Das Fundament muss abge

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    Aus Siennas PerspektiveIch stieg als Erste aus dem schwarzen Hubschrauber, meine Absätze klackerten auf dem Steinbelag, die Sonnenbrille saß fest, mein Blazer saß perfekt. Das hier war nicht Northridge Manor mit seinen erdrückenden Ahnenporträts und wertenden Tanten in Perlenketten. Das hier war offener Krieg, getarnt als steuerlich absetzbare Wohltätigkeitsveranstaltung. Paare in aufeinander abgestimmter Designer-Resortkleidung drängten sich um den zentralen Pavillon, nippten an Sprudelwasser und musterten sich gegenseitig wie Rennpferde auf der Koppel.Dominic sprang hinter mir her, das dunkle Sakko über einen Finger gehängt, und trug dieses langsame, gefährliche Grinsen, das normalerweise bedeutete, dass jemandes Marktanteil kurz vor der Liquidation stand.„Hör auf, so zu gucken, als würdest du gleich die ganze Halbinsel zwangsversteigern“, murmelte ich und stieß ihm mit dem Ellbogen in die Rippen, während wir zum Check-in gingen. „Lächle, als wärst du froh, Geld für Waisenkinder

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    Aus Siennas PerspektiveMeine Rippen fühlten sich hohl an, als das Morgenlicht durch die Seidenvorhänge unserer Suite im Northridge Manor drang.Ich saß im Schneidersitz auf der übergroßen Bettdecke und starrte auf das gebürstete goldene Armband an meinem Handgelenk. Gestern Abend im dunklen Flur hatte Dominics Stimme mich bis ins Mark getroffen: „Wenn Sienna mich verlassen will, wenn das Jahr vorbei ist, werde ich sie nicht davon abhalten – selbst wenn es mich zerstört.“Mein ganzes Leben lang glich Liebe einer Leine oder einem Hauptbuch. Die Menschen blieben, weil man die Miete bezahlte, weil man in die Rolle passte oder weil sie einen mit Schuldgefühlen in die Falle lockten. Dominic Kane – der Milliardär, der Unternehmen wie Kleingeld aufkaufte – war bereit, mir eine offene Tür zu bieten und still zu bluten, nur damit ich mich niemals in die Enge getrieben fühlte.Das war keine Kontrolle. Es war erschreckende, rücksichtslos Freiheit.Während des Frühstücks hielt ich Abstand, schalt

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    Siennas Perspektive„Fünf Minuten“, sagte Vivian, während ihre kalten blauen Augen meine mit einer seltsamen, flachen Ruhe fixierten, in der kein Funken Gift mehr zu spüren war. „Hör einfach zu. Dann kannst du wieder so tun, als wäre alles in bester Ordnung.“Ich verschränkte die Arme vor der Brust und starrte auf die Steinbank am Rosengarten. „Mach es kurz. Ich halte nichts von geheimen Treffen.“Vivian seufzte – ein scharfes, müdes Geräusch, das sie zehn Jahre älter wirken ließ, als es ihr High-Society-Glanz vermuten ließ. Sie blickte einen Moment lang auf ihre manikürten Fingernägel hinunter, bevor sie mir wieder in die Augen sah. „Früher dachte ich, ich würde ihn heiraten. Unsere Eltern hatten sich darauf geeinigt, noch bevor wir die Highschool abgeschlossen hatten. Es sollte ordentlich sein. Sauber. Eine Dynastie trifft auf eine Dynastie.“„Und stattdessen hat er eine Eventplanerin geheiratet, die Strombudgets mit einem Gelstift festhält“, sagte ich tonlos.„Stattdessen ist er we

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