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Kapitel 15

Author: Jocelyne
last update publish date: 2026-09-20 16:32:44

Aus Siennas Perspektive

Meine Schuhe klackerten auf der Holzveranda des Kane-Seehauses, und ich bereitete mich auf eine weitere Runde von Beleidigungen durch Dominics vornehme Familie vor. Doch als wir die riesige Holzhütte betraten, war sie völlig leer. Keine hochnäsigen Tanten, keine gemeinen Onkel und keine Vorstandsmitglieder, die uns misstrauisch beäugten. Nur dicke Kiefernwände, ein massiver Steinkamin und das leise Plätschern des Wassers, das draußen am Ufer anlandete.

„Wo sind denn alle
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    Dominics PerspektiveMeine Hände zitterten. Dreißig Jahre lang hatte ich eine Mauer aus Glas und Milliardenverträge errichtet, um sicherzustellen, dass ich niemals jemandem eine solche Frage stellen musste. Ich hatte immer alle Trümpfe in der Hand. Mir gehörte immer die Firma. Ich machte immer die Regeln.Und nun, während ich in meinem privaten Arbeitszimmer saß und die Morgensonne auf den Parkettboden fiel, hing meine gesamte Welt von der Antwort einer einzigen Frau ab.Der Rest des Tages verging wie im Rausch. Ich saß an meinem gläsernen Schreibtisch in der Zentrale in der Innenstadt und starrte auf Computerbildschirme, die mir nichts sagten. Meine Gedanken kreisten ausschließlich um die Frage, die ich Sienna gestellt hatte. Würde sie bleiben, wenn ich alles verlieren würde? Würde sie bleiben, wenn das Imperium bis auf die Grundmauern niederbrannte und vom Namen Kane nichts mehr übrig wäre?Marcus kam dreimal mit dringenden Fusionsunterlagen in mein Büro, und dreimal winkte ich ihn

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    Aus Siennas PerspektiveDie Mahagonitür quietschte unter meinen Fingern, als sie sich öffnete, und der kalte, zornige Klang von Dominics Stimme verstummte schlagartig.Er stand am großen Glasfenster seines privaten Arbeitszimmers. Seine breiten Schultern waren unter einem dunklen Hemd angespannt, und sein Handy drückte er fest an sein Ohr. Als er sich umdrehte und mich mit vor der Brust verschränkten Armen in der Tür stehen sah, weiteten sich seine dunklen Augen vor plötzlichem Schock.„Ich muss auflegen“, schnauzte Dominic ins Telefon. Er legte sofort auf und ließ das Gerät auf den schweren Holzschreibtisch fallen.„Sienna“, sagte er, wobei seine Stimme vom scharfen CEO-Tonfall auf ein leises, vorsichtiges Flüstern sank. Er machte einen Schritt auf mich zu. „Du bist wach.“„Ich bin wach“, sagte ich und hielt meine Haltung angespannt. Ich rührte mich nicht von der Türschwelle. „Und ich habe jedes Wort gehört, das du gerade zu demjenigen gesagt hast, der am anderen Ende der Leitung war

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    Aus Siennas Perspektive„Dom, bist du verrückt?“, keuchte ich und setzte mich im großen Bett kerzengerade auf. Meine Hände zitterten leicht, als ich mir mein dunkles Haar aus dem Gesicht strich. „Wenn du so eine Förderung jetzt ankündigst, wird jeder Reporter in der Stadt behaupten, du hättest meine Firma aufgekauft. Sie werden schreiben, dass ich nur die Frau eines weiteren Milliardärs bin, die Almosen annimmt.“Dominic geriet nicht in Panik. Er wirkte überhaupt nicht besorgt. Er streckte einfach die Hand aus, umfasste meine Hand mit seinem warmen Griff und zog mich wieder zu sich herunter, bis mein Kopf an seiner festen Brust ruhte.„Lass sie reden“, sagte Dominic mit tiefer, ruhiger und fester Stimme. „Lass sie schreiben, welche Schlagzeilen sie wollen. Lies die Pressemitteilung, Sienna. Schau dir an, wer die Veranstaltung moderiert.“Ich schaute wieder auf den Bildschirm meines Handys.Moderatorin und Rednerin: Sienna Brooks, Gründerin und Geschäftsführerin von Brooks Events.Nich

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    Dominics PerspektiveIch hatte einen Tisch in dem privaten Glasrestaurant auf dem Dach hoch über der Innenstadt reserviert, wo es keine Kameras gab. Keine Richter. Keine Vorstandsmitglieder, die jede unserer Bewegungen beobachteten. Nur ein ruhiger Tisch für zwei, sanfter Jazz, der aus den Außenlautsprechern erklang, und eine warme Brise, die durch die Nachtluft wehte.Sienna saß mir gegenüber. Sie trug ein schlichtes dunkelblaues Kleid. Der neue silberne Wellenring mit winzigen Diamanten funkelte an ihrem Finger im Licht der Tischlampen.Sie nahm einen Schluck von ihrem Sprudelwasser und blickte über die Skyline. „Du hast die ganze Dachterrasse gemietet, Dominic? Ist das nicht ein bisschen übertrieben?“„Nicht genug“, sagte ich und stützte meine Arme auf die weiße Tischdecke. „Nach der Woche, die wir hinter uns haben, hast du dir einen ruhigen Abend verdient. Keine Anzeigetafeln. Keine Stoppuhren.“Sie lächelte, ihre dunklen Augen strahlten. „Es ist schön. So ruhig.“Ich streckte die

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    Aus Siennas PerspektiveDie Luftdruckhupe heulte über den östlichen Strandpavillon hinweg, und der letzte Test begann.Direkt am Strand stand eine leere Veranstaltungshalle aus Holz. Raumhohe Glasfenster boten einen Blick auf die grauen Meereswellen. Neben der Tür standen ein Stapel Rohholz, leere Leinwandtafeln, einfache Klappstühle und eine kleine Kiste mit Bargeld.Die Regel war einfach: An einem Tag aus dem Nichts eine funktionierende Wohltätigkeitsgala auf die Beine stellen.Ich atmete tief durch. Mein Herz schlug schnell, aber ich fühlte mich ruhig. Das war meine Welt. Das war Veranstaltungsplanung. Das war das, was ich am besten konnte.Ich wandte mich an Dominic. Er trug ein schwarzes T-Shirt mit hochgekrempelten Ärmeln, dunkle Jeans und schwere Arbeitsstiefel. Er sah eher aus wie ein Bauleiter als wie ein milliardenschwerer CEO.„Okay, Kane“, sagte ich und zeigte mit dem Finger auf ihn wie ein General, der Befehle erteilt. „Heute keine Vorstandssitzungen. Keine Tabellenkalkul

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    Dominics PerspektiveWasser tropfte von meinem dunklen Haar an meinem Kinn herunter. Das warme, blaue Licht des Pools tanzte auf den nassen Fliesen um uns herum.Ich hielt Sienna fest an meine Brust gedrückt. Ihre Hände ruhten sanft auf meinen nassen Schultern. Die Nacht war still. Keine Vorstandssitzungen. Keine Anwälte. Keine Familienstiftungen.Ich blickte in ihre dunklen, strahlenden Augen. Ich musste sie fragen. Ich musste es wissen.„Sienna“, flüsterte ich, meine Stimme klang rau über dem Rauschen des Poolwassers. „Sag mir die Wahrheit. Wenn unser Einjahresvertrag jetzt sofort verschwinden würde … wenn das Papier heute Nacht weg wäre … würdest du dich dann immer noch für mich entscheiden?“Ich dachte, sie würde vielleicht zögern. Ich dachte, sie würde vielleicht blinzeln oder wegschauen. Eine solche Frage war schwerwiegend. Sie war echt.Stattdessen breitete sich ein sanftes, wunderschönes Lächeln auf ihrem Gesicht aus.„Ja“, sagte sie sofort, ihre Stimme klar und sicher. „Ich w

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